Ausstellung in Bad Freienwalde: Musiker wird zu Maler und gestaltet Klänge neu

Klassische Musik als Bild: Peter Krebs, Profimusiker und Maler aus Bad Freienwalde, bereitet erstmals eine Ausstellung in Schloss Freienwalde vor.
Steffen Göttmann- Ausstellung „Klang der Farben“ eröffnet am 2. Mai 2026 um 15 Uhr im Schloss Freienwalde.
- Peter Krebs zeigt 35 abstrakte Bilder, viele aus den vergangenen sechs bis sieben Jahren.
- Der frühere Profimusiker überträgt Hörerlebnisse in farbige, kleinteilige Strukturen.
- Werke wie „Die Fuge“ und „Harmonielehre“ beziehen sich auf Reger und John Adams.
- Mindestens 100 Stunden pro großem Bild – Malprozess mit Schichtungen und feinen Mustern.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die farbigen Bilder von Peter Krebs aus Bad Freienwalde erinnern mit ihrer Kleinteiligkeit zunächst an Wimmelbilder. Auf den zweiten Blick sind es abstrakte Werke ohne gegenständlichen Bezug. Krebs gestaltet Farbflächen, die er schichtweise übereinanderlegt, verpasst ihnen Strukturen, zum Beispiel mit gezähnten Farbspachteln, und malt die entstandenen Farbstreifen kleinteilig aus.
Das Malen eines Bildes sei für ihn ein Prozess, sagt Krebs, der am 2. Mai 2026 eine Ausstellung in Schloss Freienwalde eröffnet. 35 Bilder aus den Jahren 2001 bis 2026, die meisten davon aus den vergangenen sechs bis sieben Jahren, werden dort zu sehen sein.
Warum sich Peter Krebs der abstrakten Malerei zuwandte
„Alle meine Bilder sind reine Fantasieprodukte. Ich imitiere keinen Stil, ich benutze keine Vorlagen, ich kopiere nichts“, unterstreicht der Künstler. Nach Jahren der Suche und des Experimentierens wandte er sich der abstrakten Malerei zu. „Die abstrakteste aller Künste, die Musik, war jahrzehntelang meine Hauptbeschäftigung und mein Beruf“, begründet Peter Krebs. Es habe Jahre gedauert, bis er seine Formsprache und Farben gefunden habe, um seine „musikalischen Hörerlebnisse optisch zu gestalten“.

Schloss Bad Freienwalde: In der Beletage wird am 2. Mai 2026 um 15 Uhr die Ausstellung „Klang der Farben“ eröffnet.
Patrick Pleul/dpaMusik bestehe aus tausenden Tönen, aus komplizierten Strukturen und Techniken, ihre visuelle Umsetzung finde sich in seinen kleinteiligen Arbeiten, erläutert Peter Krebs beim Aufbau der Ausstellung im Schloss Freienwalde und ergänzt: „So kann man Bilder mit vielen Punkten über waagerechten und senkrechten Linien finden, die entfernt an Notenschrift und Partituren erinnern.“ In anderen Arbeiten kommunizierten große Mengen von kleinen Figuren und Gebilden, Klecksen und Strichen miteinander und verschmelzen zu einer größeren Einheit. Einige Arbeiten haben einen direkten musikalischen Bezug, wie das Bild ‚Die Fuge‘ zu den Mozartvariationen von Max Reger. In dieser Fuge von Reger begeisterten ihn die Klangfarben. In seiner Arbeit wählte Krebs für die Fuge ein kleines Rechteck, das er in seiner Form und Farbgebung immer wieder verändert. Das Bild „Harmonielehre“ entstand durch den Eindruck des gleichnamigen Stücks des amerikanischen Komponisten John Adams.
Mindestens 100 Arbeitsstunden für ein Bild
Mindestens 100 Arbeitsstunden benötige er für ein großes Bild, die sich auf ein halbes Jahr erstrecken können, sagt Krebs. Gemalt habe er schon als Kind. Sein Steckenpferd war aber von Anfang an die Musik. Krebs wurde 1949 in Dresden geboren und nahm als Achtjähriger erstmals Violinunterricht. 1960 besuchte er die Kinderklasse der Musikhochschule in Dresden und erwarb 1965 als 16-Jähriger einen Abschluss der Spezialschule für Musik in Dresden.
Danach begann sein Auslandsstudium in Moskau, zunächst an der Spezialschule für die Musik des Tschaikowski-Konservatoriums und anschließend am Tschaikowski-Konservatorium bei Leonid Kogan. Von 1974 bis 1984 war er Dozent an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar. Nach einem dreijährigen Berufsverbot wegen eines Ausreiseantrages aus der DDR, zog er in die Bundesrepublik und wurde 1988 Stimmführer am Nationaltheaterorchester in Mannheim. Diese Tätigkeit übte er bis zu seiner Pensionierung 2014 aus.
Künstler wohnt seit 2016 in Bad Freienwalde
Schon 1995 beschäftigte sich Peter Krebs intensiv mit Malerei und nahm von 2006 bis 2009 ein Privatstudium bei Elke Wassmann vom Heidelberger Malerkreis auf. Es folgten Gemeinschafts- und Einzelausstellungen in Mannheim, Niederliebersbach im Odenwald und Weimar. 2016 zog er mit seiner Frau Elke nach Bad Freienwalde. Die Wahl fiel auf die Kurstadt, weil Elke Krebs aus dem Oderbruch stammt. Seitdem hatte er Ausstellungen in Cöthen sowie mit den Mädewitzer Holzkünstlern Sabine und Peter Rossa im Kunstspeicher Fredersdorf.
„Klang der Farben“ ist der Titel der Ausstellung, die Peter Krebs am 2. Mai um 15 Uhr mit Unterstützung der Michael-Linckersdorff-Stiftung im Schloss Freienwalde eröffnet.

