Familienfeier: Weihnachten im Schloss Neuenhagen
„Während der Öffnungszeiten können die Leute hier herkommen und vor dem Jesulein ihre Wünsche äußern. Sie brauchen nichts zu trinken“, sagt Christina Bohin. Die Figur hat sie auf einem Markt in ihrer bayerischen Heimat erworben. Dass sie in diesem Jahr ein grünes Gewandt trägt, kommt nicht von ungefähr. „Die Farbe steht für Flora, Fauna und gute Energie“, sagt Christina Bohin. Denn gute Energie habe das alte Gemäuer aus dem Jahr 1560. „Unsere Gäste sagen alle, dass sie bei uns gut schlafen“, so Christina Bohin. Und dies obwohl das Haus nicht besonders abgelegen ist. Denn zwischen der B 158 und dem Schloss befindet nur die Neuenhagener Kirche.
Gebäudeteile auf 1520 datiert
Teile des Gemäuers sind sogar noch älter. Als die Kapelle mithilfe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz saniert worden sei, habe ein Fachmann Wände sogar auf 1520 datiert, sagt Andreas Unterberger. In der Keller sei vermutlich noch älter.
2011 haben Christina Bohin und Andreas Unterberger Schloss Neuenhagen von der Stadt Bad Freienwalde gekauft und Schritt für Schritt saniert. Von Anfang an wollten sie daraus einen Kunst- und Kulturbetrieb, verbunden mit Gastronomie, gestalten, um das Haus auch für die Neuenhagener offen zu halten.
Sie konzentrieren sich nun auf Hochzeiten, Familien- und Betriebsfeste mit maximal 40 Personen. „Wir haben allein drei Weihnachtsfeiern in dieser Woche“, so Christina Bohin, die in einem Gasthaus aufgewachsen ist. Entweder sie kocht selbst oder die Firmen mieten die Räume und bringen sich einen Caterer mit. Zur wichtigen wirtschaftliche Säule hat sich die Zimmervermietung entwickelt. Derzeit ist das Haus voll ausgebucht, weil Detlev Buck in der Region einen Film dreht. Das Produktionsteam übernachtet im Schloss. Zu den drei Zimmern und einer Suite gesellt sich demnächst noch eine weitere Suite. „Wir sind hier in der Freienwalder Straße 12 am Rand von Deutschland, haben aber die ganze Welt zu Gast“, sagt Andreas Unterberger. Über eine internationale Internetplattform kommen viele Gäste.
Weihnachten am Kamin
Jetzt wird es ruhiger. Über die Weihnachtsfeiertage bleibt das Haus geschlossen. Im Kaminzimmer im Erdgeschoss wird Weihnachten gefeiert. „Wir haben das Privileg in einem Schloss zu feiern und das nutzen wir aus“, so die beiden, die noch ein eigenes Wohnzimmer unter dem Dach haben. Am 23. Dezember holen sie die drei Kinder in Berlin ab, gehen mit ihnen auf den Weihnachtsmarkt und fahren dann nach Neuenhagen. Heiligabend zur Bescherung müsse jedes Kind, obwohl schon erwachsen, ein Gedicht aufsagen. Sie genieße das Gefühl, die Familie hinter den dicken Mauern bei sich zu haben. „90 Zentimeter ist die Mauerstärke im Erdgeschoss, im Keller sogar 1,50 Meter“, so ihr Mann.
Derzeit bereiten sich Christina Bohin und Andreas Unterberger auf den Kunst-Weihnachtsmarkt am kommenden Sonntag, dritter Advent, vor. Von 10 bis 17 Uhr ist das Gebäude geöffnet. Mit dabei die Künstler Sabine und Peter Rossa aus Mädewitz, Lutz Leibner aus Bad Freienwalde und Karoline Löffler aus Berlin.
Drei Weihnachtsfragen an Christina Bohin
Was kommt Heiligabend auf den Tisch?
Wir kochen querbeet. Es gibt ganz klassisch die Weihnachtsgans für unseren Sohn und veganes Essen, denn beide Töchter sind Veganer geworden.
Wie schmücken Sie den Baum?
Mit bunten Kugeln, die wir in mehr als 20 Jahren gesammelt haben. Die älteste Kugel ist übrigens 28 Jahre alt und damit genau so alt wie unser Sohn.
Was ist Ihr dringlichster Wunsch zu Weihnachten?
Dass die Welt etwas spiritueller wird und weniger zerstörend ist mit Geld, Macht und der Forderung nach ständigem Wachstum.


