Entwicklungshilfe
: Schüler helfen beim Hausbau in Indien

Strausberger Schüler leisten Entwicklungshilfe in Indien. Der Journalist Thomas Berger schildert ihre Arbeit im Offi.
Von
Steffen Göttmann
Bad Freienwalde
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Auf der Baustelle im indischen Dorf Narangamoola: Während sich im Vordergrund noch der Chef des indischen Partnervereins CTRD und der Bauleiter austauschen, nehmen im Hintergrund die Brandenburger Jugendlichen schon Aufgaben in Augenschein.

Thomas Berger

Thomas Berger ist als freier Journalist unter anderem für die Märkische Oderzeitung in Strausberg, aber auch im Raum Bad Freienwalde vielen Lesern bekannt. Fast 60 Gäste lernten den Eggersdorfer am Dienstagabend im Jugend–, Kultur–, Bildung– und Bürgerzentrum Offi in Bad Freienwalde von einer ganz anderen Seite kennen. Seit knapp 25 Jahren reist Thomas Berger nach Indien. Seit 20 Jahren besucht er mit Schülern den Subkontinent, um mit ihnen Land und Leute zu zeigen, aber auch mit ihnen zusammen praktische Entwicklungshilfe zu leisten.

Im Rahmen der Reihe „Welt im Offi“ berichtete er über seine aktuellste  Reise nach Indien im vergangenen Oktober, wobei ihn zehn Elft– und Zwölftklässler des Theodor–Fontane–Gymnasiums und des Oberstufenzentrums in Strausberg begleiteten. Thomas Berger organisiert die Exkursionen über den gemeinnützigen Verein Gesellschaft für solidarische Entwicklungszusammenarbeit (GSE), dessen Vorsitzender er ist. Dieser finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Er arbeitet eng mit einheimischen Vereinen und Hilfsorganisationen zusammen.

Ziel der Reise war das Dorf Narangamoola im südindischen Distrikt Nilgiris. Im Dorf leben 21 Familien eines indigenen Stammes in ganz einfachen Verhältnissen. Ihre Häuser bestehen aus Dächern aus Blättern und Reisig. Die Menschen leben auf dem Boden. Für Ältere und Kinder sei das besonders prekär. Problem sei, dass das Dorf kaum zugänglich sei. „Baumaterialien und Werkzeug können nur bis zu einer bestimmten Stelle transportiert werden, der Rest des Wegs kann nur zu Fuß zurückgelegt werden“, erläuterte Thomas Berger. Ein Foto zeigte Männer und Frauen aus dem Dorf, die Steine, je 20 Kilogramm wiegend, auf ihren Köpfen ins Dorf trugen. Da packten Thomas Berger und die Schüler mit an, um die Baumerialien ins Dorf zu tragen. Der indische Staat hätte dort auch gebaut. Doch auf eine Ausschreibung hin habe sich keine Firma gemeldet, die bereit war, diese Mühe auf sich zu nehmen.

Thomas Berger entführte das Publikum in ein exotisches Land, erzählte spannend und zeigte eindrucksvolle Fotos unter anderem von den Slums der westindischen Metropole Mumbai, besser bekannt als Bombay, wo unbeschreiblicher Reichtum und furchtbare Armut aufeinander prallen. 25 Millionen Menschen zählt diese Großstadt, wo die Gruppe nach dem Workcampteil der Reise noch Station machte.

„Uns hat es sehr gut gefallen“, freuten sich Dajana Schulick und Betreuerin Katrin Klinger vom Familienentlastenden Dienst (FED) der Stephanus–Stiftung. Sie ließen sich das indische Essen schmecken, das Mitarbeiter des Offi gekocht hatten und nach dem Vortrag servierten.(sg)