Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Altpapier
KWU-Kunden drohen höhere Gebühren

Private Sammelstellen müssen sich Preis-Entwicklung anpassen. KWU-Kunden drohen im nächsten Jahr höhere Müllgebühren. (Symbolfoto)
Private Sammelstellen müssen sich Preis-Entwicklung anpassen. KWU-Kunden drohen im nächsten Jahr höhere Müllgebühren. (Symbolfoto) © Foto: Christin Klose/dpa
Stefan Lötsch / 14.02.2020, 20:40 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Im Landkreis Oder-Spree drohen Ende des Jahres höhere Müllgebühren. Grund dafür ist ein seit Monaten anhaltender Preisverfall bei Altpapier. "Der Preis je Tonne für Papier, Pappe und Kartonage ist seit 2018 um die Hälfte gesunken", heißt es auf Anfrage vom Kommunalen Wirtschaftsunternehmen Entsorgung (KWU).

Bisher war es eher so, dass mit den Einnahmen aus dem Altpapierverkauf die Gebühren gestützt werden können. Nun sieht die Situation aber anders aus: "Zunächst fallen für die Papierentsorgung im Landkreis Oder-Spree für die Bürgerinnen und Bürger keine Mehrkosten an. Denn die laufenden Kosten für die Papierentsorgung werden aus der in der gültigen Abfallgebührensatzung festgelegten Festgebühr gedeckt", erklärt Martina Polster von der Öffentlichkeitsarbeit des KWU. Allerdings schränkt sie ein: "Wenn sich der Preisverfall – wie prognostiziert – bis zum Jahresende fortsetzt, wird das auch einen Einfluss auf die Gebührenkalkulation für 2021 haben. Inwieweit lässt sich jedoch noch nicht voraussagen."

Tatsächlich gibt es momentan keinerlei Anzeichen dafür, dass es auf dem Altpapiermarkt zu einer Entspannung kommt, eher im Gegenteil. "Die Altpapierpreise sind auf dem deutschen Markt auch im Januar deutlich gefallen", meldet der Branchendienst Euwid. Ursache ist der weiterhin große Mengenüberhang auf den deutschen und europäischen Altpapiermärkten.

Ein Cent weniger pro Kilo

Schon im vergangenen Jahren haben die Preise deutlich nachgegeben. Euwid spricht von teilweise enormen Rückgängen. "In Summe sind die Preise im Gesamtjahr 2019 stark gefallen." Deutlich bemerkbar hat sich in diesem Fall gemacht, dass Länder aus Asien, allen voran China, der größte Abnehmer von Altpapier, einen Importstopp verhängt haben. Deutschland hat mit dem Problem zu kämpfen, dass Altpapiermengen aus den USA und England, die nicht mehr nach Asien verschifft werden können, den heimischen Markt fluten und dort zu Überkapazitäten führen.

Nicht nur das KWU hat mit dem Preisverfall zu kämpfen, sondern auch private Anbieter, die gesammeltes Altpapier annehmen. In Eisenhüttenstadt gibt es derzeit noch zwei Sammelstellen. Eine davon betreibt das Unternehmen Theo Steil im Hafen von Eisenhüttenstadt in der Glashüttenstraße. Laut Aushang werden dort für die Tonne Altpapier 60 Euro gezahlt, also sechs Cent für das Kilo. Wie lange das noch der Fall ist, war dort am Freitag offiziell vor Ort nicht zu erfahren.

Peter Möller, der im Gewerbezentrum Möller in der Fährstraße 45, die Papierbox betreibt, erklärt, dass er wegen des Verfalls der Altpapierpreise seinen Ankaufspreis von ursprünglich sechs auf nun fünf Cent pro Kilo anpassen musste. "Ich musste eine Preisabsenkung machen", sagt Peter Möller. Der Großhändler, zu dem er seine Mengen liefert, hatte ebenfalls zuvor die Ankaufspreise gesenkt. Seit 2007 betreibt er die Papierbox. Bisher seien die Preise relativ stabil geblieben.

