Modellbau
: Nach 12 Jahren ist das Modell-U-Boot bereit für die Jungfernfahrt

Modellbauer Friedhelm Hönicke wartet nur noch auf das Ladegerät. Dann kann sein Schiffsmodell fahren.
Von
Steffen Göttmann
Schiffmühle
Jetzt in der App anhören

Blick ins Herz: Modellbauer Friedhelm Hönicke wartet nur noch auf das Ladegerät. Dann kann sein Schiffsmodell fahren.

Steffen Göttmann

12-Volt-Batterie als Antrieb

In akribischer Kleinarbeit baute Hönicke im vergangenen Jahr zwei Industriemotoren ein, die von einer zwölf-Volt-Batterie angetrieben werden. „Jetzt warte ich nur noch auf das Ladegerät“, sagt Hönicke. Er bezieht diese seltenen Spezialteile, die keine Massenware sind, von einem Hamburger Vertrieb für Modellbauer. Nicht alles kommt gleich nach Bestellung. Modellbaumotoren wären zu schwach, um das mittlerweile 15 Kilogramm schwere und 1,80 Meter lange Modell anzutreiben. Mit Industriemotoren wie diesen würden beispielsweise Lüfter angetrieben.

Erste Schwimmversuche unternahm Hönicke in der vollen Badewanne. „Mit Gewichten habe ich das Modell auf die Wasserlinie gedrückt.“ Dann der Rückschlag: am Ruder drang etwas Wasser ein. Er drehte den Rumpf um und fand weitere mögliche Schwachstellen. „Mit dem Granulat von Hosch-Kleber in Schwedt bekam ich den Rumpf dicht“, berichtet der Modellbauer. Er vermischte das Granulat mit Sekundenkleber und verstärkte die Schwachstellen. Um Platz für die Motoren zu schaffen, musste er das Innere des Rumpfs umbauen. "Ein Modellbauer muss sich immer etwas einfallen lassen“, lautet Hönickes Devise. So hat er Schalter von Stehlampen eingebaut, um die Positionsscheinwerfer, Suchscheinwerfer und Rundumleuchte am Hauptmast betreiben zu können.

Der Jungfernfahrt auf der Alten Oder steht eigentlich nichts mehr im Wege. Doch ohne das spezielle Ladegerät kann er den Akku nicht laden. Wenn alles klappt, würde er gerne beim Bralitzer Dorffest das Schiff im Dornbuschsee fahren lassen. „Ich könnte mir auch mal eine Sonderausstellung im Vereinshaus Bralitz vorstellen“, sagt Hönicke, der sich damit für die Hilfe aus Bralitz bedanken möchte.

2000 Euro hat der Schiffmühler Rentner in den Antrieb des Schiffsmodells gesteckt, mit dem er bei Modellbau-Ausstellungen groß rauskommt. „Ohne Dieter Kiekeben und seine Hilfsaktion hätte ich das nicht geschafft, weshalb ich ihm und seinen Mitstreitern sehr dankbar bin“, sagt Friedhelm Hönicke. Kiekeben hatte vor zwei Jahren nach einem Aufruf Geld gesammelt, sodass er den Antrieb finanzieren konnte.

Modellbauer als Kapitänsfigur

An das Schiffsmodell geriet Hönicke per Zufall. „Ich bekam die Reste des Modells geschenkt und wollte zuerst ein Spielzeug für die Kinder bauen“, berichtet er.  Doch es packte ihn und er baute aus Pappe, Holz und Kunststoff ein originalgetreues Modell. Jetzt hat er sich selbst verewigt, in dem er es mit einer Kapitänsfigur versah, die ihm sehr ähnlich sieht.