Vandalismus
: 5000 Euro Schaden an Schanzen in Bad Freienwalde durch Freizeit-Rodler

Nach Zerstörungen an den Schanzen und Verbalattacken gibt es im Wintersportverein Bad Freienwalde neue Überlegungen.
Von
Steffen Göttmann
Bad Freienwalde
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  • Freizeit-Rodler verursachen 5000 Euro Schaden an Schanzen in Bad Freienwalde.
  • Matten zerstört, Graffiti geschmiert – Wintersportverein plant, Gelände einzuzäunen.
  • Vereinschef erhielt Beleidigungen, Besucher ignorierten Verbotsschilder.
  • Vorschlag: Familienhang und Schutzmaßnahmen gegen Schäden von Rodlern.
  • Stadt könnte Wintersportverein mit Beschneiung und Werbung unterstützen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

  • Stefan Wiedmann, Trainer des Wintersportvereins Bad Freienwalde, mit einem der Schilder, die an den Skisprungschanzen aufgehängt werden.

    Stefan Wiedmann, Trainer des Wintersportvereins Bad Freienwalde, mit einem der Schilder, die an den Skisprungschanzen aufgehängt werden.

    Steffen Göttmann
  • Vandalismus: Durch Freizeitrodler zerstörte Matten an der 60-Meter-Schanze in Bad Freienwalde.

    Vandalismus: Durch Freizeitrodler zerstörte Matten an der 60-Meter-Schanze in Bad Freienwalde.

    Wintersportverein Bad Freienwalde
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Strahlender Sonnenschein, knirschender Schnee und Minusgrade knapp unter Null lockten Freizeitsportler am Wochenende auf die Piste. Deshalb suchten am Sonntag zahlreiche Besucher aus Nah und Fern die Schanzen im Bad Freienwalder Papengrund auf, um Wintersport zu treiben und mit ihren Kindern Schlitten zu fahren.

Die Anlage selbst ist für Freizeitsportler tabu, der Gegenhang zur Schanze ist extra dafür frei gegeben. Doch dort spielten sich unschöne Szenen ab. Der Schnee war dermaßen hart, sodass die Rodler in Fahrt kamen, vor den Schanzen aber nicht haltmachten. Sie schoben den Schnee unter die Matten, knickten die Borsten nach oben oder zerschnitten sie mit Stahlkuven.

Verbale Attacken gegen Vereinschef

Als Dieter Bosse, Vorsitzender des Wintersportvereins (WSV) 1923 Bad Freienwalde, die Besucher am Sonntag auf den Schaden hinweisen wollte, habe er eine Kanonade von Schimpfworten über sich ergehen lassen müssen. „Wir habe es aufgegeben, die Meute war zu groß“, sagte Stefan Wiedmann, hauptberuflicher Trainer des WSV, am Mittwoch resigniert.

„Man kriegt bis 80 km/h drauf, das kann gefährlich werden“, fügte er hinzu. Ärgerlicher sei der Schaden. Zwei Reihen, das sind 40 bis 50 Matten, müssten möglicherweise ersetzt werden. Hauptsächlich beschädigt sei die an der 60-Meter-Schanze. Gefährlich sei das auch für die jungen Springer, die nach ihrem Sprung unten im Auslauf noch mal über den Wall springen müssten. „Wer Schlitten fährt, muss eben vor den Matten abbremsen“, so der Trainer, der zu dem verärgert ist, dass jemand eine Wand am Auslauf mit Graffiti beschmiert hat.

Wintersportverein schützt sich mit Zaun

„Jetzt wird es wohl doch dazu kommen, dass wir unser Gelände einzäunen“, so der Trainer. Dieter Bosse bestätigte diese Aussage und gab den Schaden mit rund 5000 Euro an. Der Verein habe jetzt die Baugenehmigung für den „Zauberteppich“, einen Lift für die Springer, bekommen. „Wenn der mithilfe von Fördermitteln gebaut wird, müssen wir sowieso einzäunen“, sagte Bosse. Der WSV habe das Gelände von der Stadt gepachtet, die komplette Anlage gehöre dem Verein. Der Besucherandrang sei am Sonntag immens gewesen. Der gesamte Parkplatz an der B 158 sei zugestellt gewesen, viele kamen aus der Region bis Strausberg und Berlin. Die meisten Gäste hätten sich an die Regeln gehalten, einige benahmen sich daneben, was auch den Anwohnern der Schanze nicht verborgen blieb. „Es gab sogar welche, die die geschlossenen Tore ignorierten, von der Seite auf unser Gelände drangen und auf die 40-Meter-Schanze stiegen“, berichtete der Vereinsvorsitzende. Einen Bauzaun aufstellen oder Kette spannen, will er keineswegs. „Da ist die Unfallgefahr zu groß“, sagte Bosse.

Kurstädter wünscht sich besseres Miteinander

Ein besseres Miteinander mit dem Wintersportverein wünscht sich indes Daniel Marzini aus Bad Freienwalde. Er war mit seinen Kindern am Sonnabend auf dem Gegenhang rodeln und sei von einem WSV-Mitglied unfreundlich und grundlos auf die Beschädigung hingewiesen worden. „Wir haben nichts beschädigt und weit vor den Matten den Schlitten gestoppt“, versicherte er. Die rund 20 Erwachsenen und ihre Kinder hätten sich alle ordentlich verhalten. Der Kurstädter distanziert sich deutlich von Menschen, die mutwillig etwas beschädigen oder gar Graffiti schmieren. Marzini schlägt vor, die Matten mit einem Fleece vor den Rodlern zu schützen. Vielleicht könnte die Stadt den WSV sogar unterstützen, damit er mit seiner Schneekanone den Hang beschneit. Denn die Möglichkeit, dort Schlitten zu fahren, sei eine Attraktion, mit der die Stadt mehr werben müsste.

Familienhang neben Schanzen

Bei Dieter Bosse rennt er mit dem Vorschlag offene Türen ein. „Wir wären dazu bereit“, sagte dieser. Langfristig wäre es sinnvoll, einen Familienhang links neben der Stahltreppe anzulegen, auf der Besucher und Sportler von unten nach oben oder umgekehrt steigen.