Motorsport: Arne Karbe hat Benzin im Blut

Stolze Pokalsammlung: Arne Karbe vor seinem "Arbeitsgerät" inmitten der Trophäen.
Winfried KastlerZu diesem Hobby ist er nicht wie in den meisten Fällen durch seinen Vater gekommen. Der hat inzwischen seine geliebte Taubenzucht zu Gunsten des Hobbys des Juniors aufgegeben. Nein, der Nachbar ist schuld. Der sei begeisterter Motorsportler und sein Sohn teilt die Leidenschaft, erinnert sich Arnes Vater. Und wie der Zufall es wollte, ist auch bei Arne der Funke übergesprungen. Er wurde mit dem Motorsport-Virus infiziert und so dauerte es bis zum Kauf einer ersten gebrauchten Motocrossmaschine nicht lange – ein 50ccm Motorrad mit Automatikgetriebe. Arne war damals gerade vier Jahre alt.
Die ersten Fahrversuche wurden noch daheim durchgeführt, das brachte aber umgehend Ärger mit der Mutti. Es mussten Alternativen her. Die wurden in Dannenberg gefunden, wo der international erfolgreiche ehemalige Motocross-Rennfahrer Helmut Mielenz eine Cross-Strecke betreibt. Dort lernte Arne auch Rainer Dietzmann von der Motorsportgemeinschaft Eberswalde kennen. Der ist selbst seit vielen Jahren Motocross-Fahrer und widmet sich intensiv der Nachwuchsförderung. Seit Neuestem bietet er Schnupperkurse für die Kleinsten an. Jeder ambitionierte kleine Interessent kann mit dem vereinseigenen Motorrad und der dazu passenden Schutzausrüstung nach Absprache (0172/1040645) ein Testtraining absolvieren. An zwei dieser Kurse nahm Arne teil und danach kam Rainer Dietzmann auf Vater Thomas zu und meinte, Arne hätte nicht nur Benzin im Blut, sondern außergewöhnliches Talent und das sollte gefördert werden. Bereits zu Weihnachten stand ein niegel-nagelneues Bike unterm Weihnachtsbaum.
Vizetitel im ersten Jahr
Im Mai 2018 gab es einen Rückschlag. Arne stürzte und brach sich das Handgelenk. Erst zum Jahresabschluss absolvierte er das erste Rennen. Unzählige Trainingseinheiten später standen im Frühjahr die ersten Rennen an. Das Hauptaugenmerk lag auf der Landesmeisterschaft Berlin-Brandenburg in der Klasse 50ccm. Diese wird mit Mecklenburg-Vorpommern ausgetragen. Insgesamt wurden sechs Wertungsläufe ausgetragen und Arne heimste auf Anhieb die Vizemeisterschaft ein. Da der Rennkalender mit den sechs Landesmeisterschaftsläufen nicht ausgefüllt war, nahm Arne auch an der LVMX-Meisterschaft teil. Dabei tragen Berlin-Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt sowie Sachsen eine „ostdeutsche“ Meisterschaft aus. Arne landete auf einem guten fünften Platz. Zur Belohnung fand die Siegerehrung dazu im Rahmen des 17. ADAC Super-Cross in Chemnitz statt. Eine internationale Veranstaltung mit fast hundert Fahrern aus 15 Nationen – einer davon Arne Karbe. Vor 5000 Zuschauern in der ausverkauften Chemnitzer Messehalle stand er gleich zweimal am Startgatter und belohnte sich mit einem überragenden zweiten Platz letztlich selbst.
Doppelsturz im tiefen Sand
Ein weiterer Höhepunkt des vergangenen Jahres war sicherlich auch der ADAC Bundesendlauf in Tensfeld (Schleswig-Holstein). Im Finallauf dann erwischte Arne einen super Start und konnte sich auf Platz zwei behaupten, bevor er im tiefen Sand zu Boden musste. Nach dem kräftezehrendem Aufrichten des Motorrades, fremde Hilfe ist nicht erlaubt, nahm Arne als 8. das Rennen wieder auf. Doch als wäre das nicht ärgerlich genug, stürzte er an gleicher Stelle in der darauffolgenden Runde erneut. Aber Arne steckte den Kopf nicht in den sprichwörtlich tiefen Sand, sondern kämpfte sich verbissen in den letzten Runden nochmals auf den zehnten Platz vor.
Die erste Rennsaison endete also für den jungen Moto-Crosser vom Eberswalder Bluebird-Racing Team überaus erfolgreich. Der Trainingsfleiß zahlte sich aus, Arne sammelte neue Erfahrungen und blickt voller Vorfreude auf die neue Saison. Arne bedankt sich bei all seinen Unterstützern, bei seiner Familie aber auch bei seinen sportlichen Kontrahenten.