Nur noch zwei Wochen bis Heiligabend. Die meisten Familien haben die Weihnachtsgeschenke, die ihre Lieben am 24. Dezember unter den Christbaum auspacken werden, sicherlich schon besorgt. Vor allem die Kinderaugen werden strahlen. Nicht alle können jedoch das Fest zu Hause verbringen. Robert Kohn hat schon so manches Kind an Feiertagen getröstet.

Weg zurück ins Leben ist lang und anstrengend

Der 35-jährige Physiotherapeut stammt aus Angermünde und arbeitet im Helios Klinikum Berlin-Buch in den Bereichen Kinderonkologie, Kinderrheumatologie sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie. Der Vater einer elf Monate alten, gesunden Tochter hilft unter anderem krebskranken Kindern nach Operationen wieder zurück ins Leben, was in 80 Prozent der Fälle gelingt, wie er erzählt. Doch der Weg dahin ist oft lang und für die Familien mit viel Zeit, Kosten und Kummer verbunden.
Durch seinen Beruf hatte der Angermünder, der viele Jahre beim AFC Fußball spielte und sich als Jugendlicher auch um den Nachwuchs kümmerte, den Verein Kolibri kennengelernt und engagiert sich hier. Der Verein, der immer mehr auch deutschlandweit agiert, hilft, die Bedingungen für an Krebs erkrankte Kinder und Jugendliche zu verbessern und deren Familien zu betreuen und zu fördern. Er erfüllt das ganze Jahr über Wünsche, zum Beispiel mit Laptops, die den Kindern das Kommunizieren mit Familie und Freunden erleichtern und so auch die Therapie unterstützen.

60 Wunschzettel

Die meisten seiner jungen Patienten, die zwischen sieben Monate und 18 Jahre alt sind, kommen aus Berlin/Brandenburg, auch aus der Uckermark. Viele Mädchen und Jungen müssen während der Festtage im Krankenhaus bleiben. Wegen der Corona-Pandemie sind Besuche eingeschränkt. „Auch die große Weihnachtsfeier mit Büfett und Weihnachtsbaum, mit kultureller Umrahmung, mit Geschwistern und Großeltern fällt diesmal aus“, berichtet Robert Kohn. Deshalb wollten wir jedem Kind, das in stationärer oder tagesstationärer Behandlung ist, einen Herzenswunsch erfüllen.“ 60 Kinder und Jugendliche haben einen Wunschzettel geschrieben. „Wir können nichts versprechen, aber haben viele Partner und Freundeskreise, die uns unterstützen“, so der Ex-Angermünder. Dazu gehören neben Hertha BSC, der allein zehn Wünsche übernimmt, auch der Angermünder FC, Firmen der Region und Privatpersonen.

Geldspenden von großen und kleinen Firmen

Viele alte Freunde von Robert Kohn sind auf den Verein Kolibri und seine Weihnachtsaktion aufmerksam geworden. „Und nicht nur große Unternehmen helfen uns“, sagt er. „In einigen Firmen, wo diesmal das Weihnachtsessen in einer Gaststätte ausfällt, haben die Leute zusammengelegt und das Geld gespendet.“
Start der Aktion war bereits im Oktober. Der am häufigsten geäußerte Wunsch war eine Nintendo-Switch-Konsole. „Wir haben viele Kinder, die lange im Bett liegen müssen“, berichtet Robert Kohn. Deshalb stehen auch Bücher wie „Harry Potter“ auf der Liste. Die kleineren Patienten wünschen sich Trecker, mit denen sie umherfahren können.

20 Geschenke noch offen

Bis Ende voriger Woche waren 40 Wünsche bereits erfüllt und die ersten zehn Geschenke wurden übergeben, und zwar mit einer Parade festlich geschmückter Feuerwehr- und Polizeiautos vor der Klinik. Auch zwei aktive Fußballer von Hertha waren als Maskottchen Herthinho verkleidet dabei. Die Kinder konnten unter anderem ein Fahrrad, Keyboards und ein elektrisches Polizeiauto auspacken. Für die restlichen 20 Wünsche hoffen Robert Kohn und seine Vereinskollegen, noch Spender zu finden. So fehlen ein E-Scooter, Lego- und Playmobil-Spielzeuge. Auch jeder kleine Geldbetrag hilft, Herzenswünsche wahr werden zu lassen. „Wir machen in jedem Fall Übergabefotos, um zu belegen, was mit dem Geld passiert, und stellen Spendenquittungen aus“, versichert der Physiotherapeut.

Benefizturnier geplant

In diesem Jahr war übrigens ein großes Benefizturnier mit Sportlern und bekannten Künstlern geplant, bei denen sich Unternehmen präsentieren können und der Erlös an krebskranke Kinder geht. Das musste wegen Corona verschoben werden. Sobald es möglich ist, soll es nachgeholt werden. „Der Angermünder Fußballclub stellt dafür seine Anlage zur Verfügung. Die Verbindung zur alten Heimat ist geblieben“, freut sich das einstige AFC-Gewächs.

Informationen und Kontakt: E-Mail: landgraf@kolibrihilft.de, Tel. 0177 2768717