Zustimmung einer Mehrheit der Abgeordneten erhielt dabei auch ein Antrag von Detlef Malchow, Vorsitzender der Fraktion WV 2019, FDP, WG Inselgemeinden, noch in diesem Jahr Messungen zu Abgasemissionen entlang der Berliner Straße vorzunehmen. In einem Brief an die Stadtverordneten erläutert Malchow nun noch einmal die Argumente, die für diese Maßnahme sprechen. Diese sollen nach der Offenlegung im Entwurf des Bebauungsplanes in der künftigen Planung berücksichtigt werden, so Malchow.

Modelle für KReisverkehr bilden nicht Realität ab

"Vielleicht haben Sie nicht die Zeit gefunden, sich die Dokumente einmal gründlich durchzulesen, die uns zum Offenlegungsverfahren vorgelegt wurden. Ich habe mir die Mühe gemacht", so Malchow an die Stadtverordneten. Dabei sei er auf einige Überraschungen gestoßen, erklärt der Fraktionsvorsitzende. Für fragwürdig hält er die Vorgehensweise, die zu erwartende Menge an Schadstoffen zu errechnen. Außer einer Zahl basierten alle anderen auf "Rechnungen, Annahmen, Algorithmen, Prämissen, Formeln, Modellen und so weiter". Dabei werde davon ausgegangen, dass die Modelle und Annahmen mit der Wirklichkeit übereinstimmen.
"In Bezug auf die Hintergrundbelastung entsprechen alle Schadstoffemissionen in Bad Freienwalde denen im 24 Kilometer entfernten Hasenholz bei Buckow. Alle meteorologischen Daten zur Errechnung der Ausbreitungsrichtung und -stärke denen der 50 Kilometer entfernten Messstation des DWD in Manschnow – unabhängig von dem völlig unterschiedlichen Geländerelief", kritisiert Malchow die Wahl der Orte, die bei den Messungen zum Vergleich herangezogen wurden.

Berechnungen laut Malchow unzulässig

Diese Vergleiche hält Malchow für zweifelhaft. Etwa den des zu erwartenden Verkehrsaufkommens an der B158 mit dem im Landkreis Märkisch-Oderland oder den über die Zusammensetzung der Verkehrsflotte an der Ortsdurchfahrt Bad Freienwalde mit der in Gesamtdeutschland. Auch die Verwendung von Jahresdurchschnittswerten bei den Berechnungen seien nicht zulässig, besonders dann, wenn es regelmäßig signifikante Abweichungen von diesen Werten gebe, so der Mandatsträger der Wählervereinigung 2019. Als Beispiel dafür nennt Malchow den 15. Juni diesen Jahres, als es einen Rückstau des Verkehrs auf der B158 bis Leuenberg gegeben habe. Ob und wann die zulässigen Grenzwerte für Lärm und Schadstoffe überschritten werden, könne also nur durch Messungen vor Ort ermittelt werden, anstatt diese in Modellen zu berechnen.
Es stelle sich die Frage nach der Qualität der Prognosen, begründet Detlef Malchow, warum er den Antrag auf reale Messungen gestellt habe. "Die Fehlerquote von modellierten stündlichen Emissionsraten unter Einbeziehung der statistischen Unsicherheiten liegt  bei Stickoxiden bei 20,3 Prozent und bei Feinstaub bei 20,4 Prozent", zitiert Malchow aus einer Studie des Landesamtes für Ökologie in Niedersachsen aus dem Jahr 2004, um seine Argumentation zu untermauern.
Die Einschätzungen, die die Autoren des Bebauungsplans hinsichtlich des Lärmschutzes machen, hält Malchow für "schlampig und falsch". Im Bebauungsplan werde davon ausgegangen, dass die Lärmemissionen abnehmen werden, weil die Einwohnerzahl von Bad Freienwalde in den kommenden Jahren weiter schrumpfen werde. Tatsache sei jedoch, dass die Zahl der Einwohner inzwischen wieder steige. Außerdem nehme auch der Verkehr von Berlin nach Polen seit vielen Jahren zu, argumentiert Malchow für genaue Messungen.

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