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Corona-Krise
Mehr als 10.000 Anträge auf Soforthilfe von Kleinunternehmen in Brandenburg

Keine Kunden, kein Verdienst: Fast 4400 Friseur- und Kosmetikunternehmen mussten in Brandenburg infolge der Corona-Krise schließen.
Keine Kunden, kein Verdienst: Fast 4400 Friseur- und Kosmetikunternehmen mussten in Brandenburg infolge der Corona-Krise schließen. © Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Ina Matthes / 26.03.2020, 04:00 Uhr - Aktualisiert 26.03.2020, 08:35
Potsdam (MOZ) Bereits mehr als 10.000 Anträge auf Soforthilfe sind bis Mittwochnachmittag bei der Investitionsbank des Landes Brandenburg ILB eingegangen.

Kleine Unternehmen und Selbstständige können je nach Betriebsgröße Zuschüsse beantragen. "Die ersten Bewilligungsbescheide sind fertig, die ersten Anweisungen auf Auszahlung auch", sagte ILB-Sprecherin Ingrid Mattern am späten Mittwochnachmittag. Die Kommunikationsnetze der Bank hätten dem Ansturm standgehalten. Seit 9 Uhr morgens konnten Unternehmen Zuschüsse beantragen. Die Gelder werden abhängig von der Betriebsgröße gezahlt. Für bis zu fünf Erwerbstätige sind maximal 9000 Euro möglich, für bis zu 15 Erwerbstätige maximal 15.000 Euro, für bis zu 50 Erwerbstätige höchstens 30.000 Euro und für bis zu 100 Erwerbstätige höchstens 60 000 Euro. Bewilligt wird nach Reihenfolge der Anträge.

Die ersten Antragsteller sollen laut ILB bereits heute das Geld auf ihrem Konto haben. Das Land Brandenburg hatte zunächst  7,5 Millionen Euro Soforthilfe angekündigt. Das Geld wird als Zuschuss gezahlt und muss nicht zurückerstattet werden.

Rein rechnerisch ist diese Summe mit  mehr als 10.000 Anträgen schon am ersten Tag weit überschritten worden. Die Landesregierung hatte angekündigt, diesen Nothilfefonds aufzustocken. Weitere Mittel sollen aus dem geplanten Nachtragshaushalt kommen, über den der Landtag nächste Woche entscheidet. Anträge können weiter gestellt werden. Jeder solle sein Geld bekommen, hieß es.

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Bei der ILB waren am Mittwoch mehr als 100 Mitarbeiter damit befasst, die Anfragen entgegenzunehmen und zu bearbeiten. "Wir werden in den nächsten Tagen personell aufstocken", sagte die Sprecherin. Weitere 100 Mitarbeiter sollen geschult und eingesetzt werden. Die ILB empfiehlt den Firmen, die ausgefüllten Anträge samt der eingescannten Unterlagen per Mail an die Bank zu schicken und nicht per Post zu senden. Der elektronische Weg beschleunigt die Bearbeitung.

Hilfe beim Stellen der Anträge bietet auch die Industrie-und Handelskammer Ostbrandenburg IHK an. Zwei Sondertelefone sind geschaltet, 40 Mitarbeiter werden am Donnerstag und Freitag von 8 Uhr bis 17 Uhr beraten, teilte die IHK am Mittwoch mit.

"Das Interesse oder besser die Notwendigkeit der Nutzung des Soforthilfeprogramms ist groß", berichtete der Handwerkskammertag des Landes Brandenburg auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Durch Absagen aller Veranstaltungen, Schul- und Kita-Schließungen, Auftragsstornierungen, Produktionsunterbrechungen oder Quarantänemaßnahmen sind laut Handwerkskammertag inzwischen alle Gewerke der mehr als 40.000 Betriebe von der Krise betroffen. "Am stärksten trifft es natürlich durch die verschärften Maßnahmen seit dem Wochenende die Friseure und Kosmetiker", erklärte das Gremium. In Brandenburg mussten demnach fast 4400 Friseur- und Kosmetikunternehmen schließen.

Rund 3600 Unternehmer haben sich den Angaben zufolge in den vergangenen Tagen an die Kammern in ihren jeweiligen Bezirken gewandt: "Grundsätzliche Fragen waren Liquiditätssicherung, Kurzarbeit, Steuererleichterungen, Personalfragen durch Schließungen, aber auch Fragen der Ausbildung oder arbeitsrechtliche Fragen."

Download-Seiten und Beratung

Anträge können über die Investitionsbank ILB und das Wirtschaftsministerium Brandenburgs gestellt werden. Die Antragsformulare finden sich zum Download auf den jeweiligen Webseiten mwae.brandenburg.de und www.ilb.de: Kurzlinks: bit.ly/3dsDnPN und bit.ly/39kvEjg.

Sondernummern der IHK: 0335 56213700 und 0335 56213800⇥red

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