Hitze in Bad Freienwalde
: Wie viel und was Senioren trinken sollten

Trinken ist wichtig bei den gegenwärtigen Hitzewellen. Worauf Pflegekräfte der Stephanus-Stiftung in Bad Freienwalde und pflegende Angehörige besonders bei alten Menschen achten müssen.
Von
Steffen Göttmann
Bad Freienwalde
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Wie viel trinken bei Hitze: Katharina Golde, Zentrale Qualitätsbeauftragte Stephanus gGmbH Geschäftsbereich Wohnen und Pflege, und Steven Stumowski, Leiter Stephanus-Mobil in Bad Freienwalde, vor einem der neuen Elektroautos des Pflegedienstes. Wieviel Senioren bei Hitze trinken sollten.

Wie viel trinken bei Hitze: Katharina Golde, Zentrale Qualitätsbeauftragte Stephanus gGmbH Geschäftsbereich Wohnen und Pflege, und Steven Sturmowski, Leiter Stephanus-Mobil in Bad Freienwalde,  hier vor einem der neuen Elektroautos des Pflegedienstes, geben wichtige Tipps.

Steffen Göttmann
  • Hitze belastet besonders Ältere in Bad Freienwalde – ausreichend trinken ist entscheidend.
  • Empfohlen sind 2,5 Liter täglich. Wasser, ungesüßter Tee, Saftschorle und auch Kaffee zählen.
  • Alkohol meiden. Melonen, Gurken, Salate und Brühe unterstützen den Wasserhaushalt.
  • Warnzeichen für Dehydrierung: Apathie, schneller Puls, sehr niedriger Blutdruck, nachlassende Hautelastizität.
  • Pflege: kleinere Mengen über den Tag bereitstellen, Aktivitäten auf Morgen und Abend verlegen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Temperaturen um die 30 Grad Celsius machen jedem Körper zu schaffen. Der Verlust an Flüssigkeit durch Schwitzen muss ausgeglichen werden. Besonders ältere Menschen leiden unter den hohen Temperaturen, die Kreislauf und Herz belasten.

Pflegekräfte und pflegende Angehörige müssen ein Auge darauf haben, dass ihre Klienten und Familienangehörigen genug Flüssigkeit zu sich nehmen. Wieviel Liter benötigt ein Körper, welche Getränke sind am besten geeignet?

Antwort darauf geben Katharina Golde, Zentrale Qualitätsbeauftragte der Stephanus gGmbH Geschäftsbereich Wohnen und Pflege, und Steven Sturmowski, Leiter Stephanus-Mobil in Bad Freienwalde.

Durchschnittsbedarf beträgt 2,5 Liter pro Tag

Katharina Golde beziffert den Durchschnittsbedarf auf 2,5 Liter Flüssigkeit pro Tag. Dabei komme es darauf an, wie aktiv ältere Menschen sind. Wer sich viel bewege, benötige mehr Wasser- und Energiezufuhr als jemand, der kaum mehr mobil sei. Problem sei, dass im Alter das Durstgefühl abnimmt. Wenn der Durst kommt, sei der Wasserhaushalt nicht mehr ausgeglichen. „Der Durst nimmt ab, aber der Bedarf bleibt gleich“, konstatiert die Qualitätsbeauftragte.

Beide Pflegeexperten empfehlen als Getränke Wasser, ungesüßten Tee und Saftschorle. Steven Sturmowski verweist das Vorurteil, wonach Kaffee nicht als Flüssigkeitszufuhr gilt, in den Bereich der Fabel. „Kaffee gehört auf jeden Fall dazu“, unterstreicht er. Alkoholische Getränke jedoch seien zu vermeiden, weil sie dehydrierend wirken.

