['Apotheker'
: Apotheker dreht Pillen wie Fontane

Theodor Fontane als Apotheker. Grundschüler lernen, wie man Pillen drehte.
Von
Steffen Göttmann
Bad Freienwalde
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Apotheke früher : Apotheker Alexander Hesse  zeigt Drittklässlern der Fontane-Grundschule und Lehrerin Anke Zachow wie Apotheker zu Zeiten  Fontanes Pillen gedreht haben.

Steffen Göttmann

„Pillendreher“ lässt sich der Bad Freienwalder Apotheker Alexander Hesse nur ungern bezeichnen, weil er keine Pillen mehr dreht. Ganz anders stellte sich der Beruf zu Zeiten von Theodor Fontane dar. Schüler der dritten Klasse des Grundschule „Theodor Fontane“ hatten anlässlich der Projektwoche zum 200. Geburtstag des Dichterfürsten eine besondere Schulstunde bei Alexander Hesse in der Apotheke „Am Schlosspark“ in Bad Freienwalde. Denn Fontane stieg zunächst in die Fußstapfen seines Vaters Louis Henri Fontane und wurde Apotheker.

„Die Wirkstoffe wurden damals in eine Masse aus Glycerin, Hefe–Extrakt und Wasser hineingedreht“, erläuterte der Apotheker den Kindern. Die Masse wurde wie eine lange Nudel gedreht, und mit Hilfe eines besonderen Scheidbrettes in gleich große Klümpchen geteilt. Das Apotheker–Werkzeug bekam Alexander Hesse aus der Sammlung seines Vaters, der ebenfalls Apotheker war. Das Gerät, um die Pillen abzurunden, habe ihm Peter Stegemann, einstiger Betreiber der Brunnen–Apotheke geliehen. Die Kinder erkannten, wie aufwendig die Arbeit war. „Dies konnten sich nicht alle leisten“, so der Apotheker. Eine Krankenversicherung gab es noch nicht.

Pillendrehen gehört heute nicht mehr zur Arbeit eines Apothekers. Er gebe nur noch Medikamente heraus. Lediglich Salben und Tees werden noch gelegentlich im Labor einer Apotheke erstellt. Darüber hinaus gab Alexander Hesse den Kindern einen kleinen Einblick in die Kräuterkunde. Schließlich erläuterte er ihnen die Funktionsweise einer Balkenwaage. Sie durften die Gewichte mit Bonbons aufwiegen. Dabei sollten die Waagschalen auf einen Niveau stehen. Dies erwies sich als gar nicht so einfach, weil die Bonbons unterschiedlich wogen.

„Ich wusste gar nicht, dass Apotheker früher Pillen drehten“, sagte Nathan. „Und ich bin erstaunt, dass es in einer Apotheke so viele Fächer gibt“, wunderte sich Amelie im Angesicht eines Apothekerschrankes.