„Ich bleibe trotzdem optimistisch“, sagt Matthias Raupach, Intendant des Hof-Theaters in Bad Freienwalde. Die „Sommerkomödie light“ sei beim Publikum gut angekommen. Weil die Darsteller beim szenischen Spiel auf der Bühne die Abstandsregel nicht einhalten können, nicht proben konnten und die Einnahmen wegen der reduzierten Besucherzahl bescheidener fließen, verlegte Raupach die geplante Sommerkomödie „Ab in den Urlaub“ ins nächste Jahr. Als Ersatz servierte er dem Publikum die beschwingte Sommershow „Sag es mit Musik“ mit seinem bewährten Konzept – zwei Sängerinnen und zwei Sänger. Weil bei allen elf Terminen zwei Drittel der Plätze unbesetzt bleiben müssen, waren nicht mehr als 540 Besucher zu erreichen.

Oster-Show im September

„Ich bin froh, dass wir die verschobenen Veranstaltungen jetzt nachholen können. Die bereits bestellten und bezahlten Karten behalten ihre Gültigkeit. Nächster Höhepunkt wird eigentlich zu Ostern geplante Show „A Night auf Broadway“ am 12. und 13. September wiederum nach bewährtem Konzept sein. „Wir zeigen einen chronologischen Abriss über die verschiedensten Broadway-Shows und beginnen mit Gershwin in den dreißiger und vierziger Jahren “, erläutert der Intendant. Zu sehen seien beispielsweise Stücke aus der „Westside-Story“, „My Fair Lady“ und der „Zauber von Oz“. „Wir wollen zeigen, dass die Wurzeln im Jazz liegen und viele bekannte Komponisten jüdische Emigranten aus Deutschland waren“, so Raupach.

Es gibt noch Karten

Auf der Bühne stehen die von der Sommershow bekannten Darsteller Alice Macura, Karen Bild und Matthias Raupach. Der Vierte im Bund ist diesmal Daniel Hauser. Begleitet wird das Gesangsquartett von Matthias Binner am Klavier. „Wir werden nächste Woche proben“, kündigt Raupach an. Sein Lichttechniker aus Wien werde wieder die Scheinwerfer programmieren. Für beide Veranstaltungen gebe es noch Restkarten. Dem folgen die verschobene Lesung von Gregor Gysi am 18. September und der Kabarettist Bernd-Lutz Lange am 20. September, für den es auch noch Karten gebe.

Geringere Einnahmen

„Wir werden uns an die Abstands- und Hygieneregeln halten“, sagt Raupach. Seine Programmplanung in den nächsten Wochen und Monaten richtet sich nach der veränderten Einnahmesituation. Weil jedoch der gesamte Kulturbetrieb unter den Folgen der Corona-Pandemie leidet, freuen sich die Künstler über jedes Engagement und schrauben ihre finanziellen Erwartungen herunter. „Wir brauchen öffentliche und private Unterstützung“, betont Raupach. Er sei daher froh, dass der Trägerverein Musiktheater Brandenburg neue Mitglieder gewonnen habe, die dem Verein helfen wollen. Auf 48 Mitglieder sei der Verein angewachsen, sagt Raupach, der als Geschäftsführer des Vereins fungiert. Bei der Jahreshauptversammlung sei seine Mutter Gertrud Raupach für weitere vier Jahren als Vorsitzende bestätigt worden. Neu im Vorstand ist die Stellvertreterin Gundula Wende. Als Schatzmeisterin wurde Iris Radig bestätigt.
Raupach erwartet in diesem Monat eine überarbeitete Version der Corona-Vorschriften. „Wir brauchen andere Regeln“, sagt er. Er hoffe, dass ein Ensemble wie eine Familie angesehen wird. In Wien beispielsweise müsse das Ensemble von „Cats“ zusammen bleiben, weil die Autoren sich weigerten, ihr Stück Corona-Bedingungen anzupassen.

Kooperation mit Uckermärkischen Bühnen Schwedt

Ziel sei es die Kooperationsvereinbarung mit den Uckermärkischen Bühnen Schwedt (ubs.) wiederzubeleben. Das Theater ist als Landesbühne anerkannt, bekommt mehr Mittel, muss aber mit seinen Stücken auch aufs breite Land. Mit dem Hof-Theater haben die ubs. einen Partner gefunden, der ihnen ihre Arbeit erleichtert. Das kleine Theater ist seit einem Jahr technisch so gut ausgestattet, dass die Schwedter nur mit den Schauspielern und einem Computer-Stick anreisen müssen. Beide Theater haben sich verständigt, Theater für Schüler aufzuführen. „Wir brauchen jetzt die Schulen, die uns unterstützen“, so der Intendant. Zwei Grundschulen der Kurstadt hätten bereits zugesagt.