Größer könnten die Gegensätze wohl kaum sein: Auf der einen Seite teils filigran gefaltete Gesichter und auf der anderen Installationen aus Beton und Nylon. Zu sehen sind diese in der aktuellen Ausstellung "Zähhell" in der Wriezener Villa Blunk. Die Materialien üben auf die in Freiburg lebende Künstlerin Claudia Borowsky einen besonderen Reiz aus. "Papier hat eine Eigenspannung", erläutert sie und fügt hinzu: "Da lasse ich mich besser vom Material führen." Setze sie zu sehr dagegen, bringe das nichts. "Die Versuche enden meist im Papierkorb."
Über eine Ausschreibung in der Zeitschrift "atelier" war die 42-Jährige auf Steffen Blunk und die von ihm kuratierte "transform­art", eine jährlich stattfindende Kunstausstellung in Berlin-Oberschöneweide, aufmerksam geworden und hatte sich dafür mit Arbeiten aus Papier beworben. "Sie hat dort auch ausgestellt", berichtet Blunk und zeigt sich fasziniert davon, dass Claudia Borowsky die Blätter nur faltet. "In einem Katalog habe ich dann ihre Installationen gesehen und wusste sofort, dass ich diese in Wriezen zeigen möchte." Sie sollen bewusst an Körper erinnern, an etwas Lebendiges oder an etwas, das lebendig war, so die Künstlerin.
Info: Bis 12. Januar in der Villa Blunk, Berliner Berg 4, geöffnet jeweils samstags 13 bis 18 Uhr sowie sonntags 15 bis 18 Uhr, sonst nach Vereinbarung unter Telefon 033456 383065.