Modelltüftler
: Jungfernfahrt fällt ins Wasser

Weil die Elektromotoren für den Antrieb nicht geliefert werden, kann das Schiffsmodell „Daphne“ nicht auslaufen.
Von
Steffen Göttmann
Schiffmühle
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Der ganze Stolz: Friedhelm Hönicke (69) aus Schiffmühle will in das Modell des dänischen U-Boot-Jägers "Daphne" Elektromotoren einbauen. Für die gibt es wohl einen Lieferengpass.

Steffen Göttmann

Eine schnittige Motoryacht und Fischkutter stehen auf dem Tisch in Friedhelm Hönickes kleiner Werkstatt in seinem Haus in Schiffmühle. Den Kutter, ein Plastemodell, habe er vor dem Sperrmüll gerettet, die Yacht im Stil der sechziger Jahre bekam er von einem anderen Modellbauer, der sie los werden wollte. Sie war nicht ganz fertig. „Ich habe noch eine Sitzbank und ein Tisch eingebaut und suche jetzt noch Figuren im Maßstab 1:22“, erzählt Friedhelm Hönicke.

Der ganze Stolz des 69–Jährigen ist jedoch das Schiffsmodell im Maßstab 1:15 des dänischen U–Bootjägers „Daphne“. Das Original war von 1961 bis 1990 im Dienst der dänischen Marine. Fast sieben Jahre lang hat Hönicke an dem Holzmodell gearbeitet, bis er es orginalgetreu aufgebaut hatte. Weil sich der Rentner Antriebswelle und Motoren für das 1,52 Meter Schiffsmodell nicht leisten kann, initiierte Dieter Kiekeben im Januar 2018 eine famose Spendenaktion, bei der mehr als 1000 Euro zusammen kamen. Zum Dank versprach Friedhelm Hönicke, das Schiffsmodell in diesem Jahr  beim Bralitzer Dorffest zu Wasser zu lassen.

Wartezeit überraschend lang

Doch daraus wird jetzt nichts. „Ich warte jetzt schon seit einem halben Jahr auf die Motoren“, sagt Friedhelm Hönicke. Die Modellbau–Firma aus Hamburg, mit der der Schiffmühler schon seit Jahren zusammenarbeitet, habe die bestellten Motoren bisher nicht liefern können. „Und ich weiß nicht, woran es liegt“, fügt er hinzu. Zwei über Funk gesteuerte Zwölf–Volt–Motoren sollen die beiden Schiffsschrauben antreiben und für ausreichend .Vortrieb sorgen. Der Modellbauer verzichtet auf teure Akkus, die Motoren werden aus einer handelsüblichen Motorrad–Batterie gespeist. „Ich war echt zu naiv und habe geglaubt, die Motoren werden in zwei bis drei Wochen geliefert“, bedauert Hönicke. Selbst wenn die Motoren in den nächsten Tagen kommen, schaffe er es nicht mehr, das Schiff in zwei Wochen zu Wasser zu lassen.

Simulation in der Badewanne

Vom Gewicht her müsse das Schiffsmodell ausbalanciert werden, sodass es bis zur Wasserlinie tatsächlich im Wasser liegt Auf Bitten des Altmeisters der Hamburger Modellbaufirma hab er dies in der Badewanne simuliert. Das Schiff benötige einschließlich der Motoren und Antriebstechnik 15 Kilogramm Zuladung, um stabil im Wasser zu liegen, so das Ergebnis.

Friedhelm Hönicke bietet dem Heimatverein Bralitz nun als „Ausgleich“ eine Ausstellung mit seinen Schiffsmodellen an.