Lehrstellen
: Gute Chancen für Berufsstart

Viele Jugendliche in der Region sind offenbar zu spät bei der Lehrstellensuche dran. Dennoch haben auch sie gute Chancen.
Von
Anett Zimmermann
Bad Freienwalde
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Vermitteln gern: Sandra Lorey und Elvira Reinhardt (r.) vom Arbeitgeberservice Märkisch-Oderland der Agentur für Arbeit. Gesucht würden Auszubildende für fast alle Berufe.

Anett Zimmermann

Wir haben freie Stellen in fast allen Bereichen“, sagt Elvira Reinhardt, Mitarbeiterin im gemeinsamen Arbeitgeberservice mit den Geschäftsstellen Bad Freienwalde, Seelow und Strausberg. „Die Unternehmen bieten Ausbildungen zum Anlagenmechaniker, Elektriker, in landwirtschaftlichen Berufen“, beginnt sie aufzuzählen. Nur im Bereich IT sei die Region nicht so gut aufgestellt, räumt sie ein.

Die Berufe und auch Bezeichnungen würden ständigen Änderungen unterliegen, sagt Teamleiterin Sandra Lorey. „Landwirtschaft bedeutet heute viel weniger Handarbeit als früher, die Felder werden per GPS bestellt, die Fahrerkabine eines Mähdreschers ist klimatisiert.“ Und ein Koch werde nicht bis zur Rente ein und die selbe Speisekarte hoch und runter kochen.

Spätere Übernahme als Ziel

Ausgebildet werde vor allem für den eigenen Bedarf. „Da kann schon im Bewerbungsgespräch viel ausgelotet werden“, sagt Elvira Reinhardt. Den Jugendlichen würden oft Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten aufgezeigt. Eine spätere Firmenübernahme etwa bei Handwerksbetrieben sei nicht ausgeschlossen.

Würden Vertreter von Unternehmen zum Beispiel bei Messen merken, dass sich ein Achtklässler für eine Ausbildung interessiert, werde versucht, diesen schon an die Firma zu binden. „Wir haben ein gutes Netzwerk und können viele Wünsche von Jugendlichen erfüllen. Je besser wir diese kennen, desto größer ist die Chance, den richtigen Ausbildungsplatz zu finden.“ Auch über Nachhilfe, Fahrgeld oder einen Zuschuss zum Führerschein könne heute offen geredet werden.

Doch trotz der zahlreichen Beratungs- und Hilfsangebote nicht nur bei der Agentur für Arbeit seien viele Jugendliche zu spät bei der Suche nach einem Ausbildungsberuf dran. „Das ist ein Phänomen, das wir uns nicht erklären können“, sagt Sandra Lorey. Doch selbst Nachzügler hätten heute noch alle Chancen – außer in den Bereichen wie Verwaltung und Banken, die mit ihren Auswahlverfahren meist schon zu Jahresbeginn durch seien.

Zu welchem Vorgehen die beiden Mitarbeiterinnen der Agentur für Arbeit raten? Sich spätestens zwei Jahre vor dem Schulabschluss auf die Suche zu begeben – nach der gewünschten Ausbildung und dann natürlich auch nach der geeigneten Lehrstelle. „Praktika sind immer gut“, sagt Elvira Reinhardt und erwähnt einen Friseurmeister, der dies für das Jahr vor Ausbildungsbeginn an einem Tag in der Woche anbietet. Um sich einen Eindruck vom Arbeitsalltag zu machen, seien Praktika zudem in den Ferien möglich. Einstiegsqualifizierungen im Betrieb und rechtzeitig begonnen, könnten – wenn alles passt – sogar als Teil der Ausbildung anerkannt werden.

Wer noch gar nicht weiß, was er werden soll, könne es auch mit einem Test im Internet versuchen, meint Sandra Lorey und hat dies gerade mal selbst ausprobiert. „Das Ergebnis war gar nicht so schlecht. Aber für junge Leute wäre es doch ein guter Anlass, um das Gespräch mit den Eltern, einem Berufsberater und natürlich Firmen selbst zu suchen.“

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Hier beginnt der Infotext fett danach wieder normal⇥Autor XXX