Interview: Simona Koß: „Das Erbe gerne angetreten“

Aus Prädikow: Simona Koß (57)
Thomas BergerSimona Koß ist die erste Bürgermeisterin der Gemeinde Prötzel. Und derzeit auch die einzige Frau auf diesem Posten in den sechs Gemeinden des Amtes Barnim–Oderbruch. Mit Nadja Voigt sprach sie über ihr Mandat und die Aufgaben, vor denen sie, die Gemeindevertreter und die ganze Gemeinde stehen.
Frau Koß, wie haben Sie den Wahlkampf empfunden und was war ihre Motivation, für den Posten zu kandidieren?
Ich wollte und will meine Arbeit im Interesse der Bürger fortsetzen und zu einer weiteren positiven Entwicklung der Gemeinde beitragen. Das kann ich als ehrenamtliche Bürgermeisterin der Gemeinde Prötzel am besten leisten. Gern habe ich das Erbe von Rudolf Schlothauer angetreten. Ich persönlich habe den Wahlkampf an manchen Stellen als sehr schwierig empfunden und hoffe, dass die Gräben und Wunden, die dadurch entstanden sind, gemeinsam in der neuen Gemeindevertretung und mit der weiteren Arbeit geheilt werden können.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Vieles haben wir gemeinsam in den letzten fünf Jahren in Prötzel und seinen Ortsteilen auf den Weg gebracht. Das haben wir nicht zuletzt auch den scheidenden Gemeindevertretern und dem scheidenden Bürgermeister sowie den vielen Initiativen der Bürger zu verdanken. Die auf den Weg gebrachten Dinge werde ich auch weiterhin begleiten. Eine gute und konstruktive Zusammenarbeit wird und muss die Grundlage für unsere Arbeit im Interesse aller Bürger in unserer Gemeinde sein. In Zukunft soll es auch weitere Stammtische geben. Ich biete ab August folgende an: Stammtisch der Vereine, für Unternehmer, für Kinder und Jugendliche und die Teilnahme an den Seniorentreffen.
Wo sehen Sie die Herausforderungen für die Gemeinde?
Ich wünsche mir, dass sich die Menschen in der Gemeinde Prötzel wohl und heimisch fühlen und dass der Zusammenhalt unter den Bürgern und zwischen den Ortsteilen stetig wächst. Die vielen engagierten Bürger sollen auf die Unterstützung durch den Gemeinderat vertrauen können, sich vom Amt gut verwaltet fühlen und sich eines ausgeglichenen Haushalts sicher sein können. Wichtig ist mir eine gute Zusammenarbeit und konstruktive Gesprächskultur im Gemeinderat selbst — damit wir mit Sachverstand die Entscheidungen treffen können, die die Gemeinde wirklich voranbringen.
Wie wollen Sie die Bürger künftig miteinbinden?
Mir ist es wichtig, dass sich alle Ortsteile gleichermaßen gut entwickeln — keiner soll bevorzugt oder vergessen werden. Gleiches gilt für die Bürger — auch für Kinder und Jugendliche. Ich setze mich für einen Jugendbeauftragten und regelmäßige Treffen mit den Kindern ein, in denen wir von ihren Interessen, Vorstellungen und Problemen erfahren. Diese sollten in unsere Politik einfließen, denn unsere Kinder sind die Zukunft der Gemeinde!
Die konstituierende Sitzung findet am Donnerstag um 18 Uhr in Prötzel statt.