Der Niederbarnimer Wasser- und Abwasserzweckverband (NWA) plant für das laufende Jahr Investitionen in Millionenhöhe. Ein Schwerpunkt ist der Ausbau des Schmutzwassernetzes in der Siedlung Stolzenfels.
Gerade einmal drei Dutzend Häuser umfasst die Siedlung Stolzenfels zwischen Wandlitz und Stolzenhagen. Wie aufgereiht stehen sie entlang des Stolzenhagener Sees. Bislang sah der Niederbarnimer Wasser- und Abwasserzweckverband (NWA) dort keinen Bedarf, ein Rohrleitungsnetz für Schmutzwasser zu installieren. In den vergangenen Jahren seien jedoch viele der Datschen Einfamilienhäusern gewichen, so dass sich die Situation vor Ort verändert hat, macht der NWA-Verbandsvorsteher Matthias Kunde nun jedoch deutlich.
Rund 2,2 Millionen Euro sollen deshalb in diesem Jahr in den Ausbau des Rohrsystems investiert werden. Es ist die mit Abstand größte Maßnahme, die der NWA für 2012 plant. Mit den Bauarbeiten solle abschnittsweise begonnen werden, sobald es die Witterung zulasse, erklärt Kunde weiter. In der Straße am See wolle man dem von der Gemeinde Wandlitz ebenfalls für dieses Jahr geplanten Straßenausbau voran gehen.
In Schmachtenhagen wird in diesem Jahr auch gebaut. Dort wurde mit dem Ausbau des Schmutzwasser-Rohrleitungsnetzes bereits 2011 begonnen. Allerdings konnten nicht mehr alle Investitionen abgeschlossen werden. Im NWA wird in diesem Jahr noch einmal mit Arbeiten mit einem Gegenwert von etwa einer Million Euro gerechnet.
Rund 150000 Euro werden für die Sanierung der Trinkwasserleitung in dem zu Basdorf gehörenden Teil der Waldsiedlung benötigt. 300000 Euro stehen zudem für dieses Jahr für den Ausbau des Trinkwassernetzes im Schmachtenhagener Ortsteil Bernöwe an. Dort versorgen sich die Anwohner derzeit noch selbst aus sehr flachen Brunnen mit Wasser - so, wie sie es seit 700 Jahren tun. Allerdings sind diese Brunnen nur sehr flach und da die Fäkalien lange Zeit in sogenannten Sickergruben entsorgt wurden, ist die Wasserqualität entsprechend schlecht.
Bislang sei diese Investition in der Hoffnung auf Fördergelder mit einem Sperrvermerk versehen gewesen. Da diese nun jedoch nicht in Aussicht gestellt wurden, gibt es ein Argument für einen weiteren Aufschub, sagt Kunde und stellt klar, dass die Maßnahme "ein Zuschussgeschäft bleibt, es aber keine billigeren Alternativen gibt".
Wenn im Sommer die Bauarbeiten in Bernöwe zu Ende gehen, hat die Versorgung der Anwohner mit Trinkwasser über ein zentrales System einen Grad von rund 93 Prozent erreicht. "Mehr ist auch nicht möglich", räumt Kunde ein. Siedlungen wie Rahmersee, Lotschesee oder Ützdorf werden sich also auch künftig aus Brunnen versorgen müssen.
Beim Schmutzwasser liegt der Anschlussgrad derzeit bei rund 70 Prozent. Hier sieht Kunde noch Potenziale von 10 bis 15 Prozent. In Zehlendorf soll 2013 weitergebaut werden. Was über diese Zeit hinaus geschieht, darüber muss jedoch erst noch die Verbandsversammlung diskutieren. Eines macht Kunde dabei schon jetzt deutlich: Kleinkläranlagen sind für den NWA in diesem Zusammenhang durchaus eine Option. Allerdings könne der Verband diese nicht betreiben, so Kunde. "Das müssen die Anwohner selbst machen. Das scheitert aber oft schon an den Betriebskosten"
Von Oliver Köhler
Zehlendorf/Wandlitz (MOZ) Der Niederbarnimer Wasser- und Abwasserzweckverband (NWA) plant für das laufende Jahr Investitionen in Millionenhöhe. Ein Schwerpunkt ist der Ausbau des Schmutzwassernetzes in der Siedlung Stolzenfels.
Gerade einmal zwei Dutzend Häuser reihen sich entlang des Stolzenhagener Sees in Richtung Wandlitz. Bislang müssen die Anwohner