Modellregion für weniger CO2

Das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin startet nun im Rahmen seines Klimaschutzprojektes ZENAPA (Zero Emission Nature Protection Areas) eine Kampag­ne, Solarenergie raus aus der Landschaft aufs Dach zu bringen. Unter dem Motto "Kohle sparen mit Sonnenschein" soll in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale Brandenburg eine Informationsinitiative für Bürger angeboten werden. Kohle sparen ist dabei durchaus doppeldeutig gemeint: die Einsparung von fossiler Braunkohle und die Einsparung von Kosten.
"Unser Anliegen ist natürlich auch, gerade in einer Modellregion eines Biosphärenreservates die Energiewende zu fördern und aktiv etwas für den Klimaschutz durch Verringerung des CO2-Ausstoßes zu tun", sagt Frieder Mundt. Er ist Klimamanager des Biosphärenreservates und hier verantwortlich für das ZENAPA-Projekt. Das ist eine bundesweite Kampagne, für das zwölf Nationale Großschutzgebiete in Deutschland als Modellregionen ausgewählt wurden. In Brandenburg ist das neben dem Biosphärenreservat auch der Naturpark Barnim. Koordiniert und wissenschaftlich begleitet wird das Projekt vom Institut für angewandtes Stoffmanagement der Hochschule Trier. Gefördert wird es aus dem EU-Programm für Umwelt, Naturschutz und Klimapolitik "LIFE".
"ZENAPA hat zum Ziel, Kommunen, Unternehmen und Bürger zu informieren und zu beraten, um ganz konkrete klimafreundliche Konzepte, Initiativen und investive Maßnahmen anzustoßen", erklärt Frieder Mundt. Das reicht von der energiesparenden LED-Straßenbeleuchtung über E-Mobilität und Nutzung von Wasserstoff im öffentlichen Nahverkehr, Energiesparmaßnahmen in privaten Haushalten bis zu von fossilen Brennstoffen unabhängigen Energiedörfern.

Kampagnen zum Klimaschutz

"Wir haben viele Kampagnen ini­tiiert, wollen zum Beispiel den Fahrradverkehr stärker fördern und beispielsweise an unserem Hauptinformationszentrum Blumberger Mühle in Angermünde einen Verleih mit Reparaturservice und Ladestation für E-Bikes einrichten. Ähnliches ist auch in Joachimsthal angedacht. Wir wollen Gastronomen gewinnen und unterstützen, die Ladestationen für E-Bikes einrichten. Wir beraten auch Landwirte zu PV-Anlagen auf Stall- und Scheunendächern und entwickeln gemeinsam mit der Stadt Templin Quartierskonzepte zur energetischen Stadtsanierung, was wir auch anderen Kommunen anbieten", erklärt Frieder Mundt.
Der Ausbau der Solarenergie als Alternative zu Kohle und Erdgas ist eine Richtung, die jedoch in der Naturlandschaft des Biosphärenreservates mit Augenmaß betrieben werden müsse, betont Frieder Mundt. "Wir wollen die Freiflächenversiegelung durch Photovoltaikanlagen in unserem Schutzgebiet stoppen und stattdessen Solaranlagen aufs Dach bringen."

Online-Seminar für Bürger

Dafür war eine große öffentliche Informationsveranstaltung geplant, um Bürger für die private Nutzung von Solarenergie zu interessieren und sie unabhängig und objektiv über technische Möglichkeiten, Kosten, Förderung, steuerliche Aspekte, für wen lohnt sich diese Investition überhaupt und alle Fragen, die damit zusammenhängen, zu informieren.  Die musste wegen der Corona-Pandemie ausfallen. Stattdessen wird nun ein Online-Seminar mit Experten für alle interessierten Bürger angeboten. 2021 soll es dann eine öffentliche Veranstaltung zum Thema geben.

Unabhängige Online-Beratung


Das Online-Seminar findet am 22. September von 19 bis 20 Uhr statt. Wer sich anmeldet, erhält einen Link, über den er sich einloggen kann und von Experten viele Informationen rund um Photovoltaikanlagen auf dem Dach erhält und auch konkrete Fragen stellen kann. Die Beratung ist kostenlos, unabhängig und objektiv. Es geht unter anderem um Fragen: Für wen lohnt sich eine Solaranlage? Was ist bei der Planung zu beachten? Welche Förderungen und steuerlichen Vorteile gibt es? Welche Möglichkeiten haben Mieter?

Anmeldung: Simon.Hoffmann@LfU.Brandenburg oder direkt unter www.zenapa.ei/kohlesparen. dw