Haushalt
: Mehr Geld fürs Altstadtfest

Für das Altstadtfest gibt es 27 000 Euro mehr. Die geplante Summe reichte nicht aus.
Von
Steffen Göttmann
Bad Freienwalde
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Jetzt gesichert: Das Altstadtfest 2018, hier bei der Eröffnung durch das Jugendorchester Bad Freienwalde unter der Leitung von Florian Salewski, kann nun in der gewohnten Qualität über die Bühne gehen.

Michael Anker

Die Diskussion über den Nachtragshaushalt in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend hat ergeben, dass die geplanten Ausgaben für das Altstadtfest nicht ausreichen. Für die 57 000 Euro, die die Stadtverwaltung eingeplant hat, hätte sich das Fest auf den Marktplatz konzentriert, die Höfe hätten  nicht bespielt werden können, sagte Ilka Krüger, Geschäftsführerin der Tourismus GmbH, die von der Stadt mit der Organisation der Feste beauftragt ist.

Sie begründet die Kosten mit Ausgaben für Dienstleistungen, die keiner sieht, aber die zu den Auflagen gehören, um ein solches Fest überhaupt auf die Beine zu stellen. Dies betreffe die Sicherheitsfirma, die mit etwa einem Dutzend Leute Schlägereien zu später Stunde verhindern soll. Die Erhöhung des Mindestlohns schlägt sich bei der Abrechnung nieder. Auch die medizinische Versorgung durch die Hilfsorganisationen sei nicht zum Nulltarif zu haben. Die Kosten für Bands und Bühnen steigen im gleichen Maß.

Der Aufsichtsrat der Bad Freienwalde Tourismus GmbH habe die 57 000 Euro Ausgaben gebilligt, wunderte sich Bürgermeister Ralf Lehmann (CDU). Wenn Kosten für Wachdienst und DRK darin enthalten sein sollten, werde sie die Stadt natürlich übernehmen. „Ich kann Ihre Ausführungen nicht verstehen“, erwiderte Reinhard Schmook, Vorsitzender der Fraktion SPD/Grüne/Kurstadt für alle. Im Hauptausschuss sei die Botschaft seiner Fraktion gewesen, dem Nachtragshaushalt nicht zuzustimmen, wenn das Altstadtfest nicht ausfinanziert sei. Dieses Druckmittel wolle er nun vermeiden. Schließlich solle die Stadt handlungsfähig bleiben. Das Altstadtfest sei ein Alleinstellungsmerkmal und von großer Bedeutung für die Stadt. „Wenn wir zwei bis drei Höfe nicht bespielen, verlieren wir an Niveau“, sagte Schmook und bat den Bürgermeister, schnell eine Lösung zu finden. Viel Zeit hat die Stadt nicht mehr. Denn das Fest ist bereits in vier Wochen.

„Wir haben in den vergangenen Jahren über unsere Verhältnisse gelebt“, erklärte Ralf Lehmann. Der Aufsichtsrat, dem er auch angehört, habe in der Vergangenheit seine Kontrollpflicht vernachlässigt. 2016 kostete das Fest 73 000 Euro, 2017 dann 131 000 Euro und im vergangenen Jahr dann 108 000 Euro. Zu den 57 000 Euro werden 27 000 Euro benötigt. Die Kämmerei machte deutlich, dass der Nachtragshaushalt so viel Luft nicht habe, um daraus das Altstadtfest zu finanzieren. Der Vorschlag von Marco Büchel, Fraktionschef der Linken, fand Zustimmung. Die Stadt soll die entstehenden Zusatzkosten über eine außerplanmäßige Ausgabe aus dem Haushalt nehmen.

"Fontane lässt grüßen"

"Fontane lässt grüßen" ist der Titel des Bad Freienwalder Altstadtfestes in diesem Jahr. Es ist das 19. Altstadtfest in Folge. Seine Erfinderin, Annette Spremberg, war bis zu ihrem Ruhestand Mitarbeiterin in der Abteilung Kultur der Stadtverwaltung. Ihre Idee war es, die Höfe zu öffnen und den Besuchern von Jahr zu Jahr zu zeigen, wie die Sanierung des Stadtzentrums voranschreitet. Beim Altstadtfest offenbart die Kurstadt ihre Schätze in den Hinterhöfen. Denn viele Höfe sind normalerweise geschlossen oder nicht zugänglich. Dort stehen Bühnen und spielen Bands, finanziert von der Stadt. Die Gäste haben freien Eintritt.