Model aus Wriezen
: Ex-GNTM-Kandidatin Betty Taube über ihre Jugend im Oderbruch

Durch „Germany’s Next Topmodel“ (GNTM) wurde Betty Taube aus Wriezen bekannt. In einem Podcast spricht die Kandidatin der Heidi-Klum-Show über ihre verrücktesten Erlebnisse und beichtet Jugendsünden.
Von
Felix Krone
Wriezen
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Betty Taube: ARCHIV - 01.12.2024, Berlin: Betty Taube, Model und Influencerin. (zu dpa: ««Viel Scheiße gebaut» - Model Betty Taube über ihre Jugend») Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

In ihrem Podcast spricht Model und Ex-Kandidatin von GNTM Betty Taube aus Wriezen über ihre Jugend im Oderland. Gemeinsam mit ihren Freunden habe sie damals „viel Scheiße gebaut“, gibt sie zu.

Sebastian Gollnow/dpa
  • Betty Taube wurde 2014 durch GNTM bekannt und belegte den vierten Platz.
  • Im ARD-Podcast erzählt sie über ihre Jugend in Wriezen und Jugendsünden.
  • Sie berichtet von Ortskontrollfahrten, Autorennen und illegalen Aktivitäten.
  • Ihr erstes Auto, ein silberner Opel Corsa, ist für sie stets etwas Besonderes geblieben.
  • Die Schule und Freunde gaben ihr Halt; sie verbrachte ihre Jugend im Kinderheim.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„In Wriezen und Umgebung musste schon manchmal die Feuerwehr für uns ausrücken“ – das beichtet Betty Taube im ARD-Podcast „OKF –Ortskontrollfahrt“. Hier kommen Prominente zu Wort, die in Ostdeutschland aufgewachsen sind. Betty Taube wurde 2014 durch ihre Teilnahme an der Show „Germany’s Next Topmodel“ (GNTM) bundesweit bekannt. Ihr bester Freund habe ihr damals vorgeschlagen, sich beim Casting anzumelden, später belegte sie den vierten Platz in der Staffel. Seither arbeitet sie als Model und machte sich auch als Moderatorin und Influencerin einen Namen.

Tatsächlich habe sie selbst in ihrer Jugend quasi täglich Ortskontrollfahrten in Wriezen und Umgebung unternommen, berichtet Betty Taube im Gespräch mit den Moderatoren Lilly Blaudszun und Jakob Springfeld. „Wir hatten Langeweile, die ersten hatten ihren Führerschein und dann sind wir einfach aus Langeweile durch den Ort gefahren und haben geguckt, was da so geht“, erinnert sich das Model an ihre Jugendzeit und spricht damit wohl vielen Dorfkindern aus der Seele.

Ortskontrollfahrten und Autorennen in Wriezen

Getunte VW Golfs und Polos seien damals die bevorzugten Untersätze für derartige Touren gewesen. „Das fand ich aber richtig cool“, sagt sie in Bezug auf die damaligen Tuningtrends, heute habe sie aber andere automobile Vorlieben. Zudem sei das Spiel „Autoverstecke“ eine beliebte Freizeitaktivität gewesen. „An der Tankstelle haben wir angefangen. Dann hatten wir 15 Minuten Zeit, uns mit dem Auto zu verstecken und es gab ein Suchteam, die mussten dann die anderen Autos finden“, erläutert sie.

Gute Erinnerungen hat sie auch an ihr eigenes erstes Auto, den „Olaf“, wie sie ihn nennt. Ein silberner Opel Corsa mit 60 PS, „doch ich habe es geschafft, einmal auf der Autobahn 200 zu fahren“. Besonders habe ihr gefallen, dass es in seinem Innenraum immer nach altem Auto gerochen habe. „Olaf ist noch am Start“, berichtet Taube, „aber er fährt nicht mehr“. Eines Tages wolle sie ihn gemeinsam mit ihren Freunden beerdigen, also verschrotten. Währenddessen sollen die schönsten „Olaf-Erinnerungen“ ausgetauscht werden, wünscht sie sich.

Betty Taube: 26.06.2011: Betty Taube

Die 17-jährige Betty Taube aus Wriezen – in dieser Zeit habe sie einige Jugendsünden begangen, verrät sie in einem Podcast.

Oliver Voigt

Moderator Springfeld fragt Betty Taube, was die erste Station sein könnte, die sich für eine Ortskontrollfahrt in Wriezen anbietet. Ihr kommt sofort das Waldbad in den Sinn. „Da fahren wir hin, weil irgendwie verbinde ich das mit meiner Abi-Zeit“, sagt sie. In der Zeit nach den Abiturprüfungen sei sie jeden Abend mit ihren Freunden dort hin gefahren, obwohl sie es dort „nicht schön“ finde, wie sie gesteht. Wegen des in ihren Augen nicht sehr sauberen Wassers habe sie dort auch noch nie gebadet, stattdessen habe sie lieber am Lagerfeuer gesessen „und über Gott und die Welt gesprochen“.

