Das Wriezener Bahnhofsgebäude steht zum Verkauf. Darüber haben aufmerksame eBay-Nutzer informiert. Die Immobilie wird bei eBay-Kleinanzeigen als Wohn- und Geschäftshaus angeboten, von dem aus Berlin per Bahn in einer Stunde und 40 Minuten erreichbar ist. Der Kaufpeis wird mit 300 000 Euro angegeben. Eine zusätzliche Käuferprovision fällt demnach nicht an.
Gebäude mit Potenzial
Laut Beschreibung hat das 1952 errichtete Gebäude ein hohes räumliches Potenzial durch die einstige Gaststätte mit Küche und WC sowie dem Empfangsbereich, der ehemaligen Touristinformation sowie weiteren Büroflächen im Erdgeschoss. Hinzu kommen unter anderem fünf Wohneinheiten im ersten Obergeschoss, die über drei separate Hauseingänge erreichbar sind, Keller und ein ausbaufähiges Dachgeschoss.
Wriezens Bürgermeister Karsten Ilm (CDU) hat unterdessen seine Kollegen aus Bad Freienwalde, Werneuchen und Ahrensfelde sowie die Amtsdirektoren von Barnim-Oderbuch und Falkenberg-Höhe Ende August zu einer gemeinsamen Unterzeichnung des Positionspapiers zur "Initiative Metropolregion Barnim-Oderbruch" eingeladen. Darin wird die Reaktivierung der Wriezener Bahn, der Direktverbindung nach Berlin, gefordert.
Bereits im Mai hatte sich Benjamin Raschke, Landtagsabgeordneter der Grünen, im Rahmen seiner Arbeit in der Enquetekommission "Ländliche Räume" über die Pläne zur Wiederinbetriebnahme der Strecke informiert und im Anschluss eine Kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt. Darin griff er die vor Ort geäußerte Kritik an Aussagen der Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung Kathrin Schneider (SPD) nach einer ersten Anfrage von Michael Jungclaus (ebenfalls Grüne) auf. Er erinnerte zudem daran, dass die 33 Kilometer lange Verbindung zwischen Werneuchen und Wriezen kürzlich in die Liste reaktivierungswürdiger Strecken des Verbands deutscher Verkehrsunternehmen mit der Priorität B (hoch) aufgenommen worden ist.
Die Ministerin erläutert in ihrer Antwort die Grundlagen für die Ermittlung heutiger Fahrzeiten und Investitionskosten. Sie verweist darüber hinaus auf laufende Gespräche zwischen zwei privaten Strecken­eigentümern. Im Zuge einer Einigung werde der Antrag auf Stilllegung des Abschnitts Werneuchen-Tiefensee voraussichtlich zurückgezogen, heißt es.