Ortsvorsteher Dietrich Giersch hat in der Geschichte geforscht und zur Überraschung vieler Einwohner gleich mehrere Jubiläen in diesem Jahr entdeckt. So feiert die evangelische Kirche den 300. Jahrestag ihres Wiederaufbaus. Das mittelalterliche Gebäude war im Dreißigjährigen Krieg zerstört und erst 1713 erneuert worden. Das berühmte Vorlaubenhaus steht seit 225 Jahren an der Hauptstraße. Höhepunkt des Jahres ist jedoch der 725. Geburtstag.Diesem Datum zugrunde liegt die urkundliche Ersterwähnung von Zichow im Jahre 1288, bestätigt vom Brandenburgischen Landeshauptarchiv Potsdam.
Schon in den vergangenen Jahren haben sich Dietrich Giersch und interessierte Einwohner mit der Geschichte des Dorfes befasst und Unmengen an Material zusammengetragen. Das kommt der Gemeinde jetzt zugute. Man will auf vergangene Epochen und ihre Besonderheiten aufmerksam machen. Wenn die im Schloss steckenden alten Reste der Burg und die Grundmauern der Kirche sprechen könnten, würden sie noch mehr Details aus der Geschichte preisgeben. Doch das bleibt künftigen Forschern vorbehalten.
Allein ein jüngst anklopfendes Fotografenteam hat mit spezieller Technik ganz neue Details aus dem Inneren des Barockschlosses sichtbar gemacht. Die Bilder sollen auf einer Veranstaltung öffentlich gezeigt werden.
Dokumente, alte Fotos und Material aus der Chronik stellt Dietrich Giersch zu Pfingsten auf allen Etagen in der historischen Mühle von Zichow vor. Das Denkmal mit frisch restaurierter Fassade ist dann für Besucher geöffnet und zeigt sein vollständig erhaltenes technisches Innenleben.
Ein Festkomitee bereitet schon seit dem vergangenen Jahr alle Höhepunkte und Veranstaltungen zum Jubiläum vor. Dazu zählen der Kindertag, Feuerwehraktionen, ein Treffen für die älteren Einwohner oder der Geburtstag des Sportvereins. Eigentlicher Höhepunkt ist jedoch das Wochenende vom 6. bis 8. September. Mit Festkonzert am Schloss, einem Feuerwerk und einem großen Umzug will Zichow auf sich aufmerksam machen.
Die Nachfahren der Schlosseigentümer, die Grafen Arnim, haben einen Gruß zum Neujahrsempfang ins Dorf geschickt. Die Familie bestimmte jahrhundertelang maßgeblich die Geschicke des Ortes. Was aus dem einzigartigen Denkmalensemble einmal werden soll, weiß jedoch derzeit niemand zu sagen. Es steht weiterhin leer.
Bürgermeister Martin Röthke und Ortsvorsteher Dietrich Giersch nutzen den runden Geburtstag aber auch, um den Vereinen und Ehrenamtlichen, den Sportlern und Feuerwehrleuten und all jenen, die sich für die Dorfgemeinschaft engagieren, Dank zu sagen. Die meisten von ihnen wie auch die ortsansässigen Betriebe unterstützen das Festkomitee bei den Vorbereitungen für die drei großen Jubiläumsfeiern.