Die scharfe Schere wartete nur darauf, das rote Band zum neuen Coworking Space am Wiesenburger Bahnhof zu durchschneiden. Fünf neue Computerarbeitsplätze wurden ihrer Bestimmung übergeben. Hier können nun Menschen aus nah und fern in aller Ruhe arbeiten, sich austauschen und in den Pausen verschiedene Aktivitäten genießen. Und günstig gelegen ist die neue Räumlichkeit allemal. Aussteigen aus dem Zug und schon ist man am Arbeitsplatz.

Am Bahnhof sollen das neue Kodorf und ein Gästehaus entstehen

„Dieser Raum ist nur ein kleines Puzzlestück eines großen Ganzen“, sagt Wiesenburgs Bürgermeister Marco Beckendorf in seinen Begrüßungsworten. Immerhin sollen am Bahnhof das neue Kodorf und ein Gästehaus entstehen. Bereits etabliert hat sich der Countrygolf. Der Güterschuppen steht als Veranstaltungsort zur Verfügung. Ziel ist es, Arbeitsplätze wieder zurück in die Region zu holen. Bei Nachfragen in den Ortsteilen hat sich ergeben, dass doch mehr Menschen im Homeoffice arbeiten, als zu vermuten war. Aber eben in ihren eigenen vier Wänden, wo die Ablenkung von der Arbeit vorprogrammiert ist. Am Bahnhof könnten sie sich für ein ruhiges Arbeiten einmieten. Und es besteht durchaus die Möglichkeit, auch in den Ortsteilen solche Arbeitsplätze einzurichten, so Beckendorf.

Ehemaliges Büro der Bahnhofsgenossenschaft neben dem Bistro umgebaut

Der Raum neben dem Bistro im Bahnhofsgebäude war das ehemalige Büro der Bahnhofsgenossenschaft. Es wurde kaum genutzt. Durch das Projekt Heim[at]office von Neuland21 entstand gemeinsam mit der Gemeinde Wiesenburg/Mark die Idee, diesen Raum für mobiles Arbeiten fit zu machen. Denn mobiles Arbeiten auf dem Lande ist das Hauptthema des durch den europäischen Sozialfond und das Land Brandenburg geförderten Projektes. Ein Aspekt dabei ist es, Coworking-Strukturen zu entwickeln und das in Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Belzig, der Gemeinde Wiesenburg/Mark und dem Coconat in Klein Glien.

Modernste Büroeinrichtung im 22 Quadratmeter großen Raum

Der Raum ist nicht sehr groß, nur 22 Quadratmeter, aber fünf Arbeitsplätze konnten geschaffen werden. Die Tische sind höhenverstellbar, die Bürostühle ergonomisch. Zusätzlich gibt es einen Drucker und natürlich WLAN. Ein bisschen „Nervennahrung“ wie Kaffee, Tee und Süßes ist inklusive. Robin Weber vom Countrygolf hilft beim Betreiben des Raumes. „Wir sind dankbar für die Hilfe“, sagt Anna Momburg von Neuland21. Dadurch sind aber im Moment die Öffnungszeiten an die des Bistros gebunden.

Schnuppermonat und Festpreise ab September für potenzielle Mieter

Ab September gibt es einen kostenlosen Schnuppermonat. Danach gibt es eine Preisliste. Interessierte können sich täglich einmieten für acht Euro, eine 10er Karte für 70 Euro erwerben oder sich gleich für eine Mitgliedschaft entscheiden, die monatlich 50 Euro kostet. Nicht nur für Privatpersonen ist der Coworking Space geeignet. Selbstverständlich kann auch der Landkreis Potsdam-Mittelmark diese Arbeitsplätze nutzen.
Feierlich wurde auch der Name des Coworking Space bekannt gegeben. Dazu hatte es im Vorfeld eine öffentliche Abstimmung gegeben. Wiesenburgs Ortsvorsteher Norbert Hesse durfte den Namen aus einem Umschlag ziehen. Die meisten hatten sich, passend zum Ort, für Gleis21 entschieden.

Zertifizierung der Arbeitsplätze ist der nächste Schritt

Einzig die Zertifizierung der Arbeitsplätze fehlt. Dann bräuchten Arbeitnehmer keine extra Erlaubnis ihres Arbeitgebers, um den Raum zu nutzen. Darum werden sich alle Beteiligten nun bemühen. Marco Beckendorf hofft, dass man mit Auslaufen des Smart City Projektes 2027 messbar sagen kann, wie viele Arbeitsplätze durch diese und andere Aktionen wieder zurück geholt werden konnten.