Rebellische Girls und starke Heldinnen, daraus werden Gute-Nacht-Geschichten für Mädchen gemacht, die im Sommercamp für aufregende Träume sorgen. 30 junge Rebellinen besetzen die Angermünder Altstadthalle und erleben hier eine aufregende Ferienwoche im Sommercamp der Uckermärkischen Musik- und Kunstschule Angermünde. Es steht in diesem Jahr unter dem Motto: „Tanztheater – Good Night Stories for Rebel Girls“. Worum es geht?

Tanzlehrerin Christina Greßmann sucht weibliche Heldinnen

Ein Mädchen liegt im Bett und möchte sich von seiner Mutter eine Gute-Nacht-Geschichte mit einer Heldin vorlesen lassen. Leider gibt der Bücherschrank diesbezüglich nichts her. Die tapferen Helden gibt es nur in männlicher Variante. Doch plötzlich entdeckt die Mutter ein Buch, das einhundert reale Heldinnen beschreibt. So beginnt die Geschichte des Tanztheaters unter der Leitung von Christina Greßmann, Tanzlehrerin an der Uckermärkischen Musik- und Kunstschule „Friedrich Wilhelm von Redern“, die das Buch „Good Night Storys for Rebel Girls“ (Gute-Nacht-Geschichten für rebellische Mädchen) als Grundlage für das neue Projekt nahm. Kinder tanzen die Geschichten.

Gipfelstürmer in Röcken

In jede Szene werden nun mutige, kluge, sportliche und kreative Frauen vorgestellt, die etwas Besonders geleistet haben und dadurch Berühmtheit erlangten. „Es gibt absolut tolle Frauen, die ins All und über den Atlantik geflogen sind. Sie haben die Welt umsegelt und die höchsten Gipfel in Röcken bestiegen, über die müssen wir viel öfter sprechen, um Mädchen Mut zu machen, dass sie Heldinnen ihres eigenen Lebens sein können“, sagt die Tanzpädagogin und dreifache Mutter. Das Camp ist für alle Kinder kostenlos und wurde über Bundesmittel im Projekt „Kultur macht stark – MusikLeben2“ gefördert sowie vom Verband der Musikschulen als Dachverband unterstützt.

Unterstützung von One Billion Rising und dem VCA

Allein stemmtt Christina Greßmann ihr Projekt nicht. Neben der Initiative „One Billion Rising“ Angermünde und dem Volleyball-Club VCA als logistische Partner fehlte Christina Greßmann die musikalische und darstellende Unterstützung. Diese fand sie in ihrem ehemaligen Kollegen, dem Musikpädagogen, Musiker und Komponisten Marco Flöther, und der Angermünder Schriftstellerin Kena Hüsers. Für alle ist das Projekt von Anfang eine Herzensaufgabe.

Angermünde

Begeistert sind auch die Mädchen im Alter von 6 bis 16 Jahren bei der Sache, die die Woche gemeinsam in der Altstadthalle verbringen und sich gegenseitig unterstützen.

Übernachtung im Camp ist wegen Corona nicht möglich

Eine von ihnen ist Maite Rudick. Die Achtjährige ist leidenschaftliche Fußballspielerin und spielt in der Jungenmannschaft, weil es noch keine Mädchenmannschaft gibt. Sie will Profi-Fußballerin werden. Ihre Freundin Leni Retzlaff (8) tanzt und singt sehr gerne und freut sich, dass „Tina“, wie die Kinder die Leiterin Christina Greßmaann liebevoll nennen, mit ihnen nicht nur prrobt, sondern auch mal „Hexe steh“ und andere Spiele spielt. Amalia Bella Martha Drenske (8) tanzt gern in ihren Blinkeschuhen. Da sie während der Schule keine Zeit für den Tanzkurs in der Musikschule hat, nutzt sie die Ferien, um ihrer Leidenschaft nachzugehen. Frida Nicole Koepernick (9) ist froh, dass das Tanzcamp ohne Übernachtung ist. Die musste wegen der Pandemie ausfallen. Sie findet es aber toll, dass nur Mädchen am Sommercamp teilnehmen.

Öffentliche Aufführung am 13. August 2021

Zu den Geschichten denken sich die Kinder mit ihren Betreuern gemeinsam Spiel- und Tanzszenen aus und dürfen dabei auch ihrer eigenen Phantasie freien Lauf lassen.
Höhepunkt der Woche ist schließlich die Generalprobe mit einer Videoaufnahme. Da zeigt sich, ob alles sitzt. Jetzt üben die Kinder bis zur öffentlichen Aufführung zu Hause beziehungsweise die Mädchen des Tanzkurse auch in der Musikschule.
Am 13. August 2021, zur langen Einkaufsnacht in der Angermünder Altstadt, führen die Tanzmädchen um 18.30 Uhr ihre rebellischen Geschichten auf der Bühne an der Heiliggeistkapelle auf.