Kultur: Mit Fontane in der Kurstadt

Führte in die neue Ausstellung im Oderlandmuseum ein: Kurator Reinhard Schmook (Mitte). Er ist auch Verfasser des Begleitbuches mit dem Titel "Theodor Fontanes Begegnungen mit Freienwalde – eine Spurensuche zum 200. Geburtstag".
Anett ZimmermannTheodor Fontane weilte von 1859 bis 1867 mindestens einmal im Jahr in Bad Freienwalde, wenn er seinen Vater Louis Henri in Schiffmühle besuchte“, berichtete Kurator Reinhard Schmook am Freitag zur Eröffnung der neuen Ausstellung im Obergeschoss des Oderlandmuseums in Bad Freienwalde. Der Dichter habe seine Eindrücke zunächst in Reisenotizbüchern festgehalten, später dann im mehrfach überarbeiteten Freienwalde-Kapitel des zweiten Teils seiner „Wanderungen“, der 1863 erstmals als „Das Oderland. Barnim – Lebus“ erschien.
Vergleich einst und heute
Und so werden in der Ausstellung nun Nikolaikirche, die künstliche Ruine auf dem Weinberg, der Brunnenkirchhof „Rosengarten“, der Monte Caprino, das Schloss Freienwalde und die Kapelle beim Gesundbrunnen aus dem Blickwinkel Fontanes mit dem heutigen Erscheinungsbild verglichen. Erstmals zu sehen seien, so Schmook, auch einige Kleinodien aus der Sammlung des von der Albert Heyde Stiftung getragenen Museums. Darunter befinden sich zwei Wirbelknochen Caspars von Uchtenhagen und einige Reste von seinem Sarg, die bei einer Öffnung der Gruft 1972 in der Nikolaikirche zu Tage kamen. Ein Autograph des Volksdichters Karl Weise in Form eines Gedichtes, das er 1887 auf eine Postkarte geschrieben hat, gehört ebenfalls dazu.
Fontane habe für sein Freienwalde-Kapitel in den „Wanderungen“ auch auf andere Quellen zurückgreifen können, erläuterte Schmook und nannte den Schropp’schen Führer durch Freienwalde von 1848. Dieser ist mit beiliegender Wanderkarte in der Ausstellung ebenso im Original zu sehen wie das Sagenbuch von Martin Dewitz und die „Sieben Sagen von Freienwalde und Umgegend“ von Georg Schenk.
Eingegangen wird zudem auf die Wohn- und Grabstätte des Vaters in Schiffmühle, den Kunersdorfer Musenhof und das Fontane-Denkmal in Falkenberg. Nachzulesen ist all dies auch in einem Begleitbuch, das als achter Band der Heimatkundlichen und regionalgeschichtlichen Schriften der Albert Heyde Stiftung erschienen ist. Dank Unterstützung des in Werneuchen ansässigen Findlingsverlags.
Wiedersehen in Schiffmühle
Für die Geschäftsführerinnen Sandra Knopke und Saskia Klemm gab es deshalb auch jeweils einen Blumenstrauß. Nicht unerwähnt blieben unter anderem die Mitstreiter Michael Zajonz, Helmut Otto und Volker Panecke in Schiffmühle. Von Letzterem bringt der Findling-Verlag mit dem literarischen Reiseführer „Das Sonnenlicht hüpft in den Zweigen“ eine weitere Publikation zum Fontane-Jahr heraus. Diese soll zur Wiedereröffnung des Fontanehauses in Schiffmühle am 17. Mai vorliegen, hieß es.
„Freienwalde – hübsches Wort für hübschen Ort“ im Oderlandmuseum, Uchtenhagenstraße 2, 16259 Bad Freienwalde, Mittwoch bis Sonnabend 11 bis 17 Uhr, Begleitschrift von Reinhard Schmook, ISBN 978-3-933603-62-3 (14 Euro)
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Hier beginnt der Infotext fett danach wieder normal⇥Autor XXX