Dieses Qualitätsniveau hat sich die Firma Berec Recycling GmbH selbst erarbeitet. Denn Maschinenbauer, die das genau Passende liefern können, gibt es nicht. Und einen entsprechenden Ausbildungsberuf gibt es bisher auch nicht. Stattdessen profitiert man von der Erfahrung des langjährigen Geschäftsführers Günther Engelmann. Der hatte sich bereits in DDR-Zeiten damit beschäftigt, alte Kunststoffe einer neuen Verwendung zuzuführen. Nach der Wende konnte er dann sein eigenes Unternehmen gründen. Heute führt es Engelmann zusammen mit der Tochter und dem Schwiegersohn. Wobei Tochter Claudia Grupe mittlerweile die letzte Verantwortung für das Unternehmen trägt.
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Leicht ist das Geschäft nicht. „Altkunststoffe sind Rohstoffe – und die sind begehrt“, sagt Claudia Grupe. Und China kauft immer mehr Wertstoffe auf. Die dann mit billigen Arbeitskräften von Hand aufbereitet und etwa zu Schuhsohlen verarbeitet werden. Mit solchen Billiglöhnen kann man im 23-Mitarbeiter-Unternehmen nicht konkurrieren, also muss man technologisch vorn sein. „Das ist schwer“, räumt Günther Engelmann ein. Aber zusammen mit Hochschulen und Firmen aus Brandenburg und Berlin arbeitet man an neuen, noch effizienteren Lösungen, die etwa auch aus minderwertigen Kunststoffen hochwertiges Granulat machen können. „Ohne neue Technologiestufen“, ist Engelmann überzeugt, „werden wir im Wettbewerb nicht bestehen können“.
Und so muss Berec, sagt Claudia Grupe, gleichzeitig in neue Technologie und in die aktuelle Produktion investieren – beispielsweise in die Energieeffizienz. „Wir können angesichts der steigenden Preise nur überleben, wenn wir weniger Strom verbrauchen.“ Wobei Energieeinsparung letztlich ebenfalls wieder ökonomisch und ökologisch sinnvoll ist. Bisher jedenfalls hat Berec solche Herausforderungen mit Bravour gemeistert – selbst ein Brand 2008, der zwei Drittel des Werks zerstörte, warf das Unternehmen nicht um. Nach dem Wiederaufbau war man erfolgreich wie eh und je.
Umweltbewusstsein heißt bei Berec übrigens nicht nur, dass aus Folie wieder Folie werden kann: Berec hat einen geschlossenen Wasserkreislauf, nutzt die Abwärme der Maschinen und reinigt die Abluft. Dass es hier ökologisch vorbildlich zugeht, bekommen die Abnehmer garantiert. Und die können dann etwa das Umweltzeichen Blauer Engel auf ihren Produkten anbringen. Dazu muss von der Anlieferung, über die Sortierung per Hand, die technische Trennung durch Wasser bis hin zum fertigen, Regranulat getauften Sekundärrohstoff alles stimmen.
Dieses Granulat wird in der Firma dann zumeist in achteckige Pappcontainer gefüllt – und geht an die Kunden in ganz Europa. Der Exportanteil beträgt 60 Prozent, vor allem holländische Folienproduzenten sind treue Abnehmer. Monate später kehrt das Ganze als Altfolie zurück – um in Löhme erneut für eine neues Kunststoffleben aufbereitet zu werden.

Branche: Kunststoffrecycling
Produkte/Dienstleistungen: Entwicklung und Produktion hochwertiger Kunststoff-Regranulate für die Europäische Folienindustrie
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Besondere unternehmerische Leistung: Das Unternehmen setzt sich durch die ständige Weiterentwicklung innovativer Technologien beispielhaft für den Umweltschutz ein. Die Berec Recycling GmbH stellt aus Folienabfall neues Folien-Regenerat für die Europäische Folienindustrie her. Der Betrieb ist Qualitätsführer in seiner Branche und setzt sich vorbildlich für die Region ein: Es ist Mitglied im Umweltausschuss der IHK sowie der Umweltpartnerschaft Berlin-Brandenburg. Geschäftsführer Günther Engelmann ist Begründer des „Wirtschaftstisches Werneuchen“ und Ehrenbürger der Stadt Werneuchen.
Kontakt und Information:
Löhmer Dorfstraße 1b
16356 Werneuchen
Telefon 033398 7053
mail@berec.de