Mottowoche
: Hilfreiche Tipps für Blinde im Alltag

Die Bezirksgruppe Bad Freienwalde des Blinden- und Sehbehinderten-Verbands Brandenburg hat ein neues Domizil gefunden.
Von
Anett Zimmermann
Bad Freienwalde
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Lesehilfen: Augenoptikermeisterin Manuela Düntzsch (Mitte) zeigt Annemarie Reiche und Evelyn Bahr (r.) am Dienstagnachmittag im Rahmen der Veranstaltung der Bezirkgruppe Bad Freienwalde des Blinden- und Sehbehinderten-Verbands Brandenburg zur Woche des Sehens Kantenfilter, mit denen Kontraste besser sichtbar werden.

Anett Zimmermann

Eine von 18 Gruppen im Land

Nach Kaffee und Kuchen berichtete Ines Dannenberg, seit dem Vorjahr im Vorstand, über das jüngste Patientenforum in Cottbus, bei dem unter anderem Dr. Heike Petersen vom Augenzentrum Frauenfeld (Schweiz) über die häufigsten Augenerkrankungen berichtet habe. „Für mich war alles neu“, gestand Ines Dannenberg ein und fügte hinzu: „Ich wusste bisher auch nicht, dass es insgesamt 18 Bezirksgruppen in Brandenburg gibt.“ Großes Thema sei die Barrierefreiheit gewesen und der Wunsch, den Alltag weitgehend selbstständig zu meistern. So stelle sich für sie zum Beispiel die Frage, ob auch mal wieder ein Anbieter von Hilfsmitteln wie Lupen, Bildschirmlesegeräten, sprechenden Uhren oder Spielen nach Bad Freienwalde geholt werden soll. Beim Thema E-Mobilität habe es in Cottbus – dort hat der Landesverband auch seinen Sitz – Kritik an den in diesem Jahr neu zugelassenen E-Scootern gegeben, die viel zu leise seien. Das gelte für Elektrofahrzeuge generell, heißt es in der Runde und dass sich der Verband schon länger dafür einsetzt, dass sich da etwas ändert.

Ines Dannenberg verweist unterdessen auf eine für Blinde und Sehschwache neu gestaltete Ferienanlage bei Rathenow und ein ebenfalls entsprechend eingerichtetes Hotel in Boltenhagen an der Ostsee und bittet um Vorschläge für gemeinsame Ausflüge im nächsten Jahr und die Vereinsarbeit allgemein. Über den Landesverband habe man auch einen Paten zur Seite gestellt bekommen, der die Bezirksgruppe unterstützen soll. Das Angebot nehme man mit Blick darauf, dass es zurzeit keinen gewählten Vorstand gebe, gern an. "Wir müssen vor allem wieder Jüngere für den Verband gewinnen“, meint eine Frau am Tisch und ergänzt: „Es gibt weit mehr Betroffene, aber da gibt es offenbar eine Scheu.“

Mehr Farbe und Licht

Augenoptikermeisterin Manuela Düntzsch sprach im Anschluss über das Kontrastsehen. „Das ist im Alltag wichtiger als die Sehleistung“, sagte sie und erläuterte dies anhand von Beispielen. So stelle sie bei Hausbesuchen oft fest, das zu wenig Licht oder Farbe eingesetzt wird. Bei einem weißen Waschbecken sei klar, dass es irgendwann schwieriger werde den weißen Zahnputzbecher oder die Seifenschale mit weißer Seife zu finden. Ton-in-Ton sei an sich zwar schön, aber nicht immer praktisch. „Gestalten Sie Ihr eigenes Umfeld und machen sie sich die Dinge leichter“, warb sie und hatte zum Ausprobieren auch Kantenfilter beziehungsweise -brillen zum Drübersetzen dabei.