Das Jahr 2021 war auch in den Gemeinden des Amtes Barnim-Oderbruch von der Corona-Pandemie geprägt. Aber natürlich nicht nur. Was die Bürgerinnen und Bürger sonst noch bewegt hat, darüber sprach Nadja Voigt mit dem Amtsdirektor, Karsten Birkholz.

Herr Birkholz, welche Momente werden Ihnen in Bezug auf das Amt aus 2021 in Erinnerung bleiben?

Karsten Birkholz: 2020 und 2021 sind Jahre, die vielfach in Erinnerung bleiben werden. Für mich stellte sich zum Ende des Jahres 2021 die Frage, ob nun der Umgang mit der Corona-Situation zur Normalität wird, beziehungsweise wir versuchen, wieder ein normales Leben zu führen.

„Bürger des Jahres“ nur im kleinen Kreis geehrt

Hier habe ich konkret zwei Begebenheiten vor Augen, die ich mit dem Karneval in unserer Region verbinde. Zum einen war dies der Besuch, den mir Christian Kalies als Präsident des HSCC zum Aschermittwoch abstattete. Er kam allein, wir trugen Masken und die eigentlich zur Karnevalszeit immer tolle Stimmung wollte nicht so richtig aufkommen. Und ich erinnere mich an die Außenveranstaltung des HSCC am 11.11., als man dann anders als in den Vorjahren nicht in die Baracke einzog, sondern sich am Lagerfeuer wärmte.
In Erinnerung bleiben wird mir auch unsere Auszeichnungsveranstaltung für die „Bürger des Jahres“. Sie fand im kleinen Kreis statt und war verbunden mit der Bartoszewski-Ausstellung die letzte öffentliche Veranstaltung im alten Saal des Amtes. Dieser Saal wird ja nun schon seit drei Monaten vollständig umgebaut.

Amt und Gemeinde hatten sich viel vorgenommen

Vor welchen Herausforderungen standen das Amt und die Gemeinden im zu Ende gegangenen Jahr?

Unsere Gemeinden und unser Amt hatten sich viel vorgenommen. Die größten Herausforderungen bestehen aber offenbar mittlerweile gar nicht mehr so sehr darin, Projekte und deren Finanzierung zu überlegen. Vielmehr stoßen wir mittlerweile an unsere Grenzen, wenn es darum geht, geeignete Firmen so zu binden, dass die Arbeiten zeitnah umgesetzt werden. Es ist einerseits sehr schön, dass die Auftragsbücher unserer örtlichen Firmen gut gefüllt sind. Als Auftraggeber haben unsere Gemeinden und unser Amt aber dann auch das Problem, dass sich die Vorhaben von der Idee bis zur Fertigstellung über Jahre hinziehen.

Viele Themen wurden sehr emotional diskutiert

Was hat die Bürger und die Verwaltung aus Ihrer Sicht am meisten bewegt?

Vermutlich hat auch jeder sofort die großen politischen Themen vor Augen, zum Beispiel die Diskussionen um Impfungen, das Ergebnis der Bundestagswahlen oder ähnliches. Bezogen auf unseren Amtsbereich sind sicherlich noch die Erinnerungen wach, dass in gleich vier Gemeindevertretungen über das Thema Freiflächen-Photovoltaik gesprochen wurde. Auch der Breitband- und Mobilfunkausbau spielt immer wieder eine Rolle und wird mitunter emotional diskutiert.

Europabrücke soll 2022 fertig werden

Welche Aufgaben liegen vor den Mitgliedern der Gemeindevertretungen und des Amtsausschusses im neuen Jahr?

Aus gemeindlicher Sicht gibt es viele alte, aber auch neue Aufgaben zu bewältigen. Angefangene Vorhaben sind umzusetzen und zu Ende zu bringen. Hierzu zähle ich zum Beispiel den Brückenbau in Croustillier, die Fertigstellung der Bahnhofstraße in Altreetz und die Planungen für die Ortsdurchfahrt in Bliesdorf. An der Kita in Neulewin gibt es viel zu tun, für diverse Feuerwehrgebäude stehen Maßnahmen an und die Brücke von Neurüdnitz nach Siekierki soll nun endlich mal fertig werden.

Bewerbung um Landesgartenschau 2026

Spannend wird auch, wie die gemeinsame Bewerbung zur Ausrichtung der Landesgartenschau 2026 abschneidet. Falls der gemeinsame Verbund gewinnt, an dem unter anderem Kunersdorf teilnimmt, kommt ein großes Stück Arbeit auf die Gemeindevertreter in Bliesdorf und die Amtsverwaltung zu.

Was wünschen Sie den Bürgern der sechs Gemeinden zum neuen Jahr?

Zum Jahreswechsel hatten hoffentlich alle Zeit zum Entspannen. Angesichts des doch sehr stressigen Jahres 2021 war es sicherlich für viele sehr angenehm, zwischen Weihnachten und Neujahr etwas Ruhe vom alltäglichen Stress zu finden. Für das Jahr 2022 wiederum wünsche ich allen Gesundheit, Glück und Erfolg.