Feuerwehrbilanz
: Bagatellschäden nehmen zu

65 Einsätze mehr sind die Bad Freienwalder Feuerwehren 2018 gegenüber dem Vorjahr gefahren.
Von
Steffen Göttmann
Bad Freienwalde
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Spezialisiert: der Einsatzleitwagen der Feuerwehr Bad Freienwalde, hier jüngst beim Stallbrand in Kerstenbruch.

Steffen Göttmann

Zu 309 Einsätzen sind die sechs Feuerwehren der Stadt Bad Freienwalde im vergangenen Jahr ausgerückt. Obwohl es 65 Einsätze mehr als 2017 waren, bewertet Stadtbrandmeister René Erdmann 2018 als insgesamt „entspanntes Jahr“.

„Wir hatten zwar mehr Einsätze, aber der überwiegende Teil waren Bagatellschäden“, sagt René Erdmann. Als Beispiel führt er mehrere Ölspuren an, die sich durchs ganze Stadtgebiet zogen. So hatten sich mehrere Autos, die die Umleitung von der Berliner Straße über die Maltzanstraße wählten, bei der zu flotten Abfahrt ins Kurviertel an einer Kante die Ölwanne aufgerissen.

Die Zahl der Einsätze verteilt sich folgendermaßen: 150 für die Bad Freienwalder Ortsfeuerwehr, 56 Altranft, Bralitz einer, Hohensaaten acht, Altglietzen/Hohenwutzen 20, Neuenhagen 29 und Schiffmühle 45. „Kein Feuerwehrkamerad ist arbeitslos“, sagt Erdmann. Weil die Tageseinsatzbereitschaft zurückgegangen ist, werden bei Einsätzen der Freiwilligen Feuerwehr Bad Freienwalde seit 2018 nicht nur zusätzlich die Ortswehr Altranft, sondern auch die Schiffmühler mit alarmiert. Dies begründet die vielen Einsätze der Schiffmühler.

22 Mal war die Feuerwehr zu Türnotöffnungen gerufen worden, zwei mehr als vor einem Jahr. „Viele Mitbewohner passen auf“, sagt René Erdmann. Lässt sich ein betagter Nachbar drei bis vier Stunden nicht blicken, wird geargwöhnt, dass ihm etwas passiert sein könnte. Manchmal war er nur einkaufen. „Häufig liegt aber doch ein medizinischer Notfall vor“, ergänzt der Stadtbrandmeister. Die Feuerwehr öffne dann unter Begleitung von Rettungsdienst und Polizei die Tür. „Wir arbeiten eng mit den beiden großen Wohnungsgesellschaften zusammen“, sagt René Erdmann. Die Unternehmen hätten der Feuerwehr ein Türöffnungsgerät zur Verfügung gestellt, so dass die Feuerwehr nur noch den Zylinder entfernt. Anschließend ersetzt sie den Zylinder durch einen neuen und alles ist wieder in Ordnung. „Früher mussten wir die Tür mit brachialer Gewalt öffnen“, berichtet der Stadtbrandmeister. Häufig waren Türblatt und Zarge beschädigt. Das teure Türöffnungsgerät helfe den Hauseigentümern, der Feuerwehr und auch dem Mieter.

„Wir haben jetzt immer einen Zylinder dabei und können das Schloss ersetzen“, sagt der Stadtbrandmeister. Mit dem Gerät könne die Tür innerhalb von 30 Sekunden geöffnet werden. Bei der Feuerwehr sind fast alle Gewerke vertreten, so dass der Einbau des neuen Zylinders kein großer Aufwand bedeutet.

Mit acht Tragehilfen hat sich deren Zahl gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Der Rettungsdienst ruft die Feuerwehr zu Hilfe, wenn übergewichtige Patienten zum Rettungswagen getragen werden müssen. Für die Sanitäter sei es mitunter schwierig, die Patienten durch enge Treppenhäuser zu hieven,

Von den 309 Einsätzen waren 169 Brände, die gelöscht werden mussten. Ferner rückten die Feuerwehren zu 140 Hilfeleistungseinsätzen wie Unfälle, Türnotöffnungen und die Beseitigung von Ölspuren aus. 16–mal lösten Brandmeldeanlagen einen Alarm aus, einmal brannte in einem Einkaufszentrum am Eduardshof ein Kochtopf in einem asiatischen Imbiss.

Der heiße Sommer bescherte den Feuerwehren von Bad Freienwalde keinen Brand im Stadtgebiet, aber zwei Einsätze bei den schweren Waldbränden bei Treuenbrietzen sowie einen bei Fichtenwalde. „Wir bilden den vierten Zug der Brandschutzeinheit des Landkreises Märkisch–Oderland“, erläutert Erdmann. Mit dabei und angefordert bei großen Einsätzen im Altkreis Bad Freienwalde wie dem Stallbrand im November bei Kerstenbruch werde der Einsatzleitwagen (ELW) der Kurstädter. Der Kleinbus ist vollgepackt mit modernster Technik und wird von einem Team hochspezialisierter Feuerwehrleute der Bad Freienwalder Wehr bedient. Drei ELW gebe es in Märkisch–Oderland. Sie gehören zum Brandschutzkonzept des Kreises und werden von ihm finanziert. Die Teams werden regelmäßig ausgebildet. Vom ELW aus werden große Einsätze koordiniert, das Team unterstützt den Einsatzleiter.