Berliner Straße: Baufirma beantragt Vollsperrung

Bei der Arbeit: Die Bauarbeiter auf der Berliner Straße, die aktuell damit beschäftigt sind, ein Betonrohr im Boden zu verlegen, müssen derzeit Rücksicht auf die Autofahrer nehmen.
Conradin WalenciakDie Bauarbeiten auf der Berliner Straße in Bad Freienwalde sind im vollen Gange. Immer wieder müssen die Bauarbeiter ihre Arbeiten aber einstellen, weil sie vom Verkehr — der nur wenige Meter neben ihnen vorbeifährt – behindert werden. Damit soll nun zeitnah Schluss sein.
„Wir haben ab der Kreuzung August–Bebel–Straße/Maltzanstraße eine Vollsperrung beantragt“, erklärt Polier Gerd Kleinow. Diese soll den Arbeitern während ihrer Arbeitszeit den nötigen Freiraum geben. „Wir werden durch die Autofahrer einfach zu sehr eingeschränkt. Der Pendler– und Grenzverkehr macht uns zu schaffen.“ Kommende Woche hofft Kleinow auf eine Entscheidung. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass unser Antrag bewilligt wird.“
Demnach sollen zukünftig nur noch Anwohner und Rettungskräfte die Baustelle passieren können — so wie es eigentlich schon von Beginn an vorgesehen war. „Aber an die Beschilderung hält sich niemand“, so Kleinow. Selbst die Beschriftung „Gesperrt für Fahrzeuge aller Art“ halte die Autofahrer nicht ab. Abhilfe schaffen soll deshalb nun eine Schranke, die die Bauarbeiter nach Feierabend wieder wegräumen. „Wir lassen dann wirklich nur noch die durch, die ein Recht darauf haben“, so Kleinow weiter.
Durch den ständigen Verkehr hätten sich die Arbeiten inzwischen auch etwas verzögert. „Wir hinken unserem Plan nicht großartig hinterher. Aber die Frist bis Dezember 2019 einzuhalten, wird schwierig“, so Kleinow. Schuld daran seien aber eben die Autofahrer, die mitunter in hohem Tempo die Baustelle passieren würden. Selbst Lkw´fahren immer wieder an der Baustelle vorbei. „Irgendwann ist es dann auch einfach eine Frage der Arbeitssicherheit“, sagt Kleinow. „Unser Arbeitsbereich wird einfach immer wieder eingeschränkt. Es dauert alles länger.“
Auch die Bauarbeiter sind mit dem aktuellen Zustand unzufrieden. „Erst gerade wollte sich der Bagger drehen und musste dann anhalten, weil ein Auto vorbeigefahren ist“, sagt einer der Arbeiter. Schwierig werde es auch, wenn Autos direkt hinter den Baustellenfahrzeugen fahren. „Sie schränken unseren Aktionsradius erheblich ein“, bestätigt der Arbeiter. Auf der Berliner Straße sei man aber weit davon entfernt, zu sagen, dass alles schlecht sei, ergänzt Gerd Kleinow.
Mit den Bauarbeiten an sich ist der Polier nämlich sehr zufrieden. „Hier lässt sich im Grunde sehr gut Bauen, wir kommen den Umständen entsprechend gut voran.“ Aktuell arbeite die Baufirma an der Verlegung eines Betonrohrs, das über eine Strecke von 900 Metern in die Erde muss. „450 Meter haben wir davon schon geschafft, allein in diesem Jahr waren es bereits 150 Meter.“ Ab März könnten die acht Arbeiter auf der Baustelle deshalb schon an einigen Stellen mit dem Straßenbau beginnen.
Selbst dann, ist sich Kleinow sicher, werde das Thema Verkehr die Arbeiter weiter beschäftigen. „Ich glaube nicht, dass es irgendwann eine richtige Lösung geben wird. Das Thema wird uns bis zum Ende auf Trapp halten.“ Eine Ampel sei indes keine umsetzbare Möglichkeit. „Dafür ist die Baustelle einfach zu lang“, erklärt der Polier. Durch die Grün– beziehungsweise Rotphasen würden sich auf beiden Seiten die Autos stauen. „Das einfachste wäre, wenn sich einfach alle Autofahrer an die Sperrung halten und die angegebenen Umfahrungen nutzen.“ Einen großen Zeitverlust müssten sie seiner Auffassung nach dadurch nicht in Kauf nehmen, sagt Kleinow. „Bereit dazu, sind allerdings die Wenigsten.“