Melonen, Gurken und Salate verbessern den Wasserhaushalt

Es gebe auch Lebensmittel, wie Gurken, Melonen, Salate und Gemüse, die den Wasserhaushalt des Körpers verbessern. Brühe, die zudem viele Nährstoffe enthalte, und wasserreiche Speisen gleichen den Flüssigkeitsbedarf ebenfalls aus. Beide Pflegeexperten raten, die Menschen zu fragen, was sie am liebsten mögen. „Was hilft es, ein Getränk hinzustellen, das die- oder derjenige nicht mag?“, sagt Katharina Golde. Sie fügt hinzu: „Die Menschen sollten nicht auf den Durst warten, sondern Getränke sichtbar und greifbar hinstellen.“ Besser sei es, viel, in mehreren kleineren Mengen zu trinken, als zwei große Bottiche zu leeren.

Die Menschen sollten nicht auf den Durst warten, sondern Getränke sichtbar und greifbar hinstellen.
Katharina Golde
Qualitätsbeauftragte bei der Stephanus-Stiftung

Für Pflegekräfte der ambulanten Pflegedienste und pflegende Angehörige stellen Wetterlagen wie Hitze eine große Herausforderung dar, weil sie die zu betreuenden Menschen nicht ständig unter Kontrolle haben. Wie erkennen Pflegekräfte, ob eine Klientin oder ein Klient dehydriert ist? „Notfallindikationen für Dehydration sind etwa Apathie, rascher Herzschlag, sehr niedriger Blutdruck, die von unserem Pflegepersonal ermittelt werden“, sagt Steven Sturmowski, der seit zweieinhalb Jahren Stephanus-Mobil in Bad Freienwalde leitet.

Er habe es geschafft, in dieser Zeitspanne die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von 31 auf 43 zu steigern und mit dem Siegel „Ausgezeichnet als Attraktiver Arbeitgeber Pflege 2025“ belohnt zu werden, berichtet der Leiter des Pflegedienstes.

Wie sich die Dehydrierung beim Menschen überprüfen lässt

Nur bei schwerer Dehydrierung werde der Rettungsdienst gerufen. Ein Warnzeichen für schlechtes Trinkverhalten insgesamt könnte fehlende Hautelastizität sein: Legt er oder sie die Handfläche flach auf den Tisch, zieht die Pflegekraft vorsichtig an der Haut des Handrückens, sodass sich eine Falte bildet.

Ist die Haut gleich wieder glatt, gibt es keine Bedenken, bildet sich die Hautfalte nur langsam wieder zurück, könne dies ein Anzeichen für Wassermangel sein. Leichte und mittelschwere Dehydrierungen könnten zunächst oral therapiert werden, so Sturmowski. Das bedeutet: einfach trinken oder Obst mit viel Wasseranteil essen.

Um Herz und Kreislauf nicht unnötig zu belasten, sollten Senioren Aktivitäten auf Morgen und Abend verlegen, wenn es kühler ist. Das trifft allerdings auch auf jüngere Menschen zu.

Hitzeschutz für pflegebedürftige Menschen: 08.06.2026, Berlin: Eine Frau schiebt in einem Pflegeheim einen Wagen mit Trinkbechern und Wasser. Hitze stellt insbesondere für ältere und pflegebedürftige Menschen ein Risiko dar.
Das Seniorenwohnheim Dr. Victor Aronstein hat einen Maßnahmenkatalog für Hitzewellen entwickelt. Foto: Elisa Schu/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Hitzeschutz für pflegebedürftige Menschen:  Im Pflegeheim sollten Getränke immer sichtbar und greifbar sein.

Elisa Schu/dpa

Steven Sturmowski weist darauf hin, dass bei Hitze nicht nur Klienten besonders betreut werden müssen, sondern auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entlasten seien. „Wir fahren daher bei großer Hitze zwischen 12 und 16 Uhr keine Einsätze“, betont er. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden gebeten, ihre Kollegen zu unterstützen, um dies zu ermöglichen.

Stephanus-Mobil sei gerade dabei, die Fahrzeugflotte auf Elektroantrieb umzustellen. Bis auf ein Auto seien alle inzwischen mit Klimaanlage ausgestattet. Nicht erforderliche Leistungen wie Betreuung oder hauswirtschaftliche Tätigkeiten werden reduziert oder auf einen anderen Tag geplant.