Angriff in Bad Freienwalde: Verdächtiger soll Kontakt zu rechtsextremer Szene haben

Nach dem Überfall auf die Kundgebung in Bad Freienwalde am 15. Juni sicherte ein Großaufgebot von Polizisten die Veranstaltung ab.
Christoph Soeder/dpa- Überfall auf Kundgebung "Bad Freienwalde ist bunt" am 15. Juni, Zeugen gesucht.
- Verdächtiger mit rechtsextremer Verbindung identifiziert, aber Beweislast dünn.
- Polizei ermittelt, verdächtiger Mann aus Märkisch-Oderland.
- Nationale Revolutionäre Jugend aktiv in Region, aber bisher nicht straffällig.
- Zeugen sollen sich bei der Polizei melden: 03341-3300 oder polbb.eu/hinweis.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Dezernat Staatsschutz der Polizei hat eine Ermittlergruppe zur Aufklärung des Angriffs auf die Veranstaltung „Bad Freienwalde ist bunt“ am Sonntag (15. Juni) gebildet. Dort sollen maskierte Unbekannte kurz vor Start der Kundgebung auf Teilnehmer eingeschlagen haben. Mehrere Personen wurden verletzt.
Bei der intensiven Zeugenbefragung im Nachgang der Veranstaltung habe ein Zeuge erklärt, dass er einen der Maskierten aus der Gruppe erkannt haben will, hieß es aus Kreisen des Staatsschutzes. Allerdings habe dieser Zeuge auf Nachfrage erklärt, dass er die Person, die er an der Augenpartie erkannt haben will, einen jungen Mann aus Märkisch-Oderland, eigentlich nur aus dem Internet kenne – eine dünne Beweislast. Der Name des jungen Mannes wird in sozialen Medien bereits in antifaschistischen Kreisen öffentlich gehandelt. Nach Angaben linker Portale soll er bereits in der Vergangenheit mit rechtsextrem motivierten Straftaten aufgefallen sein.
Nach Überfall in Bad Freienwalde werden Zeugen gesucht
Der Leiter der Ermittlungsgruppe erklärte auf Nachfrage, dass die genannte Person, der Heranwachsende aus Märkisch-Oderland, bei der weiteren Ermittlung zwar eine Rolle spiele. Ebenso dessen Verbindung zur rechtsextremen Kleinpartei III. Weg.
Allerdings seien in der Bad Freienwalder Region eher Vertreter der ebenso rechtsextremen Nationalen Revolutionären Jugend (NRJ) aktiv, der Jugendorganisation des III. Weges. Sie verteilen vor allem in Berlin Flyer und Aufkleber und waren bislang nicht mit anderen Straftaten auffällig geworden, wie es aus Kreisen des Staatsschutzes hieß. Der Staatsschutz bittet weiter dringend Zeugen um Aussagen, um weitere Hinweise zu bekommen.
Der rbb meldete indes am Dienstagvormittag (17. Juni), dass die Polizei einen ersten Tatverdächtigen ermittelt habe– eben jenen jungen Mann aus Märkisch-Oderland, der dem III. Weg nahestehen soll. Der gebührenfinanzierte Sender berief sich dabei auf „mehrere antifaschistische Initiativen“. Die Pressestelle der Polizeidirektion Ost sowie die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) wollten sich auf Anfrage dieses Medienhauses nicht zu dem Sachverhalt äußern und auch nicht bestätigen, dass der junge Mann tatverdächtig ist – „aus ermittlungstaktischen Gründen“, wie es von Seiten der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) hieß.
Zeugen, die das Geschehen beobachtet haben und insbesondere Aussagen zu den unbekannten Tätern und möglicherweise von ihnen genutzten Fahrzeugen machen können, sollen sich unter der Telefonnummer 03341-3300 an die örtlich zuständige Polizeiinspektion Märkisch-Oderland wenden oder relevante Informationen über die Internetwache der Brandenburger Polizei mitteilen.
