Bibliothek: Fontane jetzt Thema des Monats
Bad Freienwalde. Theodor Fontane, dessen 200. Geburtstag in diesem Jahr mit zahlreichen Veranstaltungen begangen wird, ist jetzt Thema des Monats in der Stadt- und Kreisbibliothek „Hans Keilson“ in Bad Freienwalde. Sie hat in der Gartenstraße 4 ihren Sitz.
Marie Spiegelberg strahlt. Mama Silke hat an diesem Vormittag gerade eine eigene Bibliocard für die Achtjährige beantragt. „Das hat sie sich zum Geburtstag gewünscht. Bisher haben wir Bücher gemeinsam ausgeliehen, aber sie wollte jetzt eine eigene Karte wie ihr großer Bruder.“ Dahinter legt eine Frau Zeitschriften, die sie ausleihen möchte, auf den Tisch am Empfang, eine andere will einen der drei PC-Arbeitsplätze nutzen und auch etwas ausdrucken.
Letzteres gehört wie die Internetnutzung für Erwachsene zu den kostenpflichtigen Serviceleistungen, zu denen auch die Ausleihe von E-Book-Readern, Stiften für tiptoi-Bücher und die Fernleihe zählen. Die Gebühr für die ein Jahr gültige Bibliocard liegt bei 1,50 Euro für Kinder und 2,50 Euro für Erwachsene. Bücher und Zeitschriften werden kostenlos verliehen, alle anderen Medien gegen einen Obolus, der nach Altersklassen gestaffelt ist, berichtet Dolores Swiderek. Sie leitet die Einrichtung gemeinsam mit Karola Kollath.
Nur das MOZ-Exemplar bleibe generell im Haus. „Es kann hier gelesen werden und das wird auch gut angenommen“, sagt Karola Kollath, die mittlerweile seit 41 Jahren in der Bibliothek tätig ist. „Da weiß man, was die Leser wollen“, fügt sie lachend hinzu.
Über eine Stadtbücherei verfügt die Kurstadt bereits seit 1904, seit 1954 ist der jeweilige Landkreis mit im Boot. Die Zusammenarbeit mit den Bibliotheken sei heute aber eine andere, erläutert Karola Kollath. Auf den noch vorhandenen Kreisergänzungsbestand greifen demnach nur wenige kommunale Bibliotheken zurück. Das liege vor allem daran, dass es inzwischen seit fast vier Jahren die „Onleihe“ gibt und der Landkreis nur noch die Anschaffung von E-Medien unterstützt. In diesem Verbund machen zwölf Bibliotheken mit. Mit Blick auf 14 hauptamtliche Einrichtungen mit vier Zweigstellen sowie sechs nebenamtlichen Bibliotheken in Märkisch-Oderland sei dies eine gute Beteiligung. Honoriert werde das Engagement in diesem Bereich auch durch die Nutzer, erklärt Karola Kollath und verweist auf 12 496 Entleihungen im vergangenen Jahr. 2017 seien es etwas mehr als 10 000 gewesen. Vor allem die Einrichtungen aus Wriezen und Falkenberg würden aber noch immer auch gern auf gedruckte Bücher zurückgreifen, die sie nicht selbst im Bestand haben.
Über Steigerungen freut sich ebenfalls Dolores Swiderek, die sich vor allem um den Teil der Stadtbibliothek kümmert. So seien im Vorjahr 7831 Besuche gezählt worden, 250 mehr als 2017. Zudem stehen 20 551 Entleihungen in der Statistik. Das seien 551 mehr. Die Zahlen stimmen die beiden Frauen durchaus zufrieden, obwohl die der Nutzer gesunken sei. So verweist Dolores Swiderek auf 780 Bibliocards im vergangenen Jahr, 38 weniger als 2017.
Ein Abbruch sei vor allem bei den Jugendlichen zu verzeichnen. „Bei den über 14-Jährigen kommen nur noch diejenigen, die wirklich gern lesen“, sagt Karola Kollath und weiß, dass die Räume der Bibliothek diese Altersgruppe auch weniger ansprechen. „Sie können sich hier nicht zurückziehen.“
Die jüngsten Leser dagegen ließen sich noch von einem großen Holz-Lkw und einem Schachbrett als Tisch begeistern. Mit den drei Grundschulen in der Stadt gebe es eine enge Zusammenarbeit. Dolores erinnert an den mehrfachen Einsatz digitaler Kinderbücher (Onilo) und auch die Märchentage im November, während Karola Kollath auch auf Autorenlesungen für Erwachsene unter anderem zum Herbstfest im Haus der Naturpflege hinweist.
Eine Kooperation gebe es zudem mit der DRK-Kita „Kunterbunt“, die sich in der Bibliothek demnächst mit dem Thema Fasching beschäftigen will. Und unter den fünf Vorlesepaten sei sogar ein Mann.
Öffnungszeiten: Dienstag, Donnerstag, Freitag 9 bis 18 Uhr sowie am ersten Sonnabend im Monat 9 bis 12 Uhr. Montag und Mittwoch geschlossen. Nächste Lesung am Mittwoch, 18 Uhr, mit Rainer Ehritt. Er liest dann aus seinem aktuellen Buch „Aus der Spur – Jenseits der Hoffnung. Tagebuch einer Depression“. Der Eintritt ist frei.

