Investition Wintersport: Wintersportverein Bad Freienwalde hofft auf Zuschuss für den Zauberteppich

Mühsamer Aufstieg: Sportler müssen nach dem Sprung mit ihrer Ausrüstung nach oben steigen, was wertvolle Kraft kostet. Deshalb plant der Wintersportverein Bad Freienwalde zwei Aufstiegshilfen.
Hannelore Siebenhaar- Wintersportverein Bad Freienwalde beantragt 91.000 € Zuschuss für Lifte, Hauptausschuss lehnt ab.
- Geplanter „Zauberteppich“ (84 m Förderband, 40 m Treppenlift) soll Trainings effektiver machen.
- Verein hofft auf Jugend-WM 2023, benötigt dafür bessere Infrastruktur zur Bewerbung.
- Kostensteigerungen bei Holz und Dachpappe belasten den Verein, Antrag um 19.000 € erhöht.
- WSV wirbt um Unterstützung für Bau, verweist auf Erfolge und Engagement in der Region.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Dem Wintersportverein (WSV)1923 stehen große Ereignisse ins Haus. 2023 feiert er das 100–jährige Bestehen und könnte im August des Jahres die erste Jugend–WM des Deutschen Skiverbandes (DSV) im Skisprung und der Nordischen Kombination für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren ausrichten. „Das hat mir Walter Hofer 2019 in Zakopane angeboten“, berichtet Günther Lüdecke, Schatzmeister des WSV. Grund sei der Erfolg der kleinen Bad Freienwalder Springer. Max Unglaube und Moritz Terei seien in der Trainingsgruppe B des Nachwuchs–Nationalkaders und könnten auf eine Teilnahme bei den nächsten Olympischen Spielen hoffen, so Lüdecke. Florian Fechner sei der nächste Aspirant für die Sportschule in Klingenthal
Walter Hofer bietet WSV die Jugend–WM an
Der Österreicher Walter Hofer ist ein einflussreicher Sportfunktionär und war von 1992 bis 2020 Renndirektor der internationalen Skiverbandes FIS. Dennoch müsse sich Bad Freienwalde bewerben, so Lüdecke. Um überhaupt ein solches Ereignis mit mehr mehr als 20 Mannschaften ausrichten zu dürfen, seien bestimmte Voraussetzung erforderlich.
„Auf der Liste die Kriterien können wir an einer Stelle kein Häkchen machen — das betrifft die Aufstiegshilfe“, erklärt Lüdecke. „Sie wird gefordert, um Training und Wettbewerbe effektiver zu gestalten“, ergänzt er. Die jungen Sporler müssen nach dem Sprung ihre komplette Ausrüstung nach oben schleppen, was sie wertvolle Kraft kostet.
Um die Bewerbung mit dem entsprechenden Häkchen rechtzeitig abgeben zu können, müsse mit dem Bau der Aufstiegshilfe, die auch „Zauberteppich“ genannt wird, noch in diesem Jahr begonnen werden.
84 Meter Förderband und 40 Meter Treppenlift
Der Verein plant vom Fuß der Schanzen einen 84 Meter langen Zauberteppich, das ist ein Förderband, das die jungen Skifahrer bis zur Plattform der 20–Meter–Schanze befördert, Dann bewältigen sie mit einem 40 Meter langen Treppenlift die 41–Grad–Steigung bis zum Ende der vorhandenen Treppe. Die Stufen des Schanzenturm müssen sie wieder zu Fuß hinauf steigen. „Wir planen den Bau schon seit Jahren, haben Spenden gesammelt und Rücklagen gebildet“, sagt Lüdecke. 184.000 Euro betragen die Kosten für den Bau der zwei Lifte, 72.000 Euro Zuschuss habe der Verein dafür bei der Stadt beantragt. Auch der Bauantrag sei beim Landkreis eingereicht worden.
Verein leidet unter Preisexplosion bei Dachpappe und Holz
Wegen der Vandalismus–Schäden im Winter an der 60–Meter–Schanze habe der Verein das Holz, das für die Sanierung aller Schanzen gedacht war, an einer Stelle einbauen müssen, berichtet der Schatzmeister. Um das Holz länger haltbar zu machen, sei es mit einer speziellen Dachpappe geschützt worden. Diese habe sich von acht Euro pro Quadratmeter auf 59 Euro verteuert. Deshalb habe der Verein den Antrag um 19.000 Euro aufgestockt.
Hauptausschuss kippt WSV–Antrag aus Nachtragshaushalt
Der Hauptausschuss der Stadt Bad Freienwalde weigerte sich in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich, die Position mit dem Nachtragshaushalt zu beschließen und nahm sie heraus. Kritik gab es von Seiten des Finanzausschusses. „Wir hatten am 17. Mai Sitzung, da lag uns kein Antrag des WSV vor“, sagte Angela Hannemann (Linke). Sie könne dies nicht nachvollziehen, weil Antrag des WSV bereits am 25. März bei der Stadt eingegangen sei. „Wir haben entschieden, den Antrag einzubehalten und ihn in den Nachtragshaushalt einzustellen“, sagte Bürgermeister Ralf Lehmann (CDU). Das Gremium entschied mehrheitlich, die Position herauszunehmen und extra darüber zu diskutieren.
Der Stadtverordnete Peter Glaetzner (FDP) mahnte den Wintersportverein, bei Schneefall wie im letzten Winter die Öffentlichkeit wieder zuzulassen und warnte, einen Zaum um das Gelände zu ziehen. WSV–Mitglieder waren sauer, nachdem Schlittenfahrer trotz Ermahnung die Schanzenhänge heruntergefahren waren und dabei die Matten beschädigt hatten.
Günther Lüdecke wirbt um Zustimmung der Stadtverordneten
Lüdecke hat nach eigenen Angaben in einem Brief an alle Stadtverordnete um deren Zustimmung geworben. Der WSV arbeite viel für die Stadt und trage mit den erfolgreichen Springern ihren Namen weit über die Grenzen hinaus. Er erinnerte an Kindergartenolympiaden, Wintersporttage für die Bürger und Schultag mit polnischen Schülern sowie die Teilnahme des Vereins an vielen Veranstaltungen, darunter dem Altstadtfest. Er finde es gut, so Lüdecke, dass die Stadt auch die Sanierung des Jahn–Stadions unterstützt. „Sollten wir die Jugend–WM bekommen, dann präsentieren wir uns gemeinsam, beide Sportstätten liegen so eng zusammen“, ergänzte Lüdecke.
