Museum in Bad Freienwalde
: Was alte Plakate über die Stadt erzählen

Alte Plakate aus der Sammlung des Oderlandmuseums  Bad Freienwalde sind im Foyer der Konzerthalle in St. Georg ausgestellt. Was Besucher dort sehen können.
Von
Steffen Göttmann
Bad Freienwalde
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Alte Plakate: Dr. Reinhard Schmook, Leiter des Oderlandmuseums in Bad Freienwalde, weist auf das älteste Plakat der Ausstellung im Foyer der Konzerthalle hin.

Alte Plakate: Dr. Reinhard Schmook, Leiter des Oderlandmuseums in Bad Freienwalde, weist auf das älteste Plakat der Ausstellung im Foyer der Konzerthalle hin.

Steffen Göttmann
  • Plakatausstellung im Foyer der Konzerthalle St. Georg in Bad Freienwalde
  • Gezeigt: Kulturleben der Stadt von 1950 bis etwa 2000 aus Museumssammlung
  • Ältestes Plakat: Naturschutz-Kreisstelle, Veranstaltungen April–Oktober 1950
  • Themen: Naturführungen, 650-Jahr-Feier 1966, „Freienwalder Blick“ 1963, Foyergespräch 1998
  • Ausstellung läuft bis Mitte Mai; viele lokale Akteure prägen Kultur der Stadt

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Ich wollte schon länger eine Plakatausstellung gestalten“, sagt Dr. Reinhard Schmook, Leiter des Oderlandmuseums in Bad Freienwalde. Mehrere Hundert Plakate befinden sich in der Sammlung des Museums. „Wir haben Plakate ausgewählt, die das kulturelle Leben der Stadt zwischen 1950 und etwa 2000 zeigen“, ergänzt Schmook.

Eine Auswahl von  Plakaten ziert jetzt  das Foyer und den Eingangsbereich zum Saal der Konzertthalle. „Wir hatten keine Vernissage und haben auch keine Einladungen verschickt“, so der Museumsleiter, der hofft, dass sich trotzdem möglichst viele Kurstädter die Plakate ansehen und sich vielleicht an die Veranstaltungen erinnern, die mit ihrer Hilfe beworben wurden.

Ältestes Plakat der Ausstellung ist ein „Veranstaltungsplan der Naturschutz-Kreisstelle für Bad Freienwalde“, der Veranstaltungen zwischen April und Oktober 1950 ankündigte. Dazu gehörten Vogestimmenführungen im Volkspark, Wanderungen zu blühenden Sträuchern, eine Fahrt zum Urwald Breitefenn bei Parstein, ein Besuch  der Uferschwalbenkolonie auf der Granitkoppe auf der Insel Neuenhagen sowie Wanderungen ins Bruch, nach Falkenberg und zu den Naturdenkmälern am Teufelssee.

Botanische Studien im Volkspark Bad Freienwalde

Federführend war DDR-Naturchenstor Kurt Kretschmann. „Schloss durfte man damals nicht sagen, weshalb das Schloss das Kulturhaus Alexander Puschkin und der Schlosspark als Volkspark bezeichnet wurden“, erläutert Schmook.

Den Ankündigungen ist zu entnehmen, dass die Ziele meist zu Fuß und nur im Ausnahmefall mit dem Zug erreicht wurden. Zu botanischen Studien im Volkspark und zu einer Wanderung in Bruch lud 1950 August Heese, Insektenkundler und bekennender Sozialdemokrat, ein. Nach seinem Tod 1955 wurde in Bad Freienwalde eine Straße nach ihm benannt. Schmook hält die Fülle von Veranstaltungen in dieser schweren Zeit nach dem Krieg für beeindruckend.

Daneben hängt ein schmuckloses  Plakat, das auf die 650-Jahr-Feier der Stadt Bad Freienwalde vom 17. bis 19. Juni 1966 hinweist. Ein weiteres Poster weist auf die Wochenzeitung „Freienwalder Blick“ hin, die allerdings nur 1963 erschien. Redakteurin war Ingrid Linke, heutige Leiterin der Konzerthalle.

Zu sehen ist auch das Plakat, mit dem das 67. Foyergespräch des Oberbarnimer Kulturvereins über „Fontanes Weiberwirtschaft“ angekündigt wurde. Es stammt aus dem Jahr 1998, als der Verein die Bewirtschaftung der Konzerthalle in St. Georg übernahm.

Viele Akteure bereichern kulturelles Leben in Bad Freienwalde

Weitere  Aushänge kündigen Ausstellungen im Oderlandmuseum und im Freilichtmuseum Altranft an. Auf der neueren Zeit Poster für Brunnenfeste, die von den Kurfürstentafeln ersetzt wurden, sowie  zur Austellung über Königin Luise von Preußen im Jahr 2001.

„Bad Freienwalde hat die Konzerthalle,  das Hoftheater, Schloss Freienwalde, zwei Museen und das Haus der Naturpflege mit naturhistorischem Einschlag, die das kulturelle Leben  in der Stadt gestalten“, sagt Schmook. Sie stärkten das bürgerliche Bewusstsein der Stadt. Daher gab und gibt es viele Plakate, die die kulturelle Vielfalt in Bad Freienwalde dokumentieren. Die Ausstellung in der Konzerthalle in St Georg, Georgenkirchstraße 1, in Bad Freienwalde ist noch bis Mitte Mai zu sehen.