Während Altpapiersammler für Zeitungspapier und Prospekte noch etwas bekommen, sieht es bei Pappe und Kartonage ganz mau aus. "Seit Anfang des Jahres zahlen wir gar nichts mehr und nehmen auch nichts mehr an", sagt Peter Möller. Auch er bekommt dafür nichts mehr vom Großhändler.

Über die Jahre hat sich bei ihm ein stabiler Kundenstamm herausgebildet, der gesammelte Zeitungen und Prospekte vorbeibringt. Auch die Mengen sind über die Jahre stabil geblieben. Pro Woche, so schätzte Peter Möller ein, erhält er zwischen sechs und zehn Tonnen Altpapier.

Etwas mehr für das Altpapier bekommen Privatleute derzeit noch in Beeskow. Sechs Cent für das Kilo zahlt die GHG Gleishandelsgesellschaft. Doch Geschäftsführer Thorsten Bartsch schätzt ein: Wenn die Preise für das Altpapier weiter fallen, dann müsse er den Ankaufspreisanpassen.

Altpapier-Mengen auf konstanten Niveau

Rund 11 700 Tonnen Altpapier hat das kommunale Wirtschaftsunternehmen Entsorgung (KWU) im vergangenen Jahr eingesammelt. In der Menge sind auch Pappen und Kartonagen enthalten.

Für 2018, wo eine gleich große Menge angefallen ist, weist der Abfallbericht des Landkreises Einnahmen von rund 1,3 Millionen Euro aus.

Seit 2012 bleibt eingesammelte Menge auf einem gleichen Niveau. Einen deutlichen Einschnitt gab es vom Jahr 2011 auf das Jahr 2012. Denn da bewegten sich die eingesammelten Mengen auf einem Niveau von 13 300 Tonnen, 2010 waren es sogar noch einmal 500 Tonnen mehr.  Die größten Mengen setzt das KWU allerdings mit dem Restmüll um. ⇥lö

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Werner Matzat 15.02.2020 - 17:54:45

Sind wir nicht soziale Menschen? - Wann sollte Bürgermeister Frank Balzer (SPD) endlich seinen Hut nehmen? - Der Mensch ist halt so!

