Die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) arbeitet mit mehreren Kooperationspartnern an einer Forschungsinitiative mit dem programmatischen Titel "regio 4.0", das im Rahmen des Programms "WIR - Wandel durch Innovation in der Region" vom Bundesforschungsministerium gefördert wird.
Soziale Logistik im Test
"Ziel ist es, unzureichende Infrastrukturen, dünne Bevölkerungsdichte und weite Wege in ländlichen Regionen wie der Uckermark durch neue Ideen für Mobilität, Transporte und Vermarktung auszugleichen und regionale Wirtschaftskreisläufe zu stärken", erklärt Professor Alexander Conrad von der HNEE. Die Hochschule und ihre Partner wollen die Grundlagen für eine neue soziale Logistik in der Uckermark legen und ein regionales Transportnetzwerk aufbauen.
Für viele kleine Produzenten sind eigene Vermarktung und weite Transportwege ein Problem, weil es zusätzlich Zeit, Arbeitskraft und Geld bindet. Viele Transporter fahren voll beladen zum Ziel und leer zurück. Warum kann man also nicht Kapazitäten bündeln, sich für gleiche Tour-Routen zusammenschließen? Mit dem Kombibus der UVG wurde ein solches Projekt bereits erfolgreich gestartet.
In der aktuellen Corona-Krise zeige sich, dass gerade jetzt viele regionale Produzenten in ihren Handlungsspielräumen stark begrenzt sind, auf Lieferdienste ausweichen müssen und direkter Austausch schwierig ist.  Das ist ein guter Zeitpunkt, in der Praxis auszuprobieren, wie soziale Logistik funktionieren könnte.
Ein buntes Ei dient als "Testballon" und soll durch die OsterGruß-Aktion solche Transportketten beispielhaft demonstrieren. Das Ei macht sich auf die Reise durch die Uckermark. Gestartet wird dabei in Zolchow bei Ucker-Ei. Dort werden 500 Eier mit dem Kombibus der UVG in Transportkisten von Q-Regio nach Prenzlau gebracht, in der Behindertenwerkstatt gefärbt, in einen anderen Linienbus der UVG umgeladen, der schließlich die Eierkisten auf seiner Tour mit nach Angermünde nimmt.
Hier empfängt Bäckermeister Klaus Schreiber die Ucker-Eier und verteilt sie samt Flyer in seinen Geschäften und mobilen Verkaufswagen mit dem Brot und Brötchen an die Kunden.  Ein besonderer Oster-Gruß, der dieses Projekt bekannt machen und testen will.
Ein bisschen größer denken
Für Klaus Schreiber sind solche regionalen Initiativen über das reine Backen hinaus nicht neu. "Wir bieten jetzt schon über unseren Online-Shop Bestellungen von zu Hause an und können auch Waren und Pakete anderer regionaler Anbieter auf unseren Liefertouren mitnehmen. Die moderne digitale Technik ermöglicht es heute, schnell zu reagieren und Touren abzustimmen, damit nicht drei verschiedene Transporter zur selben Zeit ins selbe Dorf fahren müssen und der Produzent nicht wegen drei, vier Warenkisten 100 Kilometer durch die Uckermark düsen muss", zeigt sich Klaus Schreiber offen für neue Lösungen. "Man muss heute ein bisschen größer denken."
Mit dem Osterguß wird nun der Versuch gestartet, die soziale Logistik Uckermark ins Laufen, beziehungsweise Fahren zu bringen. "Nur wenn man es in der Praxis testet, kann man sehen, ob es funktioniert und was verbessert werden muss", betont auch HNE-Dozent Jan Lindenberg. "Das Ei ist für uns angewandte Forschung."

Was ist ein UckerGruß?


Das Pilotprojekt UckerGruß ist Teil der Forschungsinitiative "region 4.0", die im Programm "WIR! – Wandel durch Innovation in der Region" des Bundesforschungsministeriums gefördert wird. Mit der Eier-Aktion zu Ostern wollen Wissenschaftler und Studenten der HNE mit lokalen Partnern einen ersten Beispiel-Pfad für neue Transportangebote ausprobieren.

Partner sind die Uckermärkische Verkehrsgesellschaft, das Investor Center Uckermark, Q-Regio, die Angermünder Bäckerei Schreiber, Ucker-Ei Zolchow und die Märkische Oderzeitung als Medienpartner. Weitere Partner werden gesucht.

Kontakt und Informationen: HNE-Projektbüro "soziale Logistik", Gabriele Gruchmann, Telefon: 0151 551 552 35, E-Mail: ggruchmann@hnee.de, www.region4.0.de. dw