Erdgas
: Pipeline gräbt sich weiter vorwärts

Die Firma Gascade stellt für entstandene Mängel entlang der Eugal-Trasse Entschädigungen in Ausssicht
Von
Nadja Voigt
Altreetz/Wriezen
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  • Synchronisiert: Das Absenken der tonnenschweren Rohre, durch die später das Gas fließen soll, erfolgt wie hier auf der Eugal-Baustelle zwischen Altranft und Wriezen parallel.

    Synchronisiert: Das Absenken der tonnenschweren Rohre, durch die später das Gas fließen soll, erfolgt wie hier auf der Eugal-Baustelle zwischen Altranft und Wriezen parallel.

    Wolfgang Rakitin
  • Emsiges Treiben: die Bauarbeiten an der Eugal-Leitung.

    Emsiges Treiben: die Bauarbeiten an der Eugal-Leitung.

    Wolfgang Rakitin
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Die Bauarbeiten an der Europäischen Gasanbindungsleitung, kurz Eugal, schreiten voran. Allerdings nicht geräuschlos, denn es regt sich Bürgerprotest gegen die vielen Transportfahrten. Die nun durch eine Sperrung noch weitere Wege nehmen müssen. Dazu sprachmit George Wüstner von Gascade.

Herr Wüstner, wie weit sind denn die Arbeiten an der Eugal hier im Raum Bad Freienwalde und Wriezen inzwischen fortgeschritten?

Die Arbeiten kommen gut voran. Die Unterpressungen von der Bahn in Wriezen und der Landesstraße wurden erfolgreich abgeschlossen. Wir haben noch eine Sonderbaustelle, den Freienwalder Landgraben, wo wir den Fluss unterqueren werden. Dort werden wir einen Tunnel unter dem Gewässer bohren, in dem das Rohr später eingezogen wird. Zudem arbeiten wir im Oderbruch, wo wir auch die Alte Oder unterqueren. Wenn dieses Stück abgeschlossen ist, ist der erste Strang in dieser Region fertiggestellt.

Wie viele Kilometer sind inzwischen verschweißt, abgesenkt und/oder verfüllt?

Kurz zur Erklärung: Verschweißen bedeutet, dass die einzelnen Rohre zu einem langen Strang zusammengeschweißt werden. Das Absenken, dass das Rohr in den Graben in die Erde gelegt wird. Verfüllen wiederum heißt, dass der Graben, in dem die Pipeline liegt, wieder verfüllt und die Erde aufgetragen wird. Der Projektfortschritt in Brandenburg – die Leitungslänge im Abschnitt Brandenburg beträgt 272 Kilometer – stellt sich wie folgt dar: Verschweißt sind bei Strang 1 etwa 264 Kilometer; abgesenkt 243 Kilometer und verfüllt sind 231 Kilometer. Der generelle Gesamtfortschritt – bei einer Leitungslänge von insgesamt 480 Kilometer – sieht wie folgt aus: Verschweißt beim ersten Strang sind 469 Kilometer, abgesenkt 391 Kilometer und verfüllt 348 Kilometer.

Die Arbeiten an der Eugal-Leitung sind seit geraumer Zeit im Gange. Wie ist der genaue Stand der Planungen?

Die Bauarbeiten kommen gut voran, unser Projekt ist weiterhin im Zeitplan. Wir planen, den ersten Strang Ende 2019 fertigzustellen. Danach wird erstes Gas durch die Eugal fließen. Der zweite Strang soll Ende 2020 fertiggestellt werden. Danach wird die Leitung ihre volle Kapazität besitzen und bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas transportieren können – zum Vergleich: Deutschland verbraucht insgesamt pro Jahr etwa 85 Milliarden Kubikmeter Erdgas.

Wann werden die Arbeiten abgeschlossen sein?

Die Bauarbeiten für die Leitung in Brandenburg sollen Ende 2020 abgeschlossen sein. Danach wird es noch Rekultivierungsarbeiten geben.

Die vielen Rohrtransporte, zum Beispiel zwischen der Bundesstraße zwischen Wriezen und Bad Freienwalde und dem Lagerplatz in Neureetz, gehören somit der Vergangenheit an?

Wir haben die Situation dort auf dem Schirm – unser Plan ist, dass fast alle der dort lagernden Rohre bis Ende 2019 ausgefahren sind. Aus unserer Sicht ist es aber möglich, dass dort noch bis März 2020 einige Bauteile lagern.

Neben diesen Unannehmlichkeiten sind auch Schäden an Straßen entstanden. Wie wird das dann geregelt?

Bei Straßen, die durch unseren Bau beeinträchtigt wurden, stellen wir nach Abschluss der Bauarbeiten wieder ihren Ursprungszustand vor dem Bau her oder entschädigen die entstandenen Mängel.

Eugal

Die Eugal, die Europäische Gasanbindungsleitung, soll von Lubmin bei Greifswald an der Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern in südlicher Richtung bis nach Deutschneudorf in Sachsen und weiter nach Tschechien verlaufen. Sie hat eine Gesamtlänge von rund 480 Kilometern und wird in weiten Teilen parallel zur Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung (Opal) verlegt – durch die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und den Freistaat Sachsen. 2018 hat der Bau begonnen. Geplant ist, dass bis Ende 2019 der erste Leitungsstrang errichtet wird und anschließend in Betrieb geht.