Humpentafel: Feldbetten auf der Wunschliste
Wir waren einmal mehr als 100 Humpenfreunde“, erinnerte Eckhard Brennecke als Versammlungsleiter am Freitagabend bei der 31. Humpentafel in Wriezen. 1995 unter Bürgermeister Uwe Siebert (parteilos) ins Leben gerufen, habe es zu Beginn sogar eine lange Warteliste gegeben. Mehr Aufnahmen seien aufgrund des Platzes im Humpensaal aber nicht möglich gewesen. Und inzwischen habe sich alles etwas relativiert. „Wir sind jetzt noch 55 Humpenfreunde“, sagte Brennecke. Dabei könne man auf den Zusammenschluss von Führungskräften aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, darunter zahlreiche Selbstständige, stolz sein. „Andere Städte beneiden uns darum“, erklärte Brennecke, der in Wriezen ein Unternehmen für Gaststätteneinrichtungen und Schankanlagen führt, aber auch als Kanu–Verleiher und Bierbrauer bekannt ist. Dass diesmal nur 26 Humpenfreunde in der Runde saßen und die Anmeldung recht schleppend gelaufen war, wurde dann auch einer der Kritikpunkte des Abends.
Ricco Hempp und Peter Hanke bekamen später unter munterem Bierkrugdeckelgeklapper aber erneut das Vertrauen als Vorstand ausgesprochen — für weitere fünf Jahre. Einzig der Vertreter der Feuerwehr wechselt. Für Günter Kettner rückt Paul Lücke nach, der neue Sicherheitsbeauftragte der Feuerwehr. Er hat erst kürzlich den entsprechenden Lehrgang an der Landesschule und Technischen Einrichtung für Brand– und Katastrophenschutz in Eisenhüttenstadt absolviert und war nun ebenfalls anwesend.
Zwei neue Mitglieder
Kettner wiederum stellte den Antrag, normales Mitglied der Humpentafel werden zu dürfen, was einstimmig bestätigt wurde. Zuvor war bereits der Jurist David Hempel als neuer Anwärter begrüßt worden. „Ich möchte die Geschicke der Feuerwehr mitgestalten“, hatte er bei seiner Vorstellung erklärt und war ebenfalls einstimmig aufgenommen worden. Und er durfte bereits aktiv werden — als einer der Testpersonen für das extra aufgebaute und auch in Doppelstock–Variante nutzbaren Feldbetts, das in mehrfacher Ausführung ganz oben auf der Wunschliste des Feuerwehrnachwuchses in Wriezen steht, wie Jugendwartin Anja Rosch in ihrem Bericht erläuterte. Je nach Größe liege der Preis je Exemplar bei 130 Euro und mehr. Zuletzt hatte die Humpentafel die Anschaffung eines Mannschaftszeltes finanziert, das in diesem Sommer auch für das Jugendlager in Wusterhausen/Dosse genutzt wurde. Feldbetten seien erneut geliehen worden. 74 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen fünf und 18 Jahren machen in den vier Jugendfeuerwehren in der Kernstadt und den Ortsteilen Schulzendorf, Frankenfelde und Haselberg mit.
Stadtbrandmeister Thomas Keil machte auf die Bedeutung der Jugendwehren aufmerksam. „Wir haben zurzeit 162 Feuerwehrleute und das bei 7400 Einwohnern in der Stadt.“ Mit 187 sei mal der Höchststand, vor zwei Jahren mit 158 der bisherige Tiefststand erreicht gewesen.
Eindrucksvolle Vorführung
Hannes Möller, stellvertretender Löschzugführer in Wriezen, berichtete zudem über den schweren Gebäudebrand vom 14. April und die damit verbundenen Herausforderungen für alle beteiligten Wehren in der Region. Hauptmaschinist Andreas Rosch beeindruckte später auf dem Hof zwar noch mit der Vorführung einer Rettungssäge, die durch Aluminium und Holz wie durch die berühmte weiche Butter ging, die Mitglieder der Humpentafel blieben allerdings bei der Entscheidung, die Jugendfeuerwehren weiter zu fördern.

