Historie
: Baulücke klafft seit fast 60 Jahren

Oderland in Vergangenheit und Gegenwart – Folge 172 / Serie offenbart Wandel und Stillstand
Von
Reinhard Schmook
Bad Freienwalde
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  • Einst: Die Baulücke neben dem heutigen Stephanus-Treff mit dem hohen Schornstein des Schamottewerks am 23. August 1985

    Einst: Die Baulücke neben dem heutigen Stephanus-Treff mit dem hohen Schornstein des Schamottewerks am 23. August 1985

    Albert Heyde Stiftung
  • Heute: Bisher ist es trotz einiger Ansätze nicht gelungen, die Lücke mit einem sinnvollen Bauprojekt zu füllen.

    Heute: Bisher ist es trotz einiger Ansätze nicht gelungen, die Lücke mit einem sinnvollen Bauprojekt zu füllen.

    Steffen Göttmann
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Das historische Foto ist im August 1985 entstanden und zeigt die mit einer Mauer geschlossene Baulücke zwischen dem HO-Zentralhotel rechts und dem Käseladen links.

Dort stand bis zum Abriss im Jahre 1960 das Haus mit dem einst ältesten Freienwalder Gasthof, dem „Braunen Ross“. Das Zentralhotel wurde 1995 abgerissen und damit die Lücke noch erheblich verbreitert. Alle Versuche, die entstandene Baulücke mitten in der Stadt mit einer sinnvollen und nützlichen Bebauung wieder zu schließen, sind gescheitert. Übrig blieb ein holpriger Parkplatz, der bis hinunter zur Kanalstraße reicht.

Das Haus Nr. 8 mit dem einstigen Käseladen hingegen ist inzwischen denkmalgerecht restauriert und beherbergt seit Mitte 2017 den Stephanus-Treffpunkt.

Hinten überragte der große Schornstein des Schamottewerks das Gebäudeensemble und war weithin sichtbar. Feuerfeste Steine für Industrieöfen wurden hier seit 1883 gebrannt, bis das traditionsreiche Werk nach einigen Umstrukturierungen im Jahr 1992 geschlossen wurde. Einige Zeit später fiel mit dem größten Teil der alten Werkshallen auch der Schornstein.

Neben dem Dränrohrwerk war das Schamottewerk der größte Industriebetrieb in Bad Freienwalde mit den meisten Arbeitsplätzen. Deren Wegfall hat sich negativ auf die ohnehin schon hohe Arbeitslosigkeit in unserer Stadt in den 1990er-Jahren ausgewirkt.