Für die rauschende Silvester-Feier noch schnell nach Osinów Dolny in Polen zum Knaller-, Raketen- und Böller-Kauf? Das Kaufinteresse der Deutschen in Polen ist ungebrochen, bestätigt Astrid Pinz, Pressesprecherin des Hauptzollamtes Frankfurt (Oder), am Donnerstag in Hohenwutzen. Selbst im vergangenen Jahr, als noch das Böller-Verbot galt. Drei Tonnen illegales Feuerwerk hat der Zoll vergangenes Jahr sichergestellt.
Und auch in diesem Jahr: Die Schlange der nach Polen fahrenden und aus dem Nachbarland kommenden Fahrzeuge reißt so kurz vor Silvester nicht ab. „Wir finden das ganze Jahr Pyrotechnik, aber je näher der Jahreswechsel rückt, desto mehr finden wir natürlich“, so Pinz.

Neben Silvester-Raketen auch Knallpatronen entdeckt

Zum Beispiel bei einer Gruppe junger Männer: Die fünf stehen mit erhobenen Händen rund um den dunklen Kombi, mit dem sie im Nachbarland einkaufen waren. Denn: In dem Fahrzeug finden die Zoll-Beamten nicht nur Raketen und andere Feuerwerkskörper im Kofferraum.
„Wir haben auch Munition für Schreckschusspistolen gefunden“, berichtet einer der Beamten, die die Kontrolle durchführen. Zu viert sind die Beamten, mit schusssicheren Westen und Waffen ausgestattet. „Die Vermutung liegt nahe, dass sie auch eine Waffe dabei haben“, erklärt der Beamte die Sicherheitsmaßnahmen seiner Kollegen. Diese Sorge allerdings ist unbegründet.

Die Schreckschuss-Munition wurde in der Rücksitzlehne versteckt

In einem Fach in der Rücksitzlehne steckten die Knall-Patronen. Auch etliche mit Farbe sind darunter. Beides in nicht unerheblicher Menge. Auf die kommt es jedoch zunächst einmal gar nicht an, erklärt Astrid Pinz bei der Zollkontrolle in Hohenwutzen. Wohl aber auf die Kennzeichnung: wichtig sind das CE-Zulassungszeichen und die Kategorie.
F1-Feuerwerkskörper können ganzjährig von Personen über 12 Jahren eingeführt werden, F2-(Silvester-)Feuerwerke (unter anderem Raketen, Batterien und Knallkörper) von Personen ab 18 Jahren. Sogenannte P1-Pyrotechnik ist in Deutschland nicht zugelassen.

Die Zoll-Beamten stellen die Fundsachen sicher und dokumentieren sie

Darunter fällt auch die Munition für die Schreckschusspistole(n), die die jungen Männer in Osinów Dolny gekauft haben. Sie wird von den Zoll-Beamten beschlagnahmt und dokumentiert. „Auch die Personalien wurden sichergestellt und nun an die Straf- und Bußgeldstelle sowie an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet.“ Denn es droht ein Steuerstrafverfahren. „Je nach Tatbestand sind Geldbußen bis hin zu drei Jahren Freiheitsentzug möglich“, informiert Astrid Pinz.
Doch nicht nur für die mit „P1“ gekennzeichneten Waren – zumeist aus Polen, Tschechien oder China –, die auf den Märkten in Polen frei verkäuflich sind, sind empfindliche Strafen möglich.

CE-Kennzeichen für Käufer kaum überprüfbar

Auch für die Kategorien F3 und F4 bedarf es einer besonderen Erlaubnis. Gleiches gilt für Knallkörper und -batterien mit Blitzknallsatz, sogenannte Schwärmer und pyrotechnische Gegenstände mit Pfeifsatz. „Genau wie Raketen mit mehr als 20 Gramm Netto-Explosivstoffmasse“, warnt Astrid Pinz.
Darüber hinaus achten ihre Kollegen darauf, dass die sogenannten CE-Kennzeichen auf den Packungen echt sind. Etwas, dass ein Käufer allein kaum ausmachen kann. „Es sei denn, er gibt die Kennzeichen im Internet ein.“
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Auch deshalb empfiehlt die Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung Verbraucherinnen und Verbrauchern grundsätzlich, Feuerwerk für die Verwendung in Deutschland auch nur in Deutschland und nicht im europäischen Ausland zu kaufen, wie es auf der Internetseite heißt. Dort und unter www.zoll.de finden sich (Sicherheits-)Hinweise zum Kauf und Gebrauch von Silvesterfeuerwerk.
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