„Modefrühling“: Sogar Anfassen ist erlaubt
Das Glas Sekt vorab gehört zum „Modefrühling“ ebenso dazu wie ein paar Takte Musik, diesmal gespielt von Lisa Mazanke am Klavier. Ursprünglich hatte die Zwölfjährige aus Gabow nur für die Abschlussfeier ihrer sechsten Klasse üben wollen. Als Augenoptikermeister Ralf Dahlke davon erfuhr, war die besondere Generalprobe schon so gut wie perfekt. Während Lisa mit Filmmusik aus „Die fabelhafte Welt der Amélie“ oder Beethovens „Für Elise“ auf die Präsentationen der fünf beteiligten Gewerbetreibenden einstimmte, waren am Stand des Mode–Expresses aus Eberswalde unter anderem bereits Shirts, Pullover und Jacken begutachtet worden.
Ingrid Stoye beriet dort gern, doch die Erläuterungen der Kollektion überließ sie diesmal Corinna Dräger, ihrer Nachfolgerin als Ladeninhaberin. Diese hatte ebenfalls sichtlich an den Wortwechseln mit Ralf Dahlke und als Neuerung eine Auswahl an Taschen in sommerlichen Farben dabei. Vor allem freute sie sich aber über Manja Luzi als Model. Die 38–Jährige aus Lichterfelde hatte erst vor zwei Wochen bei einer Modenschau von Corinna Dräger in Eberswalde mitgemacht und danach auch für den „Modefrühling“ in Bad Freienwalde zugesagt.
Goldschmiedin Antje Kannewurf ließ unter anderem Uhren aus der neuen Kollektion von Rolf Cremer und Schmuck von Manuela Carl zeigen. „Die Kundinnen in Bad Freienwalde sind mutiger als in Eberswalde, auch die Älteren“, berichtete sie in der Pause und kam dabei auch darauf zu sprechen, dass an Trends alles wiederkommt, was schon einmal da war.
Am auffallendsten hatte dies zuvor Friseurmeister Uwe Steinicke deutlich gemacht, der im Afrolook der 1970er–Jahre und entsprechender Perücke auf die Bühne gekommen war. Erlaubt sei, was gefällt, sagte er und bedauerte, dass Männer mit langen Haaren oder auch Vokuhila (vorne kurz, hinten lang) in der Region rar seien. So fehlte ihm hier nun ein Model. Statt Vollbart sei jetzt zudem Oberlippenbärtchen angesagt, bat er um Einflussnahme der Frauen, die beim „Modefrühling“ bisher meist unter sich bleiben.
Wobei Mitbegründer Ralf Dahlke mal durchzählen müsste, um die wievielte Auflage es sich genau handelt. Selbst Frauen, die meinten von Beginn an dabei zu sein, waren sich nicht sicher, ob sie nun zum siebten oder achten Mal gekommen waren. „Wir sind das vierte Jahr hier“, wusste dagegen Petra Blank von der Firma Bauerfeind ganz genau. Sie unterstützte jetzt erneut Maren Drazkowski–Tischmann mit ihrem Team aus dem medifit–Sanitätshaus. Sie stellten die neuen Farben bei Kompressionsstrümpfen vor und holten auch Mandy Dahlke auf die Bühne. „Ich bin total begeistert“, erklärte die Geschäftsfrau. „Ich habe abends keine schweren Füße mehr.“
Kurz darauf stand sie wieder an dem großen Tisch mit etwa 500 Brillengestellen verschiedener Marken, um passende für die Models auszuwählen beziehungsweise später auch wieder auf Fragen von Besucherinnen einzugehen.

