Schanze in Bad Freienwalde
: Ski-Sprungschanze bekommt Anbau – Aufstieg wird leichter

Schwere Betonplatten hat ein Kran am Turm der größten Ski-Sprung-Schanze in Bad Freienwalde hochgehievt. Der Deutsche Skiverband (DSV) hatte zuvor Modernisierungen gefordert. Was dort gebaut wird.
Von
Steffen Göttmann
Bad Freienwalde
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Anbau: An der 66-Meter-Schanze in Bad Freienwalde werden Betonplatten hochgehievt.

Bernhard Franz
  • 66-Meter-Schanze in Bad Freienwalde erhält Anbau mit Fahrstuhl – Aufstieg wird barrierefrei.
  • Deutscher Skiverband forderte Modernisierung für größere Wettbewerbe.
  • Lift soll Nachwuchsspringern und Besuchern den Zugang erleichtern, 175.000 Euro investiert.
  • Förderband für 1.200 Personen pro Stunde wurde bereits 2021 installiert.
  • Projekt steigert touristischen Wert, auch Rollstuhlfahrer können künftig den Ausblick genießen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Schwere Betonplatten sind in den vergangenen Tagen am Sprungturm der 66-Meter-Schanze in Bad Freienwalde mithilfe eines Kranwagens hochgehoben worden. Das Bauwerk erhält zur Berliner Straße hin einen Anbau. Der Wintersportverein (WSV) 1923 Bad Freienwalde investiert in seine Anlage und in den Tourismus der Kurstadt.

Wer den Turm hinaufsteigen will, braucht bald nicht mehr die 100 Stufen zu bewältigen. Der Wintersportverein baut einen Fahrstuhl an den Turm.

„Wir sind mit dem Schacht heute fertig geworden und haben ihn mit einem Deckel versehen“, berichtete WSV-Vorsitzender Dieter Bosse am 2. Februar. Jetzt fehle noch das Innenleben wie die Kabine und die gesamte Antriebstechnik, die aber schon fertig eingelagert seien.

Auflage des DSV für größere Wettbewerbe

Der Fahrstuhl war eine Auflage des Deutschen Skiverbandes (DSV), um in Bad Freienwalde größere Wettbewerbe veranstalten zu können. Die Nachwuchsspringer kommen schneller auf den Turm, sodass sie innerhalb kürzerer Zeit mehr Sprünge absolviert können.

Für die Kinder, die ihre komplette Ausrüstung nach oben schleppen müssen, ist der Aufstieg sehr kräftezehrend. Sie brauchen oben mehr Zeit, um wieder Kräfte für den Sprung zu sammeln, sagte Bosse bei der symbolischen Grundsteinlegung des Fahrstuhls am 3. April 2022.

Skisprung-Legende Helmut Recknagel kam zum ersten Spatenstich

Daran nahmen Kristy Augustin, CDU-Landtagsabgeordnete aus Letschin und stellvertretende Vorsitzende des Kreissportbundes MOL, Skisprung-Legende Helmut Recknagel und Reinhard Kampmann teil. Das damalige Vorstandsmitglied der Sparkasse MOL genießt inzwischen seinen Ruhestand.

175.000 Euro investiert der WSV in den Lift. Unterstützung bekam der Verein vor allem vom Land, von der Stadt, von der Sparkasse und von mehreren Firmen. Einen Eigenanteil bringt der Verein selber auf. Das Geld von der Stadt sei in den 91.000 Euro enthalten, die dem WSV 2021 für Aufstiegshilfen^zugebilligt worden war. Der Fahrstuhl sei auch touristisch ein Gewinn, weil künftig sogar Rollstuhlfahrer den Blick vom Schanzenturm genießen könnten, sagte Bosse.

Aufstiegskonzept fast abgeschlossen

Der Fahrstuhl ist der zweiten Teil des Aufstiegskonzepts des Wintersportvereins. Bereits im November 2021 war ein begehbares Förderband aus beweglichen Kunststoffgliedern für Nachwuchssportler und Besucher gebaut worden. Es befördere die Springer und Besucher mit einer Geschwindigkeit von 0,1 bis 0,7 Meter pro Sekunde nach oben. Pro Stunde können 1200 Menschen transportiert werden.