Werte Eisenhüttenstädter Einwohner, Leser und Leserinnen, Donald Trump tönt in seinem Land "Amerika First!" Frau Dr. Merkel schrie in Deutschland vor nicht all zu langer Zeit "Wir schaffen das!", etwas später, "Wir schaffen noch mehr!" In Eisenhüttenstadt wird ständig nach Abgaben und Gebührenerhöhungen, zum Nachteil seiner Bewohner, geschrien, heißt es hier etwa auch "Eisenhüttenstadt First"? Sei es auf der Straße, auf Arbeit, beim Einkaufen, beim Arzt, auf dem Spielplatz oder sonst noch wo - auch hier gilt das ungeschriebene Gesetz: "I First!" (Ich zuerst!) Der Anspruch, sich durchzusetzen, wenn nötig auch mit spitzen Ellbogen, die Verachtungskeule schwingend zum Nebenmann/Frau, scheint immer mehr gewachsen zu sein. Das Individuum Mensch ist zum Ego - Schwein mutiert, so mein jahrzehntelanger Eindruck. Wie sangen die Prinzen in einem ihrer Lieder? - "Du musst ein Schein sein?" Sie könnten auch Ichlinge heißen, die Ego - Jünger, die nicht nur hier leben. Erst Mieten, dann Energie, was sonst noch alles?Und jetzt drohen schon wieder KWU - Kunden höhere Gebühren? Warum müssen schon wieder die Kunden bluten? Wie kann das passieren? Ist der Mensch nicht eigentlich ein soziales Wesen? Und dann bricht es aktuell über mich herein, gerade jetzt, die vielen Dinge: Das Kapitalismus Kritikbanner am Balkongeländer der Schrottimmobilie Hotel Lunik, die irrsinnigen Auswüchse jahrzehntelanger Stadt Politik, all das, was mir aus der Arbeitssklavenwelt, aus den Krankenhaus - Notstandswelten, den Klimawelten, aus den Stammtischwelten? (gibt es überhaupt noch welche hier?) zu Ohren und Augen kommt - und mich packt das blanke Entsetzen über mein Umfeld, in dem fast jeder Bauch, Fett und Rund und fast jedes Haus voll ist bis zum Anschlagdarm oder bis zur letzten Bodendecke. Und meine innerliche Stimme bäumt sich schleichend auf und schwillt an zu einem unerträglichen Crescendo (Ton): "Alles unser, alles meins, lass es mir nicht wegnehmen von denen da!" - "Ja von welchen denn sonst?" "Sie müssen mit dem Hund noch Gassi gehen, Katze, Vogel füttern oder mit den Fischen im Aquarium um die Wette schwimmen?" Igitt, wie nass, schließlich haben sie ein Haus gebaut und müssen mindestens zweimal im Jahr in den Urlaub fahren?" - Oder tragen eine teure Mieten Last? "Haben sie ALLE denn schon gesehen, im neuen Supermarkt - Prospekt, in der Wochenzeitschrift Beilage, gibt es so viele Dinge die die Welt nicht braucht, sogar mit integriertem USB - Anschluss?" "Oh je, in der Straße kommt gerade der Rettungswagen, wie furchtbar." - Ich müsste eigentlich dringend mal wieder Fenster putzen!" - Doch ist denn schon wieder Frühjahrsputz? "Diese verdammte Klimairritation - haben wir überhaupt Winter oder ist es immer noch Sommer?" "Ich sage mir immer, nach vorn schauen alter Vater, Tag und Nacht nur nach vorne schauen!" - Ja, die Holzrollers haben jetzt nur noch einen SUV - "Kostet halt viel Geld und wenn man's halt nicht hat, was will man machen?" "Lohnverzicht macht niemand Reich, doch wer weiß das schon?" Ist halt die nächste Gebührenerhöhung dran Schuld - "Haben sie auch schon die Leute gesehen, wie komisch die geschielt haben?" - "Ach du großer Zauber, die meisten leiden hier an Depressionen? Kenne eine ganze Menge hier, mag gar nicht mehr hinschauen. "Ganz schlimm - Oder etwa nicht?" - "Also ich weiß ja nicht, was ich beim nächsten mal wählen werde - aber das darf ja heute keiner laut sagen!" "Aber wer es wissen will, der frage einfach mal nach beim BND, der CIA und NSA die wissen sonst doch alles. (siehe aktuelle Crypto - Leaks) Vielleicht auch die nächste Eisenhüttenstädter Gebührenerhöhung? - oder wann nimmt der Bürgermeister Frank Balzer (SPD) endlich seinen Hut? Ist der Mensch von Natur aus egoistisch, faul und immer daraus aus, für sich selbst den größtmöglichen Nutzen herauszuschlagen? Werte Eisenhüttenstädter, Leser und Leserinnen. Mein Fazit dazu sollte zu denken geben. Die Wiederentdeckung des Menschen ist das Gebot der Stunde, denn nur so können sich Politik und Gesellschaft aus der selbstverschuldeten Kontrolle durch eine fehlgeleitete neoliberale Wirtschaftsordnung befreien. (kann man sogar hier nachlesen unter ISBN-13: 9783864892134 mit Ausgabedatum vom 02.05.2019 mit einem Eingangszitat: Warum Egoismus, Gier und Konkurrenz nicht unserer Natur entsprechen, mit guten Argumenten gegen die Besserwisser aus den Chefetagen, den Beraterfirmen und den Stammtischrunden. Noch weitere Fragen zu den nächsten Gebührenerhöhungen in Eisenhüttenstadt? "Der Mensch ist halt so! - Oder etwa nicht?"

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG