Kunst: Das Oderbruch als ein großes Atelier in Bad Freienwalde präsentiert
Der Durst nach Abwechslung ist groß
„Die Leute dürsten nach Abwechslung“, stellte Eva Laufer fest, die Schmuck und Gemälde bei der Malerin und Grafikerin Elisabeth Pankhurst in Hohenwutzen ausstellte. Catrin Sternberg (Schmuck und Malerei), die auch in diesem Jahr wieder von Malerin Barbara Störmer auf deren Hof nach Alttrebbin eingeladen wurde, erzählte: „Während des Lockdowns waren mein Mann und ich auf Hartz IV.“ Die beiden geben auch Musikunterricht und der war in dieser Zeit nicht möglich. Bis Ende Mai mussten sie pausieren und so habe sie die Krise sehr hart getroffen. „Man war richtig raus und man weiß ja auch nicht, was noch auf uns zukommt“, macht sie deutlich, dass immer noch Verunsicherung vorhanden ist.
Gleichzeitig freut sie sich aber über die Solidarität der Menschen, die sie in den vergangenen Monaten erfahren habe. Auch bei zwei Kunstmärkten, auf denen sie ihre Arbeiten inzwischen wieder ausstellen und verkaufen konnte.
Für manch einen war die Verschiebung aber auch ein regelrechtes Glück. „Ich war noch nie bei dieser Veranstaltung, hatte es aber immer auf dem Plan“, erzählte Hannelore Rachow, die zusammen mit Karen Behnicke endlich die Gelegenheit nutzte, sich am Sonnabend einige Ateliers anzuschauen. Etwa das von Bildhauer Jörg Engelhardt in Eichwerder. Engelhardt haben es vor allem Affenskulpturen angetan. „Wir sind zu 96 Prozent baugleich und doch so anders“, nennt er die Gründe, warum er sich seit dem Jahr 2006 auf die Darstellung unserer nächsten Verwandten spezialisiert hat. Obwohl sich der Mensch selbst als Krone der Schöpfung bezeichnet, erscheint Jörg Engelhardt das Verhalten der Affen doch viel klüger, als das der Menschen.
Viele Besucher der Kunst-Loose-Tage 2020 nutzten die Gelegenheit, das Oderbruch als großes Atelier zu erkunden. Immer wieder traf man sie an anderen Orten wieder. „Ist das toll“ oder „das finde ich ja stark“ und ähnliche Bemerkungen waren da immer wieder zu hören. Jene, die zum ersten Mal die Gelegenheit wahrnahmen, die Veranstaltung zu besuchen, waren denn auch ganz überwältigt davon, wie viel Kunst in all seinen Facetten das Oderbruch zu bieten hat. „Ich glaube, ich bin die einzige Gebürtige, die hier mitmacht“, stellte Keramikerin Heidi Köhler aus Güstebieser Loose fest, dass das Oderbruch beinahe wie ein Magnet auf Künstler aller Art wirkt.




