Jubiläum: Auf dem Weg zum Volltreffer

Überraschungsprogramm: Mädchen und Jungen der Grundschulen "Theodor Fontane" und "Käthe Kollwitz" begeisterten bei der Festveranstaltung zum Bibliotheksjubiläum in der Aula des Bertolt-Brecht-Gymnasiums. Constance Debus setzte dem später als Putzfrau Ilona auf der Suche nach dem perfekten Verbrechen und mit Hilfe der Gäste noch eins drauf.
Anett ZimmermannVon der ungebrochenen Magie, die von der Bibliothek ausgeht, sprach der Landtagsabgeordnete und Stadtverordnete Marco Büchel (Linke) am Mittwochabend in seiner Festrede zum 115-jährigen Bestehen der Einrichtung. Diese sei ein Ort der Literatur, für Bildung und Kultur. Die Stadt Bad Freienwalde könne stolz sein, dass sie ihren Bürgern und Gästen eine gut funktionierende Bibliothek anbietet und als kommunale Einrichtung betreibt. Es sei eine wichtige Aufgabe, dass sie der Bevölkerung den Zugang zu Bildung und Kultur, für ein lebenslanges Lernen, ermöglicht.
„Medien wie CD, DVD, aber auch eBooks wurden ins Sortiment aufgenommen, ohne dabei das klassische Buch zu verdrängen“, so Büchel und hob lobend hervor, dass auf Initiative der Mitarbeiterinnen Sehbehinderte Hörbücher nun kostenfrei ausleihen können.
Lutz Sanne von der Potsdamer Landesfachstelle für Archive und öffentliche Bibliotheken dankte für den „ungeheuren Mut zur Veränderung“. Dies mache die Stärke von Bibliotheken aus. Mit Karola Helmdach, heute in der Wriezener Stadtverwaltung tätig, überbrachte eine ehemalige Auszubildende und Kollegin ein besonderes Grußwort – von Ilselore und Ulrich Ammer, die verhindert waren. Beide arbeiteten einst ebenfalls in der Bibliothek. Ilselore Ammer war 2007 als Leiterin in den Ruhestand verabschiedet worden. Und auch sie richteten ihren Blick bereits nach vorn: den vorgesehenen Umzug in das Postgebäude. „Die Kugel ist ins Rollen gebracht worden, um am Ende mit allen Neunen einen Volltreffer zu landen“, sagte kurz darauf Dolores Swiderek, die heute mit Karola Kollath an der Spitze der Stadt- und Kreisbibliothek „Hans Keilson“ und des Archivs der Stadt Bad Freienwalde steht. Klar formulierten sie ihren Wunsch an Bürgermeister Ralf Lehmann (CDU): die Kugel am Rollen zu lassen, um den gewünschten Umzug Realität werden zu lassen.
Sie dankten auch Eberhard Görner, der entscheidend zur Namensgebung beigetragen habe. Dieser wiederum warb für das gerade neu erschienene Buch „Liebe Kitty“ von Anne Frank und machte auf Parallelen zu Hans Keilson (1909–2011) aufmerksam, der seit 1990 Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Bad Freienwalde ist. Marco Büchel hatte in dem Zusammenhang angeregt: „Vielleicht sollten wir gerade aus der Geschichte und unserer Verantwortung heraus, über die Vergabe eines eigenen Literaturpreises nachdenken, um der Literatur in und aus Bad Freienwalde einen weiteren Anker zu geben.“
Ein Blick in die Geschichte
1904 wurde die Stadtbücherei in Freienwalde gegründet. Es erhielt erst 1925 den Titel Bad. Am 31. Mai jährt sich der Todestag von Hans Keilson zum achten Mal. Seinen Namen erhielt die Einrichtung vor fast 15 Jahren. Seit 65 Jahren ist sie Stadt- und Kreisbibliothek. Seit fast zehn Jahren bildet sie mit dem Stadtarchiv eine organisatorische Einheit. Zu finden ist sie seit 24 Jahren in der Gartenstraße 4.