Model Betty Taube aus Wriezen beichtet Jugendsünden

„Viel Scheiße“ habe sie gemeinsam mit ihrem großen Freundeskreis gebaut, der damals auch Feuerwehreinsätze ausgelöst habe, wie sie sich erinnert. Auch der nahegelegene Polenmarkt sei ein häufiges Betätigungsfeld für sie und ihre Clique gewesen. „Wir haben dort halt das ein oder andere mitgehen lassen“, verrät sie, „wenn unsere Autos angehalten worden wären, säßen wir wahrscheinlich heute noch im Gefängnis“. Insbesondere illegale Waffen, wie Wurfsterne, Schlagringe, Armbrüste sowie verbotene Polenböller seien in ihrem Umfeld ein beliebtes Mitbringsel aus dem Nachbarland gewesen.

Diese Souvenirs seien gerne genutzt worden, um Sachbeschädigungen zu verüben. Betty Taube lobt ihre Heimatstadt für die Geduld mit ihrem damals jugendlichen und renitenten Freundeskreis: „Wriezen war da sehr kulant, wir mussten uns nie entschuldigen“. Als Jugendliche habe ihr die Schule, viel Halt gegeben, erinnert sich das Model. Betty Taube verbrachte ihre Jugend im Kinderheim, da ihre verstorbene Mutter alkoholkrank war. Auf dem Bertolt-Brecht-Gymnasium in Bad Freienwalde habe sie sehr gute Freunde kennengelernt und sei auch von deren Familien schnell ins Herz geschlossen worden. Bis heute stehe sie mit ihrem damaligen Freundeskreis in engem Kontakt und besuche regelmäßig die Heimat, das sei ihr „Mini-Urlaub übers Wochenende“. Wieder dauerhaft im Oderbruch zu wohnen könne sie sich derzeit aber nicht vorstellen, sagt sie.

Gute Erinnerungen hat sie auch an die zahlreichen Treffen mit ihren Freunden an der Tankstelle in Wriezen. „Die haben gut mit uns verdient“, erklärt sie. Dort seien bei Eierbrötchen und Rubbellosen die besten Ideen entstanden.

Model bedauert Schließung des Oderbruchzoos Altreetz

Gelegentlich seien auch Viertel-Meile-Rennen zwischen dem Zebrastreifen auf der Frankfurter Straße und der Tankstelle gefahren worden, erinnert sie sich, vor allem Abends und nachts. Im Winter sei auf vereisten Wriezener Parkplätzen gedriftet worden, was den verwendeten Autos nicht immer gutgetan habe. Zum Glück sei es in ihrem Freundeskreis nie zu ernsthaften Unfällen gekommen. Auch die Simson-Szene in der Region habe sie stets als sehr lebendig erlebt, habe jedoch selbst nie ein entsprechendes Moped gehabt, berichtet sie.

Neben dem Waldbad und der Wriezener Tankstelle sei der mittlerweile geschlossene Oderbruchzoo Altreetz ein prägender Ort ihrer Jugend gewesen, sagt Taube. Dass dieser nicht mehr existiert, breche ihr das Herz. Insbesondere die kuriose Mischung der ausgestellten Tierarten sei ihr im Gedächtnis geblieben. Es sei schon mal vorgekommen, dass sich ihr Freundeskreis nach schwungvollen Feiern vorgenommen habe, von dort ein Känguru zu entführen, doch „wir haben nie ein Tier mitgenommen“.

Weniger warm geworden sei sie mit den klassischen Dorffesten. Dort herrsche „eine komische Stimmung“ findet sie. Trotzdem schätze sie Dorffeste als Gelegenheit, Leute zu treffen, die man länger nicht gesehen hat. Ansonsten seien bei ihr und ihren Freunden die Stadthalle Wriezen eine beliebte Feierstätte gewesen. Dort gebe es „den besten Melonenschnaps“, mittlerweile fühle sie sich dort inmitten der feiernden Jugendlichen allerdings selbst alt, sagt die 30-Jährige.

Die Teilnahme an „Germany’s Next Topmodel“ 2014 habe ihr Leben schließlich von heut auf morgen völlig verändert. „Ich konnte ja nicht mehr auf die Straße gehen, ohne dass mich irgendjemand erkannt hat“, erklärt sie. Eigentlich habe sie nach dem Abitur beruflich in Richtung Gerichtsmedizin gehen wollen, „doch dann kam Heidi um die Ecke und ich dachte, ich hab eh nix zu tun, fahr’ ich mal mit“. Ursprünglich sei ihr Plan gewesen, nur ein Jahr lang zu modeln und sich dann umzuorientieren, „und jetzt mache ich das schon elf Jahre“.