Bei einem Treffen im Büro von Stefan Zierke legte Werbelow dem Infrastrukturminister des Landes Brandenburg Guido Beermann (CDU) ein Arbeitspapier mit Fakten vor, die für die Reaktivierung sprechen. Darin führt sie unter anderem die gestiegene Zahl der Berufspendler aus dem Landkreis Märkisch-Oderland nach Berlin an. Diese seien seit dem Jahr 2012 von 30 942 auf 34 703 im Jahr 2017 gestiegen  Der komplette S-Bahn-Bereich von Strausberg bis Berlin sei von den Verkehrsmitteln der Pendler zugeparkt, was besonders in den Wohngebieten für bei den Anwohnern Unmut sorge.
Wachsende Einwohnerzahlen
Auch die Zahl der Einwohner im Landkreis wachse seit einigen Jahren wieder stetig an, besonders junge Familien zögen immer mehr aus Berlin in den ländlichen Raum. Einerseits, um ihren Kindern eine gesunde Umgebung zu bieten, andererseits, weil die Mieten und Immobilienpreise in MOL noch deutlich erschwinglicher seien, als in Berlin.
Ein weiterer Punkt, auf den Jutta Werbelow in ihrem Arbeitspapier verweist, ist die touristische Entwicklung des Oderbruchs. Dieser könne einen Schub erleben, wenn etwa Tagestouristen in Berlin mit ihrem Fahrrad in den Zug steigen und in Wriezen wieder aussteigen könnten, um das Oderbruch mit dem Drahtesel zu erkunden.
Die in diesem Zusammenhang immer wieder angesprochene Bahnstrecke zwischen Berlin und Eberswalde stellt in Werbelows Augen keine wirkliche Alternative dar. Für Pendler seien die Fahrzeiten viel zu lang, um diese als Alternative in Betracht zu ziehen, Touristen, die von Berlin nach Eberswalde fahren, blieben dann auch im Barnim, anstatt weiter mit dem Zug von Eberswalde nach Wriezen zu fahren, ist die Kreistagsabgeordnete überzeugt.
"Wenn wir eine sinnvolle und dauerhafte Lösung haben wollen, sollten wir die Zugstrecke zwischen Wriezen und Werneuchen wieder aktivieren, Sinn und Nutzen liegen auf der Hand", erklärt Jutta Werbelow in ihrem Arbeitspapier. Guido Beermann habe ihr denn auch zugesagt, im Rahmen der Landesverkehrsplanung ein Gutachten in Auftrag zu geben, um die von ihr angeführten Punkte zu prüfen. "Damit ist der erste und wichtigste Schritt für die Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Wriezen und Werneuchen getan", zieht Werbelow eine positive Bilanz des Gesprächs. Sie werde die weitere Entwicklung natürlich im Auge behalten.