Krasse Katzen in Brandenburg: Kater Jonna gabelt nachts bei Angermünde tierische Freunde auf

Kater Jonna aus Wolletz bei Angermünde trifft bei seinen nächtlichen Ausflügen viele tierische Freunde.
Josephine TheodorWo immer er auch hingeht, der langhaarige Kater Jonna aus Angermünde zieht die Blicke auf sich. Mit seinem schwarzen Fell und weißen Pfoten zieht er gerne durch das Dorf Wolletz und den nahen Wald. Dabei geht er nicht nur auf die Jagd, sondern macht auch ganz viele besondere, mal weniger, mal mehr beliebte Freunde.
Seine „Dosenöffnerin“ Dany Lempe, fand Jonna auf einem Bauernhof bei Bad Freienwalde. Der Vater eine Norwegische Waldkatze, die Mutter hingegen eine gewöhnliche Hausmautze, hatten einen ganzen Wurf, und Jonna mit seiner Färbung und seinem langen Fell, stach für Lempe heraus. „Ich wollte schon immer viele Katzen haben, und als der Umzug nach Welse feststand, hat sich das dann so ergeben“, erklärt sie. Das ist drei Jahre her.
Jonna sollte eigentlich als Kamerad für den jetzt 18-Jahre alten Kater namens Zähnchen, der bereits auf beiden Augen blind ist, fungieren. Der wollte aber nicht viel mit dem Neuzugang im Haus zu tun haben. So suchte sich Jonna schnell einen eigenen Freund auf einem seiner nächtlichen Spaziergänge: Eines Morgens fand Lempe einen kleinen roten Kater zusammen mit Jonna wartend vor der Tür.
Kater-Freund von einem anderen Hof aufgegabelt
„Das muss eine Katze sein, die hier auf einem der Höfe in der Nähe geboren wurde“, mutmaßt sie. Bis jetzt ist der wild lebende, rote Kater, auch genannt Manfred Edelgard, da für lange Zeit unklar war, welches Geschlecht die Katze denn nun hatte, Jonna’s bester Freund. Bis heute ist er jedoch sehr wild, lässt sich überhaupt nur mit dicken Handschuhen anfassen und ist eher menschenscheu.
Da der Wald so nahe ist, hat Jonna dort praktisch sein zweites Zuhause. Sein typischer Tag beginnt damit, dass der Kater frühmorgens vor der Tür von Dany Lempe sitzt und gefüttert werden will. Wenn er dann drin ist, geht es auch schnell zu seinem Lieblingsort: dem Keller im Haus. Dort frisst und spielt Jonna, und verschläft den Tag, bis er dann abends wieder aktiv wird und rauswill. Denn dann beginnt für ihn – unter anderem – die Jagd.
„Er ist schon ein guter Jäger“, erzählt Lempe, „kleine Vögel, manchmal sogar kleine Blindschleichen.“ Sehr zu ihrem Leidwesen bringt Jonna seine lebende Beute auch ins Haus – und lässt Lempe nach den wilden Tieren suchen. Ansonsten ist Jonna sehr zutraulich, selbst fremden Menschen gegenüber. Leider auch sehr zutraulich gegenüber wilden Tieren, genauer gesagt: Waschbären.

Jonna und sein wilder Kumpelkater Wolfgang Edelgard (r.) spielen gerne zusammen im Garten von Jonna's "Dosenöffnerin" Dany Lempe.
Josephine Theodor„Wir haben vor unserem Haus hier eine Bank stehen, auf der die drei Katzen, also Jonna, Wolfgang Edelgard und Fähnchen, sich manchmal zusammen hinlegen. Die liegen dann wirklich schön aufgereiht nebeneinander“, erinnert sich Lempe. Und eines Abends lag dann neben den drei Katzen auch ein Waschbär, der sich einfach dazu geschmuggelt hatte.
Waschbär als Kuscheltier
„Der blinde Kater hat wahrscheinlich gar nicht mitgekriegt, dass es ein fremdes Tier ist. Den Waschbären habe ich dann verjagt, aber die Abende danach habe ich dann doch mehr aufgepasst, ob wieder ein Waschbär vorbeikommt.“ Jonna würde auch sehr gerne mit Dany Lempe und ihren zwei Hunden Gassi gehen – jedoch sind die Hunde und Lempe deutlich zügiger als er.
„Er möchte zwar immer mitkommen, jedoch ist er sehr langsam und hat sich ein paar Mal selbst auf den Spaziergängen verbummelt.“ Deshalb gibt es nur noch seine nächtlichen Ausflüge in die Wälder von Wolletz. Wohin genau es Jonna dort zieht, wird jetzt mit einem Tracker für die MOZ aufgezeichnet.

Früher noch etwas fremdelnd, doch jetzt sind die Wogen zwischen Fähnchen (l.) und Jonna geglättet.
Josephine TheodorFür Lempe wäre es schon interessant zu wissen, inwiefern sich Jonna in der Nacht bewegt. Ihre Vermutung ist, dass sich der Kater vor allem im Wald aufhält und eher weniger im Dorf. Auch wenn sich die Wolletzklinik gleich um die Ecke befindet, macht sich Lempe keine großen Sorgen um Jonna. „Er passt gut auf den Verkehr auf“, sagt sie. „Und zu den wirklichen Stoßzeiten rund um die Klinik ist er eigentlich sowieso unten im Keller.“
MOZ-Aktion „Krasse Katzen“
Im Rahmen der Kampagne „Krasse Katzen“ werden alle teilnehmenden Tiere mit Trackern der Marke Tractive* ausgerüstet. Bei der Auswahl der Tracker wie auch der Begleitung der Katzenbesitzer orientieren wir uns an Empfehlungen von Tierärzten und Experten. *Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Sollten Sie über den Link einen Kauf abschließen, erhält MOZ.de eine kleine Provision. Die Berichterstattung ist nicht beeinflusst.


