Klimaschutz
: Pflanzaktion in Wriezen

An den Evangelischen Schulen stehen Umweltschutz und Nachhaltigkeit in diesem Schuljahr ganz oben auf der Agenda.
Von
Jörn Kerckhoff
Wriezen
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  • Sauerstoff für 50 Menschen: Die Schüler der Evangelischen Schulen in Wriezen packten mit an, um für mehr Vielfalt im Koyenuma-Park zu sorgen und damit gleichzeitig etwas gegen den Klimawandel und für ein besseres Klima in der Schule zu tun.

    Sauerstoff für 50 Menschen: Die Schüler der Evangelischen Schulen in Wriezen packten mit an, um für mehr Vielfalt im Koyenuma-Park zu sorgen und damit gleichzeitig etwas gegen den Klimawandel und für ein besseres Klima in der Schule zu tun.

    Jörn Kerckhoff
  • Die Jugend unterstützen: Bürgermeister Karsten Ilm und Schulleiterin Annette Hollitzer-Bennör planten die Pflanzaktion gemeinsam.

    Die Jugend unterstützen: Bürgermeister Karsten Ilm und Schulleiterin Annette Hollitzer-Bennör planten die Pflanzaktion gemeinsam.

    Jörn Kerckhoff
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Mit fünf Bäumen dreifachen Klimaschutz geschaffen — das ist schon eine besondere Leistung. Aber eigentlich auch ganz einfach. „Mit den fünf Bäumen wird Kohlendioxid gebunden, außerdem sparen wir uns damit die Klimaanlage in der Schule, die Strom verbrauchen würde, und drittens schaffen wir mit der Pflanzaktion auch ein gutes Klima an der Schule.“ Martin Jenssen, stellvertretender Schulleiter der Evangelischen–Johanniter–Schulen in Wriezen macht deutlich, dass manche Dinge eigentlich ganz einfach sind — man muss sie eben nur machen. Dieses Jahr stehe an der Schule, die aus Gymnasium und Grundschule besteht, unter dem Motto des Klimaschutzes und der Nachhaltigkeit, so Jenssen. Da passt eine solche Aktion natürlich perfekt.

Jungpflanzen noch etwas kahl

Am Mittwoch pflanzten Schüler der Klassenstufen fünf bis zehn gemeinsam mit Mitarbeitern der Stadt fünf Platanen im Koyenuma–Park, der direkt an die Schule grenzt. Schon jetzt stolze Gewächse, wenn auch jahreszeitlich bedingt gerade etwas kahl. In etwa fünf Jahren sollen sie so viel Schatten spenden, dass sie als grüne Klimaanlage für das Schulgebäude wirken. „Wir haben lange überlegt, welche Bäume wir nehmen sollen“, erklärt Schulleiterin Annette Hollitzer–Bennör zu der Pflanzaktion. Für Platanen habe man sich gemeinsam mit der Stadt entschieden, weil diese Bäume — Platanen stammen aus dem Mittelmeerraum — sehr pflegeleicht seien und auch trockene Sommer gut überstehen. Und da auch das Klima in Mitteleuropa nicht mehr wirklich heimisch sei, fiel die Entscheidung auf Platanen. Die Kosten übernimmt die Evangelische Schulstiftung Berlin als Träger der Schule.

Außerdem wolle man im Park für Vielfalt sorgen, stellte auch Bürgermeister Karsten Ilm bei dem Termin fest.  Neben Linden, Eichen und Spitzahorn stehen nun also auch Platanen in dem Park und sorgen damit für die gewünschte Vielfalt in der Grünanlage. „Es gibt viele Gründe, einen Baum zu pflanzen, stellte der Rathauschef in einer kurzen Ansprache vor den Schülern fest. „Viele Brautpaare pflanzen einen Baum zur Hochzeit“, so Ilm. „Unsere Schulen haben ja auch geheiratet“, kam es da prompt von einer Schülerin. Richtig, das Gymnasium und die Grundschule sind seit dem Jahr 2015 unter einem Dach — die Pflanzaktion kommt vielleicht nicht pünktlich zur Hochzeit, aber es ist ja auch nie zu spät.

Sauerstoff für 50 Menschen

„Für wen von euch wurde zur Geburt ein Baum gepflanzt?“, fragte Karsten Ilm. Auch das sei schließlich ein Grund. Immerhin sieben Finger gingen hoch. Bedenke man, dass ein Baum den Sauerstoff für zehn Menschen produziere, würde mit den fünf Platanen der Sauerstoff für 50 Menschen geschaffen — eine ganze Menge. Und er brachte noch den berühmten Fürst Pückler ins Spiel, nach dem nicht nur das Eis benannt wurde, sondern der sich auch als Landschaftsgärtner einen Namen gemacht hat.

Nach den Reden ging es ans Pflanzen. Die meiste Arbeit hatten sowieso die städtischen Mitarbeiter. Sie gruben die Löcher für die Bäume, setzten diese und buddelten sie auch ein. Immerhin bei einem Baum bekamen sie aber Unterstützung von ihrem Chef, der Schulleiterin und den Schülern. Sie alle griffen zum Spaten und trugen ihren Teil zur Arbeit bei. Tat auch ganz gut, denn es war ganz schön frisch bei dem diesigen Wetter in Wriezen.

„Es ist toll, dass sich die Kinder und Jugendlichen so einbringen“, erklärte Karsten Ilm nach der Aktion. Es komme eben nicht nur darauf an, auf die Straße zu gehen und den Erwachsenen vorzuwerfen, was sie in der Vergangenheit als falsch gemacht hätten, man müsse sich dann auch engagieren und sehen, was man selbst für den Klimaschutz tun könne. Und manchmal stellten auch die Jugendlichen fest, dass Umwelt– und Klimaschutz gar nicht so einfach sei. Grundsätzlich befürworte er aber das Engagement. „Lange Zeit haben wir uns darüber beklagt, dass sich die Jugendlichen nicht für Politik interessieren, jetzt regen sich viele darüber auf, dass sie es tun.