Großer Andrang herrschte am Montagnachmittag im Landiner Gemeinderaum. Mehr als 30 Einwohner nutzten die Bürgersprechstunde des ehrenamtlichen Bürgermeisters, um ihre Fragen zur Zukunft der Gemeinde zu stellen und ihrem Mitspracherecht Nachdruck zu verleihen. „Die Bürger entscheiden“, sagte Wolfgang Säger.
Doch vorher wolle sich die Gemeindevertretung Informationen zu den Optionen einholen. Nachdem sowohl das Weiterbestehen des Amtes Oder-Welse als auch eine Einheitsgemeinde mit Pinnow nach dem geplanten Wechsel von Passow und Berkholz-Meyenburg nicht infrage kommen, bleiben drei Wege für Mark Landin: die Eingemeindung nach Angermünde oder Schwedt oder aber die Mitverwaltung durch Angermünde oder Schwedt. Da Schwedt eher die Eingemeindung wolle, bliebe Angermünde.
Während nach bisherigen Beobachtungen die Schönermarker und Grünower eher nach Angermünde tendieren, mehren sich die Stimmen der Landiner, die einen Anschluss an Schwedt wollen. Schon, weil die Oderstadt finanzkräftiger ist und eine größere Hoffnung bestehe, auch Projekte in Landin umzusetzen. Beim Frühschoppen der Landiner Kraacken am Sonntag habe es dazu viel Zustimmung gegeben, berichtete die Ortsvorsteherin Verena Siewert. Vor allem aber sei sie von vielen Einwohnern bestürmt worden, die unzufrieden sind, dass nichts passiert.  Passow und Berkholz-Meyenburg würden dagegen schon über konkrete Dinge reden war ein Einwurf aus dem Publikum.

Entscheidungshilfe durch Bürger

Die Gemeinde muss die Bürger fragen, wofür sie sind, meinte eine Einwohnerin. „Vielleicht hilft das der Gemeindevertretung, eine Entscheidung zu treffen.“ Das wollen die Abgeordneten auch, versicherte Verena Siewert. Auch bei den Gemeindevertretern wachse der Unmut, weil sie seit der Corona-Pause keine Auskunft geben können. Bevor man der Bevölkerung etwas sagen kann, müsse man Informationen haben, zum Beispiel wie hoch die Steuern werden und für welchen Zeitraum sie gelten, erklärte der Bürgermeister. Ihm warfen Landiner vor, unbedingt nach Angermünde zu wollen. „Die Gemeindevertreter sind nicht berechtigt, persönliche Befindlichkeiten entscheiden zu lassen“, sagte die Ortsvorsteherin.
Es kamen zudem Fragen nach dem Mitspracherecht, wenn man nach Schwedt ginge und was eigentlich Mitverwaltung bedeutet. Und was passiert, wenn sich die drei Ortsteile nicht einig sind, wohin sie gehen möchten. Das Innenministerium sieht nur eine Lösung für die gesamte Gemeinde. Die Landiner wollen sich und die anderen Ortsteile aber nicht zwingen lassen, dorthin zu gehen, wohin andere wollen. „Auseinanderreißen Mark Landins geht nicht“, so Wolfgang Säger.“ Vor Jahren habe man sie zusammengeschmissen, wieso kann man sie nicht auch wieder trennen, wurde gefragt. Zur Not würdet man einen entsprechenden Versuch nach einer Eingemeindung unternehmen, so die Überlegung.

Notfalls Treff im Freien

Es sei das Recht der Bürger, sich an bestimmten Sachen in Form einer Einwohnerversammlung zu beteiligen“, erklärte ein Landiner. „Die Gemeindevertretung muss hören, was die Bürger wollen, wenn die bestehenden Strukturen nicht bleiben. Deshalb wollen sie jetzt eine Einwohnerversammlung für die gesamte Gemeinde Mark Landin und eine zweite, nachdem Verhandlungen aufgenommen wurden.
Die erste forderten die mehr als 30 anwesenden Bewohner Landins am Montag noch in den nächsten vier Wochen, damit die Meinung der Leute auf dem Papier steht. Von den Corona-Regeln will man sich nicht mehr ausbremsen lassen. Zur Not wollen die Vereine Zelte aufstellen. Vor einer Abstimmung könnten Vertreter aus Angermünde und Schwedt die Möglichkeit bekommen, zu sprechen, ihre Angebote zu machen und Fragen zu beantworten. Innerhalb von 14 Tagen soll der Bürgermeister den Termin bekannt machen.