Für neuerlichen Besatz haben jetzt die 100 Bachforellen gesorgt, die im vergangenen Januar im Teich des Lütters Herbert Grüneberg ausgesetzt und aufgepäppelt wurden. Im Herbst wurden sie abgefischt. 50 so genannte Rogener, weibliche Bachforellen die Rogen getragen haben und 30 geschlechtsreife männliche Fische wurden damals abgefischt. Sie verbrachten die vergangenen Wochen im Bruthaus am Springbach, wo sie die nächste Bachforellengeneration begründeten.
Kürzlich brachten Baaske und der Dippmannsdorfer Detlef Brüning diese Forellen zurück und setzten sie wieder in Grünebergs Gartenteich ein. Damit sie sich über den Sommer gut erholen und auch im kommenden Jahr für Fischnachwuchs sorgen können.
Dem vom Lütter Bach gespeisten Gartenteich von Herbert Grüneberg wurde von den Angelfreunden bei der Gelegenheit abermals bescheinigt, dass er den Fischen hervorragende Lebensbedingungen bietet. "Es war schon sehr beeindruckend, die Forellen im Teich beobachten zu können", so Grüneberg rückblickend.
Damit den Fischen kein Unheil geschieht, sie nicht dem unbändigen Appetit von Mink, Fischotter & Co anheim fallen, hatte er bereits im vergangenen Jahr den Teich vor dem Haus vor Angriffen jeder Art gesichert. Neben einem Elektrozaun und einer Vergitterung am Bacheinlauf wurde ein Vogelschutznetz gespannt, damit Angreifer aus der Luft und vom Lande her keine Chance haben. Die Kosten für die Sicherungsmaßnahmen übernahm der Landesanglerverband Brandenburg (LAV).
"Das hier ist beinah unser letzter Versuch, die Bachforellen zu retten", ergänzt Baaske mit Blick auf den dramatischen Rückgang der Art im Hohen Fläming. Derweil setzt Detlef Brüning nach und nach die Forellen in den Teich ein.
Baaske erzählt, dass die Bachforelle seit dem 16. Jahrhundert in den Flachlandbächen der Region heimisch ist. Für den ersten Fischbesatz sorgte der Kurfürst. Bereits zu der DDR-Zeit litten die Bestände massiv - unter Umwelteinflüssen. Weshalb schon vor mehr als fünf Jahrzehnten engagierte Naturfreunde zusammentraten, um die Art zu erhalten.
Damals wurde am Gesundbrunnen in Schwanebeck ein Bruthaus gebaut und erfolgreich die Aufzucht von Forellen betrieben. Der Fischnachwuchs wurde bis nach Mecklenburg geliefert.
In den 1980er Jahren wurde das Bruthaus in Schwanebeck aufgegeben und in Nähe der Springbachmühle ein neues gebaut. An die Erfolge konnte angeknüpft und mit den Fischen aus der Zucht konnten die Bestände erhalten werden. An die hoffnungsvollen Nachwendejahre, durch den Bau von Klärwerken hatte sich die Wasserqualität in den Flämingbächen deutlich verbessert, schloss jedoch die bittere Erkenntnis an, dass allein saubere Gewässer nicht ausreichen, um die Art zu erhalten. Heute sind Mink, Fischotter & Co für den dramatischen Rückgang der Bachforellen im Hohen Fläming verantwortlich. Sie scheren sich nicht darum, dass die Bachforelle gesetzlich geschützt ist und weder geangelt, noch gefischt werden darf.