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Kreisverwaltung
Landrat kündigt verbessertes Angebot für Bernau an

Olav Schröder / 23.01.2020, 07:00 Uhr - Aktualisiert 23.01.2020, 08:54
Bernau (MOZ) Die Region zusammenholen" – dafür will sich das Barnimer Mittelstandshaus verstärkt einsetzen, wie Carsten Schmidt, Vorsitzender des Unternehmerverbands für Handwerk, Handel und Dienstleistung, auf dem Empfang im Bernauer Ofenhaus ankündigte. Der Verband werde sich zu den Entwicklungsprojekten im südlichen Barnim äußern, "egal ob gefragt oder nicht", versprach Schmidt. Passend dazu wurden die Spitzen der Niederbarnimer Verwaltungen zum Gespräch über die Region eingeladen.

Für den gesamten Niederbarnim von Bedeutung ist die Botschaft, die der Barnimer Landrat Daniel Kurth mitbrachte. Im Zuge der Einwohnerentwicklung wird die Kreisverwaltung erweitert, und zwar nicht nur in Eberswalde. Auch die Kreisverwaltung an der Jahnstraße in Bernau soll ausgebaut werden. Der Landrat stellte ein erweitertes Serviceangebot und damit verbunden neue Arbeitsplätze in Ausblick. Nicht zuletzt umfassen die Erweiterungspläne auch die Rettungswache am gleichen Standort.

Debatte um "Schwanebecker"

Als lebendigen Wohn- und Gewerbestandort präsentiert Bernaus Bürgermeister André Stahl die Stadt. Er sei über die Belegung der schon vor Jahren initiierten Gewerbegebiete froh. Eher gelassen nimmt er das Auftauchen der Zauneidechse am Standort Albertshofer Chaussee: Er habe den Eindruck, dass die Tiere "gar nicht mehr so selten sind, weil sie gefühlt bei jedem Bauvorhaben vor uns da sind". Immerhin habe die Stadt bereits etwa ein halbes Dutzend Habitate für die Tiere angelegt.

Verärgert zeigte sich Stahl aber über das Verhalten einiger Stadtverordneter im Vorfeld der Entscheidung zum neuen Wohngebiet an der Schwanebecker Chaussee. Es sei "hochgradig stillos", wenn sich einige Stadtverordnete "vorher im Wirtshaus treffen", um ihre Verhinderungsstrategie festzulegen. Er warnte davor, dass das Vorhaben "im Sumpf des politischen Intrigierens versinkt". Der Investor beseitige einen "Schandfleck", an dem es noch heute "wie nach dem Krieg aussieht". Allein die Entsorgung der Altlasten der Wehrmacht und aus 40 Jahren Rote Armee koste laut Gutachten fast zehn Millionen Euro.

Nicht zuletzt wies Stahl in dem von Katrin Johst-Mandel und Sirko Schladitz moderierten Gespräch darauf hin, dass mit der Eröffnung des neuen Rathauses an den bislang genutzten acht Verwaltungstandorten Büroflächen frei werden.

Was Kommunen der unbefriedigenden Entwicklung der Infrastruktur entgegensetzen wollen, das stellte Ahrensfeldes Bürgermeister Wilfried Gehrke vor. Der Bund und die Länder Berlin und Brandenburg hätten bei der Ortsumfahrung "kläglich versagt". Acht Jahre sei das Verfahren ausgesetzt worden. Nach der Einigung hofft er nun auf die Planfeststellung 2024. Dagegen soll das Achsenkonzept mit Bürgerbeteiligung, das Ahrensfelde und Werneuchen gemeinsam entwickeln, bis spätestens Anfang 2021 feste Positionen zur Taktverdichtung der RB 25, zur sozialen Infrastruktur und zur B 158 umfassen.

Panketal hat vor allem Wohnflächen zu bieten, wie Bürgermeister Maximilian Wonke hervorhob. Auch er spricht von schleppenden Planungsabläufen. Für den Erlebnishof in Schwanebeck dauern sie nun schon acht Jahre. 2020 hoffe er mit der Genehmigung des Bauantrags durch den Landkreis auf einen "großen Schritt voran".

Nicht nur neue Wohngebiete entstehen in den Biesenthal-Barnimer Kommunen. Darüber hinaus, empfiehlt Amtsdirektor André Nedlin, sind dort – zum Beispiel auf den Flächen um die Biesenthaler Möbelfolie – auch gewerblich nutzbare Standorte zu finden.

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